1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Warburg
  6. >
  7. Petra Engemann-Ludwig hat Kindern in der Kath. Kita St. Martin in Warburg zu Werten und Haltung verholfen

  8. >

Petra Engemann-Ludwig nach 44 Jahren in der Kita St. Martin verabschiedet

Warburger Kindern zu Werten und Haltung verholfen

Warburg

Sie ist eine Institution: Ganze 44 Berufsjahre lang hat Petra Engemann-Ludwig als Erzieherin in der Katholischen Kita St. Martin gearbeitet. Drei Träger hat sie erlebt, unzählige Kinder, deren Kinder und auch sogar bereits Enkel in ihrer Einrichtung betreut.

Bearbeitet von Ralf Benner

Mit drei Trägern hat Petra Engemann-Ludwig (2. von rechts) in ihren 44 Jahren als Kita-Leitung von St. Martin in Warburg zusammengearbeitet: Detlef Müller von der Kath. Kitas Hochstift gem. GmbH, Schwester Diethild von den Armen Schulschwestern aus Brakel und Ruhestandspfarrer Wolfgang Fabian (von links). Foto: Kath. Kitas Hochstift gem. GmbH

„Ich habe viel Schönes erlebt und das trage ich wie einen Schatz in mir“, hat sie das jetzt bei ihrer Verabschiedung kommentiert. In der gut besuchten Altstädter St. Marien-Kirche in Warburg wurde ihr Arbeitswerk zum Abschied richtig gewürdigt. Beim späteren Sommerfest in der Einrichtung an der Hüffertstraße durfte gefeiert werden.

Mit Mann und beiden Söhnen war Petra Engemann-Ludwig zum Verabschiedungs-Gottesdienst in die Kirche gekommen. Mit Schwester Diethild hatte sie aber eine Begleiterin an ihrer Seite, die sie am längsten kannte. Denn die Nonne von den Armen Schulschwestern war es, die sie vor 45 Jahren angesprochen und gefragt hatte, ob sie nicht in der damals noch ordenseigenen Kita arbeiten wolle.

Fachliche Kompetenz betont

Dort blieb Engemann-Ludwig dann auch, als die Pfarrgemeinde die Trägerschaft übernahm. Mit dem heutigen Ruhestandspfarrer Wolfgang Fabian als Zelebrant des Gottesdienstes war ein zweiter langjähriger Weggefährte mit dabei. Und auch Detlef Müller, Geschäftsführer der Kath. Kindertageseinrichtungen Hochstift gem. GmbH fand lobende Worte über ihre Arbeit. Er war in den vergangenen neun Jahren Träger und hatte aus dieser Zeit besonders die fachliche Kompetenz von Petra Engemann-Ludwig herausgestrichen.

Blaue Blumen als Sinnbild für die inhaltliche Arbeit von Petra Engemann-Ludwig (links) überreichte Gemeindereferentin Christina Bolte mit zwei Mädchen aus der Kita St. Martin. Foto: Kath. Kitas Hochstift gem. GmbH

„Ich vertrete den dritten Träger, den sie erlebt haben, aber für ihre Kita waren sie immer die Konstante, die die Einrichtung weiterentwickelt hat“, blickte Müller auf die Entwicklung von St. Martin vom Kindergarten zum heutigen Familienzentrum zurück. Sie habe die Entwicklungen nie alleine umsetzen müssen, dabei habe das heute 17-köpfige Team geholfen. Doch Engemann-Ludwig habe immer das richtige Maß getroffen zwischen der Reflektion des Bisherigen und dem Wagen des Neuen.

Großes Lob von der Gemeindereferentin

Ebenso wie Pastor Fabian, der das Markus-Evangelium von Jesus, der ein Kind in die Mitte holt und in die Arme nimmt, auslegte und mit dem Wirken der scheidenden Kitaleitung verglich, kam auch großes Lob von Gemeindereferentin Christina Bolte. Sie, die für die Kitas im Pastoralverbund zuständig ist, erzählte ein Märchen von einem Hirten, der sich zwischen Gold und Geschmeide sowie einer blauen Blume als Lohn für seine Arbeit entschieden konnte und der die Blume wählt. Das stehe sinnbildlich für die Arbeit von Petra Engemann-Ludwig, die auch immer die Blume gesehen habe und nicht das Geschmeide.

Erziehung und Bildung der Ordensgemeinschaft prägend

„Sie standen dafür, dass Kinder Haltung finden und die Werte der Gemeinschaft“, attestierte Bürgermeister Tobias Scherf der scheidenden Kitaleitung eine gute Arbeit. Und auch Schwester Diethild, mittlerweile 83 Jahre alt aber noch selbst mit dem Auto angereist, schenkte der Ruheständlerin einen Gedichtband über Blumen und hoffte, dass der Geist der Erziehung und Bildung der Ordensgemeinschaft, den Engemann-Ludwig fortgeführt habe, nun auch weiter in St. Martin bestehen bleibe.

Der heilige Martin teile den Mantel. Aber der Bettler brauche mehr, er benötige auch Zuwendung und Nähe, das habe sie den Kindern immer geben wollen, hatte Petra Engemann-Ludwig zu Beginn über ihre Motivation im heutigen Familienzentrum erzählt.

Eine Kerze als Sinnbild für gemeinsame Feste

Eine Kerze als Sinnbild für die vielen gemeinsamen Feste, ein paar Steine für den in 44 Jahren nicht immer einfachen Weg und einen Blumenstrauß für die tollen Erlebnisse, die Zusammenarbeit, die Begleitung, die Nähe zu Kindern, Eltern, Träger und eigener Familie hatte sie vor den Altar gestellt.

Noch einige Wochen ist Petra Engemann-Ludwig in der Kita St. Martin im Dienst. Das an den Gottesdienst sich anschließende Sommerfest in der Kita an der Hüffertstraße markierte für sie aber bereits den offiziellen Teil ihrer Verabschiedung.

Startseite
ANZEIGE