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Ausstellung über Bildstöcke im Museum im Stern 

Wegmarken des Glaubens 

Warburg (WB/ben). Im Warburger Museum wird am Sonntag, 12. Oktober, eine Ausstellung mit dem Titel »Wegmarken des Glaubens. Bildstöcke in Warburg und im Warburger Land. Fotografien von Hermann Tenge und Heinz Wronker« eröffnet.

Bildstöcke in Warburg und im Warburger Land haben Hermann Tenge und Heinz Wronker (Bild) für die Ausstellung im Museum fotografiert. Zu sehen sind hier die Bildstöcke am Lingenberg in Wormeln (links im Bild) und an der Warburger Straße in Dössel.

 Die beiden Fotografen haben in den letzten anderthalb Jahren von den zahlreichen religiösen Kleindenkmalen im gesamten Stadtgebiet zu allen Jahreszeiten Aufnahmen gemacht. Eine Auswahl ihrer fotografischen Streifzüge wird nun in fast 40 großformatigen Fotos im Museum präsentiert.

 Früher, als nahezu die gesamte Bevölkerung des Warburger Landes katholisch war, stellten die Bildstöcke ein Glaubenszeugnis nach innen dar und waren ein Beleg für die persönliche Frömmigkeit der Erbauer und Stifter. Als Zeichen der Dankbarkeit oder als fromme Stiftung waren sie und sind sie bis heute Zeichen des Glaubens.

 Wer sich auf den Weg durch die Stadt oder die Stadtteile macht, dem begegnen sie auf Schritt und Tritt, die Bildstöcke. Die heute erhaltenen Exemplare stammen aus der Zeit seit dem 17. Jahrhundert, aber auch im dem 20. Jahrhundert wurden Bildstöcke neu errichtet.

 Das Barockzeitalter gilt als Blütezeit der Bildstocksetzung. Gestiftet wurden die Bildstöcke in der Regel von Privatpersonen, mehrfach auch von Ehepaaren, aber auch von Gemeinschaften wie der Bildstock von 1948 an der Eggestraße in Bonenburg oder der dem heiligen Antonius gewidmete Bildstock am Laukerweg in Welda. Sie entstanden nicht auf kirchliche Anordnung, sondern aus frommer glaubensgeprägter Eigeninitiative. Sie sind Zeugen vergangener und gegenwärtiger Volksfrömmigkeit und offenbaren künstlerische Möglichkeiten, Glauben und Religion in Steinbilder umzusetzen. Auch heute sind Bildstöcke Ziel von Prozessionen, wie zum Beispiel der Waldprozession in Wormeln, die am zweiten Sonntag nach Pfingsten zu vier Bildstöcken führt.

 Für die Fotografen stellten diese Flurdenkmäler eine besondere Herausforderung dar. Es galt sie nicht nur dokumentarisch abzubilden, sondern auch in ihrer Lage in der Landschaft und im Wechsel der Jahreszeiten zu interpretieren. Liegen die einen mitten im Ort oder in der Stadt, verstecken sich andere in der Feldflur oder im Wald, aber fast alle nahe am Weg.

 Die Gäste der Ausstellungseröffnung wird Museums- und Archivleiter Franz-Josef Dubbi um 11.45 Uhr begrüßen. Horst-D. Krus, Kreisarchivar und Heimatsgebietsleiter, hat die Einführung übernommen. Für die musikalische Umrahmung sorgen Barbara Nespethal und Anton Cik. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 23. November. Das Museum ist täglich außer montags von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet.

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