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Wirtschaftsprüfer durchleuchten Verwaltung in Willebadessen

Experten sollen Griff in Stadtkasse aufklären

Willebadessen

Bürgermeister Norbert Hofnagel lässt den unerlaubten Griff eines Verwaltungsmitarbeiters in die Willebadessener Stadtkasse nun von einem externen Wirtschaftsprüfer untersuchen. „Das sind wir unseren Bürgern schuldig, schließlich handelt es sich um Steuergelder“, erklärt das Stadtoberhaupt auf Anfrage dieser Zeitung. Der Vorfall habe einen schlechten Einfluss auf das Ansehen der Verwaltung und ihrer Mitarbeiter gehabt. Das Vertrauen der Bürger müsse wieder hergestellt werden, so Hofnagel.

Ralf Benner

Nach dem Griff in die Willebadessener Stadtkasse: Bürgermeister Norbert Hofnagel will die Vorkommnisse lückenlos und transparent mit Hilfe von unabhängigen Wirtschaftsprüfern aufarbeiten – mit allen daraus folgenden rechtlichen Konsequenzen. Foto: Daniel Lüns

Wie im August vergangenen Jahres bekannt wurde, ist die Stadtkasse um tausende Euro erleichtert worden. Die Stadt hat dem Mitarbeiter fristlos gekündigt. Es handelt sich weiter um ein schwebendes Verfahren. Noch ermittelt die Staatsanwaltschaft Paderborn gegen den Mann. Ihm wird Untreue vorgeworfen. Intern mit dem Vorwurf konfrontiert, soll der Kassenleiter die Unterschlagung und die Umleitung von Geldern auf sein Privatkonto nach Angaben des damaligen Bürgermeisters Hans Hermann Bluhm zugegeben haben.

„Bisher bekannt ist laut Staatsanwaltschaft nur ein Schaden von wenigen tausend Euro. Fachleute sollen nun die genaue Höhe des Schadens für uns ermitteln“, erläutert Hofnagel. Die Stadt werde ihren Teil dazu beitragen, die Vorkommnisse kompromisslos aufzuklären – „auch wenn ich mich dabei vielleicht bei einigen unbeliebt mache“, vermutet der Bürgermeister.

Guten Ruf wieder herstellen

Wirtschaftsprüfer sind aktuell dabei, die Lohnbuchhaltung des Haupt- und Personalamtes sowie die Bereiche Kämmerei und Stadtkasse innerhalb des Amtes für Finanzen penibel unter die Lupe zu nehmen. „Wir wollen genau wissen, wie diese strafbaren Handlungen begangen werden konnten und wie groß der entstandene Schaden wirklich ist“, macht Hofnagel deutlich. Es sei zwingend erforderlich, die Geschehnisse von unabhängigen Experten prüfen und rechtlich bewerten zu lassen. Die Ausmaße dieser Straftat würden von externer Stelle durchleuchtet und mit Zahlen und Fakten belegt: „Unsere Erkenntnisse werden wir zur strafrechtlichen Verfolgung der Staatsanwaltschaft zur Verfügung stellen.“ Ein zivilrechtliches Verfahren gegen den ehemaligen Mitarbeiter der Stadtverwaltung werde folgen, kündigt Hofnagel an.

Mehr Details in der nächsten Ratssitzung

Entscheidend sei, dass der Bürger ein Recht darauf habe, „dass der Vorgang lückenlos und transparent aufgearbeitet wird, dass die nötigen Schlüsse daraus gezogen werden und dass ein Neustart beginnen kann“, erklärte dazu auch CDU-Fraktionschef Markus Hagemann am Donnerstagabend im Willebadessener Rat am Rande der Haushaltsberatungen. „Klar ist aber auch jedem hier im Raum, dass jeder, der Verantwortung für diesen Vorfall trägt, die daraus folgenden rechtlichen Konsequenzen tragen muss,“ sagte Hagemann.

Wie diese Konsequenzen im Ergebnis aussehen, will Bürgermeister Norbert Hofnagel den Rats- und Ausschussmitgliedern in den kommenden Sitzungen darlegen. Mit Verweis auf das schwebende Verfahren wollte Hofnagel dazu zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Angaben machen.

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