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Stadt Warburg investiert viel Geld in neue Mess- und Regelungstechnik

Wo verschwindet die Wärme?

Warburg (WB). Die Stadt Warburg will gemeinsam mit den Stadtwerken allein 2020 eine halbe Million Euro investieren, um das Fernwärmesystem für die städtischen Gebäude auf Vordermann zu bringen. Erwartet wird nach Ende der Modernisierung eine deutliche Energieeinsparung von mehr als 30 Prozent.

Jürgen Vahle

Das zentrale Kraftwerk steht an der Hüffert zwischen der Stadthalle und den Tennisplätzen. Foto: Jürgen Vahle

Im November 2018 hatte der Rat beschlossen, das Fernwärme-System der Stadt zu überarbeiten. Vom zentralen Kraftwerk zwischen Stadthalle und Tennisplätzen aus werden derzeit das Hallenbad, die Sekundarschule, das Hüffertgymnasium (Alt- und Neubau), die Dreifach-Turnhalle, das Pädagogische Zentrum und mittlerweile auch die Stadthalle mit Wärme versorgt.

Bevor jedoch die erste Kilowattstunde Energie gespart werden kann, musste das Ingenieurbüro Albert Hüwel aus Marsberg die gesamte Heiztechnik unter die Lupe nehmen. Die Experten des Unternehmens sind also in den vergangenen Monaten in den Heizungsräumen der Schulen und Gebäude gewesen, sind in jede Ecke gekrochen und haben eine Bestandsaufnahme der Komponenten vorgenommen.

Bericht ist 680 Seiten stark

Herausgekommen ist ein 680 Seiten starker Bericht, der klare Investitionsempfehlungen, aber auch Hinweise zu Möglichkeiten der Förderung enthält. Dass etwas getan werden muss, machte Ingenieur Albert Hüwel unmissverständlich deutlich: Für manche Systeme habe es weder Unterlagen gegeben, noch könnten in Zukunft noch Ersatzteile besorgt werden.

Zunächst soll daher möglichst gleich zu Beginn des Jahres in neue Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik investiert werden. Mit Hilfe dieser Technik soll dann sehr schnell herausgefunden werden, wie die Wärme fließt und wo sie wirkungslos verpufft. Die Gebäude würden dann auch vergleichbar, es gebe Hinweise, an welchen Stellen am dringendsten weiter investiert werden müsse. „Erst dann wissen wir, wie Energie gespart werden kann“, machte Hüwel deutlich. Ziel sei es, ein Energiemanagement-System zu bauen, über das alle an die Fernwärme angeschlossenen Gebäude gesteuert werden könnten.

Die Messergebnisse sollen nach Vorstellung von Albert Hüwel der rote Faden für eine spätere Sanierung der acht angeschlossenen Gebäude sein. Für jede Liegenschaft könnten so Empfehlungen gegeben werden, die bereits zur Heizperiode 2020/2021 umgesetzt werden könnten – und auch schon zu Einsparungen führten.

100 bis 130 Arbeitsstunden pro Liegenschaft

Die Stadt könnte dann allerdings noch weit mehr tun, machte der Experte aus Marsberg weiter deutlich. Die Schulen und Hallen seien Gebäude aus den 1970er Jahren. „An manchen Stellen kann man da von Wärmedämmung überhaupt nicht sprechen“, machte Hüwel deutlich. Es müsse dann auch die Frage gestellt werden, wie und mit welchem Aufwand solche Gebäude überhaupt saniert werden sollen.

Im nächsten Schritt müsste daher jedes Gebäude einzeln unter die Lupe genommen werden. 100 bis 130 Arbeitsstunden pro Liegenschaft sind nach Einschätzung des Ingenieurbüros notwendig, um richtige Empfehlungen für Schulzentrum oder Turnhalle zu geben.

Hüwel ist überzeugt, dass bis zu einem Drittel der Energie eingespart werden kann. „Aber erst müssen wir das Messsystem in Gang bringen. Und spätestens nach einer Heizperiode haben wir 90 Prozent der benötigten Daten. Wir brauchen einfach eine besserer Transparenz, wie die Energie fließt.“ Der Rat machten den Weg dazu am Dienstag einstimmig frei.

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