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Kommunen im Kreis Höxter wollen Carsharing-Modell entwickeln

Wie der Zweitwagen abgeschafft wird

Kreis Höxter

Die Kommunen im Kreis Höxter möchten ein Carsharing-System aufbauen. Ziel ist, dass in Orten ab 1000 Einwohnern mindestens ein Fahrzeug stationiert ist, dass von den Dorfbewohnern gemeinsam genutzt werden kann.

Von Marius Thöne

Über eine App des NPH können die Fahrzeuge gebucht werden, so sieht es der Plan der Kommunen vor. Foto: dpa

Mit Hilfe dieses Vorhabens soll die Zahl der Fahrzeug-Neuzulassungen im Kreis Höxter gesenkt werden. Auch zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen soll es beitragen.

Jede Kommune soll im kommenden Jahr 20.000 Euro zur Anschubfinanzierung des Systems in den Haushalt einstellen. Ein Planungsbüro unterstützt die Städte bei ihrem Vorhaben. Die Idee vom Auto-Teilen soll auch eine Ergänzung des Bus- und Bahnverkehrs zwischen Diemel und Weser sein. „Das ÖPNV-Angebot erreicht bei Weitem nicht jeden Winkel des Kreisgebietes und wenn doch, dann nur unregelmäßig“, schreibt Steinheims Klimaschutzmanager Alexander Rauer in einer Informationsvorlage an die Mitglieder des Stadtrates, die das Thema in einer Sitzung Mitte August behandeln. Es mangele an alternativen Mobilitätsformen im Kreis Höxter. Das Auto sei immer noch das wichtigste Fortbewegungsmittel. In der Folge stiegen die Zulassungszahlen für Kraftfahrzeuge jedes Jahr an. Im Kreis Höxter sind laut Kreis-Haushalt 2018 25.875 Fahrzeuge zugelassen worden, ein Jahr später waren es bereits 26.637. Insgesamt waren 2018 130.914 Fahrzeuge angemeldet. Ein Jahr später waren es gut 5000 mehr.

Kreis Höxter

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat der Kreis Höxter im vergangenen Jahr im Rahmen des Projekts „Land-Kreis-Gemeinde“ den konzeptionellen Grundstein für ein gemeinsames Carsharing-Angebot gelegt. „Pandemie-bedingt arbeiten seit März 2020 viele Beschäftigte im Homeoffice, ein großer Teil der früheren Dienstreisen wird durch Videokonferenzen ersetzt“, so Rauer weiter. Zwar würden viele nach Wegfall der Kontaktbeschränkungen wieder vermehrt im Büro arbeiten und an Veranstaltungen in Präsenzform teilnehmen wollen, gleichwohl ließen Umfragen einen deutlichen Rückgang der Arbeits-und Dienstfahrten erwarten, wodurch Fahrzeuge deutlich seltener benötigt und bei Verfügbarkeit eines Sharing-Angebots abgeschafft werden könnten.

Gebucht und abrechnet werden sollen die Leih-Autos über die App „Fahr mit“ des Nahverkehrsverbundes Paderborn-Höxter. Zunächst ist geplant, dass ein Großteil der Fahrzeug-Flotten der Kommunen für das Carsharing genutzt werden. Aber auch Unternehmen und Bürger können ihre Fahrzeuge einbringen. Ein Vertrag mit einem speziellen Carsharing-Dienstleister soll noch in diesem Jahr geschlossen werden.

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