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Auszubildende der Westheimer Brauerei sollen Erfahrung sammeln

Zur Hopfenernte nach Bayern

Westheim/Warburg (WB). Sie sind in der Hallertau, um mit anzupacken. Am Ende werden Jost Knapp und Robin Dirks, beide Auszubildende der Westheimer Brauerei, aber vielleicht auch selbst gepackt von der Leidenschaft für den Hopfen, der eine ganze Region in seinen Bann gezogen hat. Die beiden angehenden Brauer und Mälzer helfen den bayerischen Hopfenbauern derzeit beim sogenannten Anleiten der Pflanzen.

Jost Knapp und Robin Dirks, beide Auszubildende der Westheimer Brauerei, wollen vor Ort wissen, wie Hopfen geerntet wird. Dafür sind sie jetzt für einige Zeit in das bekannteste bayerische Hopfenanbaugebiet, die Hallertau, gereist. Foto:

Es fehlt an Erntehelfern

Die Hallertau auf der Grenze zwischen Nieder- und Oberbayern ist das größte Hopfenanbaugebiet der Welt. „Wen der Kopf einmal gekratzt hat, den lässt er nicht mehr los“, heißt es dort. An haushohen Gerüsten aus Holzstangen und Drähten rankt sich der Hopfen in eine Höhe von sieben bis acht Metern.

Der Einsatz vor Ort ist für die beiden Auszubildenden der Brauerei Westheim nicht nur lehrreich, sondern gerade in diesem Jahr für die Hallertau, den Hopfen und damit auch für die handwerkliche Braukunst von existenzieller Bedeutung. In der gesamten Landwirtschaft fehlt es, der Corona-Krise wegen, derzeit an Erntehelfern. Für den fast ausschließlich von kleinen Familienbetrieben in der Hallertau betriebenen Hopfenanbau eine Katastrophe – gerade jetzt, wo es auf jede Hand ankommt.

Pflanzen müssen Halt finden

Anfang Mai gerät die ganze Holledau, wie die Landschaft zwischen Ingolstadt und Landshut auch genannt wird, stets in helle Aufregung. Sobald die ersten Triebe aus dem Boden schießen, geht es ans Anleiten.

Dabei werden jeweils drei etwa gleich große frische Triebe im Uhrzeigersinn um die senkrecht in den Himmel weisenden Drähte gespannt. Das ist nur ein Handgriff. Den braucht es aber viele hunderttausend Male, damit der Hopfen Halt findet und sich an manchen Tagen bis zu 30 Zentimeter in die Höhe rankt. Keine Pflanze auf heimischen Böden wächst schneller.

„Sofort zur Stelle“

Für die handwerklich gebrauten Bierspezialitäten der Brauerei Westheim wird ausschließlich Hopfen aus der Hallertau verwendet. Je nach Biertyp kommen dabei verschiedene Aromahopfensorten zum Einsatz. Mit den Jahrzehnten ist so eine starke Verbundenheit zwischen der Familienbrauerei und den Hopfenbauern in der Hallertau gewachsen. „Schon deshalb ist die Brauerei sofort zur Stelle, wenn vor Ort Hilfe nötig ist“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Beim Anleiten lernen Jost Knapp und Robin Dirks den Hopfen von klein auf kennen und vermutlich auch lieben. Schließlich werden die Auszubildenden der Brauerei Westheim von der Pike auf mit traditioneller Braukunst vertraut gemacht. Was der Hopfen für ein handwerklich hergestelltes Bier bedeutet, wissen die angehenden Brauer und Mälzer längst.

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