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Das WESTFALEN-BLATT öffnet Türen im Advent: Die Twistemühle gehört zu den ältesten Mühlen Warburgs

Wo mit Wasser Strom erzeugt wird

Warburg

Sie zählt zu den ältesten Mühlen der Stadt Warburg: Die Twistemühle der Familie Albers an der Wormelner Straße 50. Dort wird seit vielen Jahren mit der Kraft des Wassers Strom erzeugt. Um die Mühle geht es in dieser Folge unseres Adventskalenders.

Tanja Sauerland

Sie zählt zu den ältesten Mühlen der Hansestadt Warburg: Die Twistemühle der Familie Albers an der Wormelner Straße 50. So sieht der Mühlenturm der Twistemühle aus, die in Warburg auch als Albersmühle bekannt ist. Foto: Tanja Sauerland

Das Wasser kommt aus der Twiste, dem wichtigsten Zufluss der Diemel. Betreiber der Twistemühle sind Markus Albers-Strube (47) und dessen Bruder Florian Albers (45) mit Ehefrau Renée. Die beiden Brüder führen das Familienerbe seit dem Tod ihres Vaters Karl Josef Albers im Jahr 2006 weiter. „Die Mühle war das Herzstück unseres Vaters“, sagen die Brüder.

Die erste Erwähnung der Twistemühle geht bis in das 13. Jahrhundert zurück. Früher war die Twistemühle eine reine Mehlmühle. Bis in die 1960er-Jahre hinein wurde dort Getreide gemahlen. Geliefert wurde bis in das Ruhrgebiet. Dann hat sich das Mahlen wirtschaftlich nicht mehr gelohnt, und das Inventar bestehend aus Generatoren, Förderschnecken und Mahlstühlen wurde in die Schweiz verkauft.

Turbine ersetzt Wasserrad

Seitdem steht der circa 20 Meter hohe Mühlenturm leer. „Als mein Bruder und ich jünger waren, haben wir in dem Mühlenturm oft Badminton gespielt und gute Partys gefeiert“, erinnern sich Markus und Florian Albers gerne an frühere Zeiten zurück. Heute ist die Twistemühle eine reine Wassermühle. Das Wasserrad, das früher zum Einsatz kam, ist durch eine moderne Wasserturbine ersetzt worden.

Technisch ist die Wassertechnik auf aktuellem Stand. „Die Bewegungsenergie des Wassers bewegt die Schaufelräder in der Turbine. Die betreibt einen Generator, der wie bei einem Fahrraddynamo die mechanische Energie in Strom umwandelt“, sagt Markus Albers. „Um die Kraft des Wassers zu verstärken, wird es auf Stauhöhe gehalten. Je höher die Fallhöhe ist, desto größer ist die Kraft des Wassers, das zur Energieerzeugung bereitsteht.“

Entscheidende Parameter für die Erzeugung von Strom sind neben der Fallhöhe die Fließgeschwindigkeit, die Wassermenge und der Wirkungsgrad. Wasserkraft ist die weltweit meist genutzte und älteste erneuerbare Energiequelle. Die Twistemühle zwischen Warburg und Wormeln erzeugt bis zu 45 KW/h Strom und ist eine von ca. 7300 Wasserkraftanlagen in Deutschland, die nach dem EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) vergütet werden.

Pläne des Vaters werden realisiert

Markus und Florian Albers sind Gesellschafter der Albers Twistemühle GbR: „Unser Vater hatte viele Ideen, die er aufgrund eines Genrationenkonfliktes nicht verwirklichen konnte. Seine Pläne werden wir jetzt realisieren.“ So sind in den vergangenen Jahren unter anderem zwei Altbauwohnungen, eine Einliegerwohnung und jüngst ein modernes Apartment entstanden.

Florian Albers: „Wir möchten weiter in modernen und besonderen Wohnraum investieren.“ So soll im Wohnhaus das Dach ausgebaut werden mit dem Ziel, zwei weitere Wohnungen zu errichten. Ab 2022 soll auch der Mühlenturm ausgebaut werden. Florian Albers: „Wir planen vier jeweils 100 Quadratmeter große Wohnungen darin.“

In der unteren Etage des Mühlenturms soll es zudem eine Lokal-/Eventfläche geben. Auch eine Außenterrasse ist geplant – für Gäste und Touristen. „Wir möchten unser historisches Gelände der Öffentlichkeit zugänglich machen und den Menschen bei Kaffee und Kuchen einen traumhaften Blick auf die Hansestadt Warburg bieten“, meint Florian Albers: „Wir wollen unsere Twistemühle mit neuem Leben erwecken. Das hat sich unser Vater immer gewünscht. Und wir packen es jetzt an!“

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