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Therese Berendes aus Ikenhausen hat ein Rezept für ihr hohes Alter

106. Geburtstag gefeiert

Ikenhausen/Brakel (WB/iss). Es ist ein Ereignis, das nur sehr wenigen Menschen zuteil wird: Am Sonntag hat Therese Behrendes aus Ikenhausen ihren 106. Geburtstag gefeiert. Über dieses außergewöhnlich hohe Alter hinaus ist die Jubilarin dazu mit einer bemerkenswerten körperlichen und geistigen Frische gesegnet.

Therese Behrendes hat ihren 106. Geburtstag gefeiert. Noch heute schreibt sie Tagebuch. Die gebürtige Bonenburgerin hat bis vor wenigen Monaten in Ikenhausen gelebt. Jetzt wohnt sie in einem Seniorenheim in Brakel. Foto: Iris Spieker-Siebrecht

Auch heute noch schreibt sie Tagebuch – wie seit 70 Jahren. Das Wetter, persönliche Erlebnisse und die großen Ereignisse der Weltgeschichte, alles bringt sie in feiner, ordentlicher Handschrift zu Papier. Wer in ihren persönlichen Erinnerungen lesen darf, findet die Freuden und Sorgen, Siege und Misserfolge und den arbeitsreichen Alltag einer bemerkenswerten Frau.

Geboren wurde Therese Behrendes als eines von fünf Mädchen der Familie Koch in Bonenburg. Zu ihrer großen Freude ist eine ihrer Schwestern auch noch 99-jährig bei ihrem Geburtstag dabei.

1936 geheiratet

Ihren Mann Heinrich heiratete sie im Mai 1936, und seitdem lebte sie in Ikenhausen. Erst im vergangenen Juli zog sie aus der Wohnung, die sie mithilfe ihrer Kinder noch allein bewohnte, ins St. Antonius Seniorenheim in Brakel.

Als Frau eines Landwirtes musste sie immer kräftig im Betrieb mitarbeiten. „Ich habe alles gern gemacht, Kühe gemolken und die Tiere gefüttert, den Haushalt und den großen Garten“, erinnert sie sich. „Neben Obst und Gemüse hatte ich immer viele Blumen, Astern, Dahlien oder Geranien, die mochte ich sehr gern. Mit 100 habe ich noch im Garten gestanden“, erzählt sie.

Außerdem hat sie gern gestrickt – hunderte von Pullovern oder Socken, für die ganze Familie. Nun geht das leider nicht mehr.

Fünf Kinder

Fünf Kinder wurden dem Ehepaar Behrendes in den Jahren 1939, 1940, 1941, 1943 und 1948 geschenkt, ein Sohn ist schon verstorben. Im Laufe der Jahre konnte sich Therese Behrendes über 14 Enkelkinder, 28 Urenkel und sogar acht Ururenkel freuen. Jeden einzelnen Geburtstag kennt sie, die muss sie nicht in den Tagebüchern nachlesen.

Ihr Mann verstarb im Jahr 2000, und bei diesem Verlust half ihr sicherlich ihr unerschütterlicher Glaube. „Ich stamme aus einer gläubigen Familie, und der regelmäßige Kirchenbesuch war mir immer sehr wichtig“, betont sie. So war sie auch bis ins hohe Alter von 100 Jahren Vorbeterin beim Rosenkranzgebet in der Kirche in Ikenhausen.

Rezept: beten, arbeiten und Alkohol nur als Medizin

Und wenn sie nach dem Rezept für ein langes Leben gefragt wird, kommt wie aus der Pistole geschossen: „Beten und arbeiten!“ Keine Zigaretten, keine Süßigkeiten und auch kein Alkohol – außer manchmal ein Pinneken „Burggraf“, wenn der Magen Probleme macht. „Aber als Medizin, nicht als Getränk“, betont die Seniorin. Und weil das anscheinend so gut hilft, ist der Kräuterlikör als „Oma Resis Medizin“ in der Familie und im Bekanntenkreis in Ikenhausen wohlbekannt.

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