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Ein Jahr WAR: Dieter Reifer (68) zeigt seine Liebe zur Hansestadt und zum Kreis Höxter

Zwei Autos, ein Kennzeichen

Warburg (WB). Ein Jahr ist es her, dass in Warburg das WAR-Kennzeichen wieder eingeführt worden ist. Das Interesse war groß – auch bei Dieter Reifer. „Als ich das in der Zeitung gelesen habe, habe ich mir sofort mein Wunschkennzeichen reservieren lassen“, erinnert sich der 68-Jährige, der Besitzer von zwei Mercedes E-Klassen ist. Darunter ein neueres Modell und ein altes Schätzchen, die nun beide etwas gemeinsam haben: das Kennzeichen.

Alice Koch

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Die Ziffer 13 möchte sonst niemand

Alle Fahrzeuge, die Dieter Reifer seit 1986 gefahren hat, zierte das Kennzeichen HX DR 13. „Damals waren die Kreisverwaltungen Warburg und Höxter noch getrennt. Nur in Höxter gab es Doppelbuchstaben und Zahlen bis 99“, erinnert sich der Warburger. Ein Wunschkennzeichen habe man sich zu der Zeit noch nicht reservieren können, aber Dieter Reifer „hatte so seine Beziehungen“, wie er augenzwinkernd mitteilt. „Ein guter Freund hat mir damals geraten, die Ziffer 13 zu nehmen. Die möchte keiner, die bekommst Du immer wieder“, erzählt Dieter Reifer. Und so kam es dann auch.

Dass nun auch seine geliebte E-Klasse, Baujahr 1990, das Kennzeichen WAR DR 13 trägt, macht Dieter Reifer besonders stolz. „Als Warburger freue ich mich, dass nun zwei Autos mit fast identischem Kennzeichen nebeneinander auf meinem Grundstück stehen. WAR DR 13 zeigt meine Liebe zu Warburg, HX DR 13 meine Verbundenheit mit dem Kreis Höxter,“ erzählt der Rentner, der Elektriker gelernt hat und vor seiner Pensionierung bei der Firma Bergmann gearbeitet hat.

Alte Mercedes ist ein Erbstück

„Der alte Mercedes ist ein Erbstück meiner Eltern, die ihn 1991 als Jahreswagen gekauft haben und mir geraten haben, einen Oldtimer daraus zu machen“, erinnert sich der 68-Jährige. Von Beginn an ist das Fahrzeug gehegt und gepflegt worden, so dass es auch heute noch top in Schuss ist. Für eine Spazierfahrt aus der Garage geholt wird das alte Schätzchen somit auch nur zu besonderen Anlässen und bei schönem Wetter. „Es macht Spaß, diesen Wagen zu fahren. Man sitzt darin wie auf einem Sofa“, erzählt Dieter Reifer. Interessant sei auch, im direkten Vergleich zu erleben, wie sich die Technik, Ausstattung und Elektronik eines Auto des selben Herstellers im Laufe der Jahre entwickelt hat.

H-Kennzeichen für historische Fahrzeuge

Auch, wenn Dieter Reifer seinen alten Mercedes nur selten fährt, läss er ihn das ganze Jahr über angemeldet. Das war nicht ganz billig, denn für den alten Diesel musste er über 500 Euro Steuern im Jahr bezahlen. Zu seinem 30. Geburtstag im Februar diesen Jahres hat das alte Schätzchen nun ein H-Kennzeichen für historische Fahrzeuge bekommen – und Reifer zahlt nur noch 191,73 Euro Kfz-Steuer. Dabei sei es gar nicht so einfach, dieses spezielle Kennzeichen zu bekommen, erklärt er. Denn für ein H-Kennzeichen müsse ein Fahrzeug in einem guten und originalen Zustand sein.

Zahlen und Fakten

Der Kreistag hat in seiner Sitzung am 1. Oktober 2019 die Wiedereinführung des Unterscheidungskennzeichens WAR mehrheitlich beschlossen. Stand heute haben rund 2,5 Prozent aller im Kreis Höxter zugelassenen Fahrzeuge ein WAR-Kennzeichen. Insgesamt sind im Kreis Höxter 137.218 Fahrzeuge zugelassen, davon 131.042 mit dem Kfz-Kennzeichen HX und 3.518 mit dem Kennzeichen WAR. Die Anzahl der Unterscheidungskennzeichen aus anderen Zulassungsbezirken beträgt 2.658 Fahrzeuge.

Die gute Pflege über die vielen Jahre hat sich für Dieter Reifer also doppelt gelohnt, so dass er mit seiner schmucken E-Klasse sicher noch lange in seiner Heimat unterwegs ist, In WARburg.

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