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Ausstellung von Dr. Wolfgang Daum im Café Weidenröschen in Willebadessen eröffnet

»Die Steine treten mit mir in den Dialog«

Willebadessen (WB/vsm). Dr. Wolfgang Daum aus Lichtenau ist ein Sammler, ein Steinsammler. Seine Schätze hat er in der Egge und im Heimatort aufgelesen, aber auch in Böhmen, Tirol und Südfrankreich. Unter seiner Hand verwandeln sich Granit, Sandstein und Gneis zu beeindruckenden Skulpturen. Nun präsentiert der Bildhauer bis Ende Oktober 21 seiner Werke auf dem Gelände des Cafés Weidenröschen von Gertrud und Jürgen Leppert in Willebadessen-Willegassen.

Aus Sandstein schuf Dr. Wolfgang Daum die Skulptur »Parallelschnitte«, die neben 20 weiteren Exponaten im Café Weidenröschen von Gertrud Leppert (links) ausgestellt wird. Zur Vernissage spielte Karin Gunia (rechts) auf der Harfe. Barbara Daum (2. von links) führte in die Arbeiten ihres Mannes ein. Foto: Verena Schäfers-Michels

»Er ist im zweiten Leben Bildhauer«, sagte Barbara Daum über ihren Mann, als sie jetzt in die Ausstellung einführte. Nach seinem Magisterstudium machte Wolfgang Daum seinen Doktor in der Philosophie und arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Paderborn und Dortmund.

Bei einem Besuch in Tschechien lernte der Künstler 2002 den akademischen Bildhauer Josef Anderle kennen und genoss bei ihm eine »strenge Ausbildung«, wie es seine Frau formuliert. Anderle selbst arbeitet mit riesigen Steinen, die nicht transportierbar sind. Daum dagegen richtet seine Aufmerksamkeit auf Findlinge, die zwischen Faustgröße und Kniehöhe variieren. »Die Steine kommen auf mich zu, treten mit mir in den Dialog«, erklärt Daum. Die Felstrümmer wollten ihre Schönheit zeigen.

Rauer Stein erhält neues Aussehen

Unter seinen Händen erhält der raue Stein, der auf den ersten Blick nach nichts aussieht, ein neues Aussehen. Sozusagen auch ein zweites Leben. Perfekt geschliffene Partien wechseln mit unbehandelten. »Ich liebe den Kontrast zwischen polierten Flächen und natürlicher Maserung«, erklärt der Bildhauer und fügt hinzu, Fehler könne er sich beim Schleifen nicht leisten, denn Rillen, die durch Unachtsamkeit mit dem feinen Schleifpapier entstanden sind, könnten nicht mehr entfernt werden.

Zu den Gesteinsarten, die nicht poliert werden können, gehört der Sandstein. Dieser wird von Daum gestaltet wie beim Werk »Parallelschnitte«. Dabei wurde ein Sandstein in mehrere Scheiben geschnitten wurde, die parallel zuein­anderstehen.

Alle Werke wurden auf dem Gelände des Café Weidenröschens auf Holzschwellen arrangiert, die Jürgen Leppert aus einer ehemaligen Räucherkammer bekommen und bearbeitet hat. Beschriftet hat der Künstler die Ausstellungsstücke bewusst nicht, obwohl einige Arbeiten Titel tragen wie »Lauernder Kopf«, »Zerbrechlich« oder »Sandsteinblume«.

Vernissage mit irischer Harfenmusik

»Meiner Erfahrung nach gehen die Besucher ziemlich schnell weiter, sobald sie einen Titel gelesen haben. Sind die Werke nur nummeriert, schauen sie sie sich genau an«, weiß der Künstler.

Musikalisch untermalte Karin Gunia die Vernissage im Gartencafé mit irischer Harfenmusik. Dafür wählte sie beispielsweise das spätbarocke Stück »Miss Hamilton« des irischen Harfenisten Cornelius Lyons und fügte als Mittelstück eine Eigenkomposition hinzu.

Das Café Weidenröschen in Willegassen öffnet immer sonntags von 10:00 bis 18:00 Uhr und samstags auf Voranmeldung. Kontakt: 05644/1594, gertrud-leppert@t-online.de

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