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Lödige Industries: Green Factory in Scherfede erzeugt mehr Ökostrom als sie verbraucht

Zukunftsweisende Produktion

Warburg-Scherfede

In den Produktionsstätten führender Automobilhersteller sind sie ebenso enthalten wie in vielen der weltgrößten Luftfrachtanlagen – Leistungsfähige Förder- und Lagersysteme von Lödige Industries. Zusammen mit vollautomatischen Parksystemen bilden diese die zu großen Teilen im Industriegebiet Scherfede gefertigte Produktpalette der global agierenden Unternehmensgruppe.

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Im vergangenen Jahr ist auf dem Betriebsgelände der Firma Lödige Industries ein Solarpark installiert worden. Insgesamt 2300 Module wurden dafür auf einer fußballfeldgroßen Fläche errichtet. Foto: Carsten Gerdes

Vom größten automatischen Parksystem Europas in Dänemark bis zu den weltweit größten Regalbediengeräten am Flughafen Hongkong – wo es Lasten effizient zu bewegen gilt, bietet Lödige eine Lösung. Die für die Fertigung der komplexen Maschinen und Maschinenteile in Scherfede erforderlichen Energiemengen erzeugt das Unternehmen dabei komplett aus regenerativen Quellen. Mittlerweile übersteigt die Erzeugung sogar den elektrischen Energiebedarf der Green Factory.

Lödige hat bereits mit der Wahl seines Unternehmensstandortes an der Diemel die Grundlage für eine annähernd autarke Energieversorgung gelegt. Als das 1948 in Paderborn gegründete Familienunternehmen 1965 seine Produktion nach Scherfede verlagerte, bestand bereits ein Wasserkraftwerk auf dem Gelände einer ehemaligen Wollfabrik, das bis heute genutzt wird. Dank regelmäßiger Modernisierungen der Anlage erzeugt die Turbine konstant saubere Energie für die Produktion am Standort.

Um den ökologischen Lebensraum der Diemel zu erhalten, wurde eine Fischtreppe installiert, die den Wasserbewohnern die Wanderung stromaufwärts ermöglicht. Die wasserbauliche Anlage erhielt bereits ein Jahr nach ihrer Inbetriebnahme 1999 den Umweltschutzpreis. Der Naturschutz ist der Familie Lödige ein wichtiges Anliegen. So werden jedes Jahr Jungfische in die Diemel eingesetzt, um die Bestände zu erhalten. In einer unternehmenseigenen Fischerei sind viele Mitarbeiter aktiv und Nutzen das Gewässer zum Angeln und Entspannen.

2300 Module

Im vergangenen Jahr wurde zudem auf dem Betriebsgelände ein Solarpark installiert. 2300 Module wurden dafür auf einer fußballfeldgroßen Fläche errichtet. Gemeinsam mit dem Wasserkraftwerk werden so pro Jahr 1.190.000 Kilowattstunden regenerativer elektrischer Energie erzeugt. Damit produziert Lödige am Standort Scherfede heute bereits 40 Prozent mehr Ökostrom als das Werk verbraucht. Die zusätzliche Energie wird ins öffentliche Netz eingespeist. Damit verbunden sind zudem erhebliche CO2-Einsparungen. Allein aus der Photovoltaikanlage resultiert eine Reduzierung von etwa 465 Tonnen pro Jahr. In Summe spart das Werk in Scherfede pro Jahr 1700 Tonnen CO2 verglichen mit 2017 und hat damit seine Emissionen um rund die Hälfte reduziert. 2021 werden es bereits 2000 Tonnen pro Jahr weniger sein.

Neben der Nutzung regenerativer Stromquellen hat das Scherfeder Unternehmen durch kontinuierliche Optimierungen den eigenen Verbrauch deutlich gesenkt. In 2019 wurde die komplette Produktionsbeleuchtung im Innen- und Außenbereich auf energieeffiziente LED-Technik umgestellt. In Kombination mit einem an den konkreten Bedarfen ausgerichteten Beleuchtungskonzepts wird seitdem nur noch 15 Prozent der Energiemenge für die Lichterzeugung benötigt. Auch bei den Maschinen und Produktionsprozessen sorgen Investitionen in modernste Technik und Optimierung der Abläufe für weitere Einsparungen. Insgesamt konnte seit 2017 der Stromverbrauch nahezu halbiert und der Gasverbrauch um 40 Prozent gesenkt werden. Die eingesparte Energie reicht aus, um rund 200 Haushalte mit Strom zu versorgen und etwa 120 Haushalte zu heizen.

Auch Gabelstapler werden umgestellt

„Lödige Industries zeigt, dass auch in einem global erfolgreichen Industrieunternehmen mit hohem Energiebedarf ehrgeizige wirtschaftliche Ziele mit Ressourcen- und Umweltschutz in Einklang zu bringen sind. Diesen Weg setzen wir weiter fort“, sagt Ralf Gapp, Geschäftsführer der Lödige Machine Warburg GmbH.

In Kürze werden die letzten dieselbetriebenen 8-Tonnen-Gabelstapler für den innerbetrieblichen Transport im Werk durch Elektrostapler ersetzt. Die nächtliche Aufladung der Elektrostapler erfolgt natürlich durch eigenerzeugte regenerative Energie.

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