Digitaler Stadtrundgang: Mit dem Smartphone können Einheimische und Touristen die Hansestadt entdecken

Wissenshungrige erkunden Warburg

Warburg

In einem Büro in Dörverden (Niedersachsen) stapeln sich etliche Bücher zur Stadtgeschichte. An der Wand hängen Karten und Notizen. An diesem unscheinbaren Ort wollen Dr. Carolin Huppertz und Tanja Huppertz mit viel Herzblut den digitalen Tourismus vorantreiben - auch in Warburg.

Ralf Benner

Einheimische und Touristen können nun Warburg vor Ort bei einem digitalen Stadtrundgang mit dem Smartphone entdecken. Foto: Stadt-Land-Erleben

Ihr Team entwickelt multimediale „Entdeckerpfade“ für Städte, Dörfer und Naturlandschaften.

Mit dem Smartphone können Interessierte online auf der Webseite www.stadt-land-erleben.de touristische Ziele multimedial und interaktiv vor Ort entdecken – seit einigen Tagen ist auch die Stadt Warburg auf dem Internetportal vertreten

„Wir möchten die Vielfalt in Deutschland zeigen. Es gibt so viele sehenswerte Kleinstädte und spannende Dörfer“, sagt die Mitbegründerin von Stadt-Land-Erleben, Tanja Huppertz. „Vor wenigen Tagen ist unser Entdeckerpfad für Warburg online gegangen“, berichtet die Pädagogin mit über zehnjähriger Berufserfahrung in der Erwachsenenbildung. Einheimische und Touristen können nun Warburg vor Ort mit dem Smartphone entdecken.

Der 3,2 Kilometer lange digitale Stadtrundgang startet am Neustadtmarktplatz und führt einmal durch die Warburger Innenstadt, vorbei an den zahlreichen Fachwerkhäusern. An jeder Station erfahren Wissenshungrige etwas über die Geschichte, Architektur und die Kultur der Hansestadt.

Familienfreundlich aufbereitet

Alle Informationen sind anschaulich und familienfreundlich aufbereitet. Texte wechseln sich mit Karten, Videos, Rekonstruktionen, Minispielen, Entdeckeraufgaben ab. Gelegentlich schaut Lugo, das neugierige Maskottchen von Stadt-Land-Erleben, um die Ecke.

„Jede Stadt ist einzigartig“, betont Mitbegründerin Dr. Carolin Huppertz. Die promovierte Geologin mit über 15 Jahren Berufserfahrung in Wissenschaft und Öffentlichkeitsarbeit hat die wissenschaftliche Leitung des Projektes übernommen. Die spannende Geschichte um die Gründung der Hansestadt, bei der auch das Rathaus Zwischen den Städten eine besondere Rolle spielt, sowie die reich verzierten Fachwerkhäuser haben die Niedersächsin begeistert.

Die Besucherzahlen in den Städten sind in den vergangenen Monaten coronabedingt stark eingebrochen, der Tourismus und die Innenstädte leiden. Obwohl bei den digitalen Entdeckerpfaden die Vorgaben und Abstandsregeln der Corona-Schutzverordnung problemlos eingehalten werden könnten, handle es sich bei Stadt-Land-Erleben nicht um ein Projekt, welches aus der Krise heraus entstanden sei, erklärt Tanja Huppertz.

Im Browser aufrufen

„Die Idee entstand vor rund zweieinhalb Jahren auf einer Tour durch Deutschland. Uns ist aufgefallen, dass jede größere Stadt mindestens eine App hat, die Touristen aber trotzdem durch die Stadt irrten“, berichtet Tanja Huppertz. Besucher wünschten sich attraktive, nutzerfreundliche und flexible Angebote. „Das Konzept von Stadt-Land-Erleben geht auf“, sagt sie.

Die Entdeckerpfade werden direkt im Browser des Smartphones aufgerufen, eine App muss dafür nicht extra heruntergeladen werden. Zudem kommt das Angebot ohne Anmeldung und Werbung aus. „Niemand muss herumirren, denn die Touren sind immer als Rundgang konzipiert. Der Besucher kann sich von Station zu Station navigieren lassen“, erläutert Carolin Huppertz die Vorteile.

Doch wie ist Stadt-Land-Erleben ausgerechnet auf Warburg gekommen? „Wir planen unsere Touren vorab am Schreibtisch, lassen uns aber auch gerne vor Ort inspirieren. Da wir ohne Auftraggeber arbeiten, können wir uns einfach überraschen lassen“, berichtet Tanja Huppertz. Das sei in Warburg auch der Fall gewesen. Man spürt bei ihr die Begeisterung für die Hansestadt, die oft als Rothenburg Westfalens bezeichnet wird, und für dieses Projekt.

Kostenfreies Angebot

Die Entdeckerpfade seien sowohl für den Nutzer als auch für die Städte und Gemeinden kostenfrei, erklärt Tanja Huppertz. Das Projekt finanziere sich ausschließlich über freiwillige Unterstützer auf sogenannter pay-what-you-want-Basis („Zahle, was du möchtest“).

Warburg hat die Macherinnen von Stadt-Land-Erleben überzeugt und erscheint nun zusammen mit Angermünde, Berlin, München, den Kendlmühlfilzen am Chiemsee und vielen anderen Städten und Orten auf der Entdeckerkarte. „Aktuell sind rund vierzig Entdeckerpfade in ganz Deutschland verfügbar, es werden noch viele weitere folgen“, berichtet Tanja Huppertz.

Wer Warburg digital entdecken möchte, schaut einfach online auf der folgenden Webseite vorbei: www.stadt-land-erleben.de .

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