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Im neuen Regionalplan sieht die Verwaltung Probleme bei den Industriegebieten und in Scherfede/Rimbeck

Warburg will seine Chancen wahren

Warburg

Für Ostwestfalen-Lippe wird derzeit ein neuer Regionalplan aufgestellt. Was sich zunächst nach einem langweiligen Verwaltungsvorgang anhört, hat es in sich. Unwidersprochen könnte der Plan negative Folgen für die Entwicklung der Stadt Warburg haben.

Jürgen Vahle

Das Gelände der Zuckerfabrik (hier ein Archivbild) gilt im Regionalplan als Industriegebiet. Die Stadt Warburg will das ändern lassen, um sich keine Chancen für eine zukünftige Nutzung des Geländes als Wohngebiet zu verbauen. Foto: Christian Geschke

Und deshalb stemmt sich das Warburger Bauamt auch gegen einige Festlegungen, die die Bezirksregierung im Entwurf gemacht hat. Der neue Regionalplan soll bis 2040 gelten und 2023 in Kraft treten. Am Dienstag wird das Thema erstmals im Warburger Bauausschuss vorgestellt. Auch der Stadtrat befasst sich am 9. März mit dem Thema. Bis 31. März können Städte und Gemeinden, aber auch jeder Bürger Einsprüche bei der Bezirksregierung einreichen.

Widerstand bei Festlegung von Bereichen für gewerbliche und industrielle Nutzung

Widerstand aus Warburg gibt es vor allem bei der Festlegung so genannter Bereiche für gewerbliche und industrielle Nutzungen (BIG). In diesen Gebieten darf es beispielsweise keine Wohnhäuser, sondern nur eine industrielle Nutzung geben. Im Entwurf des Regionalplans sind aber einige Gebiete in der Kernstadt als solche reinen Industriegebiete definiert – beispielsweise das gesamte Gelände der alten Zuckerfabrik. Bliebe das so, wären die Möglichkeiten für eine Nachnutzung des Geländes beispielsweise für Wohnraum in Kombination mit Kleingewerbe zunächst verbaut. Das will die Stadt Warburg nicht akzeptieren und schlägt vor, das Zuckerfa­brik-Gelände zum „Allgemeinen Siedlungsbereich“ (ASB) zu machen, in dem Gewerbe und Wohnen parallel möglich sind.

Auch an anderen Stellen wehrt sich die Stadt Warburg gegen die Festlegung großer Flächen als BIG-Gebiete und fordert eine Umwandlung in einen ASB. Das betrifft zum Beispiel das Gewerbegebiet Oberer Hilgenstock. Dort haben viele Firmeninhaber und Betriebsleiter Häuser oder Wohnungen. Die freien Flächen würden in den kommenden Jahren von Firmen besiedelt, die zum vorhandenen Branchenmix passen, ist die Verwaltung sicher.

So dicht an einer Wohnbebauung

Auch das nordöstliche Betriebsgelände der Firma Dei­st liege so dicht an einer Wohnbebauung, dass die Stadt die geplante Einstufung als BIG für unmöglich hält. Zudem könne sich die Firma dann nicht mehr „dienstleistungsorientiert entwickeln“.

Großes Interesse hat die Stadt aber daran, dass im Regionalplan ein Gewerbe- und Industriegebiet entlang der neuen Anbindung zur Ostwestfalenstraße ausgewiesen wird. Das könnte dann auch ein regional bedeutsames und interkommunales Gewerbegebiet werden, wie es sie schon in Steinheim/Bergheim und Höxter/Stahle gibt.

Verhindern will die Stadt Warburg auch, dass Scherfede-Rimbeck als Wirtschaftsraum durch die Vorgaben im neuen Regionalplan abgehängt wird. In dem Entwurf sind die beiden Orte nur als Allgemeine Siedlungsgebiete (ASB) aufgelistet. Die Verwaltung möchte aber, dass die zentrale Bedeutung als Versorgungs- und Wirtschaftsbereich neben der Kernstadt anerkannt wird (Zentralörtlich bedeutsamer allgemeiner Siedlungsbereich, zASB).

Bauamtsleiter Rainer Ehle ist optimistisch

Diesen Status hätten beispielsweise auch Teile von Borgentreich, Willebadessen und Marienmünster. Und in Scherfede-Rimbeck lebten mit derzeit 4198 Einwohnern nur unwesentlich weniger Menschen als in Marienmünster (etwa 5000). Nur als zASB-Gebiet könne Scherfede-Rimbeck mit den Nahversorgungsstandorten an der Briloner Straße und am Kasseler Tor ihrem Auftrag in Zukunft auch gerecht werden.

Warburgs Bauamtsleiter Rainer Ehle, der den Regionalplanentwurf mit seinem Team tagelang geprüft hat, ist optimistisch, dass die meisten Änderungen aus Warburg von der Bezirksregierung übernommen werden. Wird man sich nicht einig, entscheidet der Regionalrat über einzelne Punkte.

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