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Verein Atomfreies Drei-Ländereck in Beverungen beobachtet Geschehnisse mit Argusaugen

Was passiert, wenn das Endlager Konrad fällt?

Beverungen

Aktuell fordert ein breites Bündnis den Widerruf des Planfeststellungsbeschlusses für das Atommüll-Lager Schacht Konrad: Die Umweltverbände BUND und NABU, sowie das Salzgitteraner Bündnis gegen Schacht Konrad, dem auch der Verein Atomfreies Drei-Ländereck angehört, übergaben den entsprechenden Antrag jetzt an den niedersächsischen Landesumweltminister Olaf Lies.

Ein breites Bündnis drängt aktuell auf das Aus für das in Salzgitter geplante Atommüll-Endlager Schacht Konrad. Foto: dpa/Rainer Jensen

„Die Chancen das veraltete Projekt Konrad, welches nicht mehr dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik entspricht, zu stoppen sind größer denn je. Wenn Konrad fällt, wird dann auch das ZBL/LoK Würgassen fallen? Mehr denn je sollte das Vorhaben der BGZ mit Argusaugen beobachtet werden“, rät Dirk Wilhelm vom Verein Atomfreies Drei-Ländereck.

Das ungebremste Vorgehen der Bundesgesellschaft könne letztlich nicht nur in einer massiven Verschwendung von Steuergeld münden. Wilhelm: „Sollte der BGZ die Errichtung der gigantischen Lagerhalle im Dreiländereck entgegen aller Kritik zeitnah gelingen und zugleich Konrad scheitern, stellt sich die Frage nach der Verwendung des mehr als 625.000 Kubikmeter fassenden Gebäudes.“

Hierbei sollten die Menschen aus der Region seiner Ansicht nach ihre Aufmerksamkeit unter anderem auf das große umweltpolitische Problem, das maroden Bergwerk Asse im Landkreis Wolfenbüttel, richten.

Der durch Wassereinbruch völlig destabilisierte Salzstock müsse schnellstmöglich geräumt werden. Rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen gelte es unter schwierigsten Bedingungen zu bergen.

Der Koordinator zur Rückholung der Landesregierung Niedersachsen, Andreas Sikorski, habe die Notwendigkeit eines Zwischenlagers für den Müll aus der Asse betonte, weil noch kein Endlager zur Verfügung stehe.

„Der Müll muss aber raus, denn kein Mensch weiß, wie lange die Asse noch stabil bleibt“, äußerte er sich nach Angaben von Dirk Wilhelm erst kürzlich gegenüber der Braunschweiger Zeitung.

Der Vorsitzende des Vereins Atomfreies Drei-Ländereck. erklärt: „Brisant: Ein geplanter Assenaher Standort für das Zwischenlager bleibt ein großer Streitpunkt. Wegen der verhärteten Fronten hieß es zuletzt, dass die Standort-Entscheidung noch einmal überprüft werden sollte. Die Rückholung soll dann voraussichtlich im Jahr 2033 starten.“

Betrachte man die Eile der BGZ und die aktuellen Vorgänge um Schacht Konrad sowie die Not beim Lager Asse, schwane einem für das Dreiländereck nichts Gutes.

„Nicht zuletzt die durch die angedachte logistische Aufgabe des ZBL/LoK nicht zu begründende Größe des am Weserufer geplanten Bauwerks sollte zu denken geben. Mehr denn je gilt es sich dem Vorhaben ZBL/LoK, welches vielfältige Gefahren für die Region in sich birgt, vehement entgegenzustellen“, empfiehlt Dirk Wilhelm dringend.

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