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Bezirksausschuss Altenheerse: Einzelne Gläubige wollten Ruhestätten erhalten

Pastorengräber werden eingeebnet

Willebadessen (WB). Die Pastorengräber in Altenheerse werden eingeebnet. Dafür haben die Mitglieder des Bezirksausschusses Altenheerse Dienstagabend einstimmig votiert. Im kommenden Jahr soll der Bauhof die Ruhestätten auflösen. Einzelne Gläubige hatten sie erhalten wollen.

Daniel Lüns

Die Pastorengräber in Altenheerse liegen hinter der Pfarrkirche St. Georg. Dort ruhen unter anderem auch die bekannten Pfarrer ­Erwin Wobbe und Josef Mühlenschmidt, die der katholischen Kirchengemeinde vorgestanden haben. Foto: Daniel Lüns

Altenheerse folgt damit dem Beispiel anderer Willebadessener Stadtteile, in denen solche Grabstätten bereits aufgelöst wurden.

Das erklärt Hans Hermann Bluhm, Bürgermeister der Stadt Willebadessen, auf Nachfrage. „Pastorengräber haben keinen anderen rechtlichen Anspruch als andere Gräber“, sagt er. Nach dem Ende der Ruhezeit sei eine Verlängerung der Gräber möglich – aber gegen die üblichen Gebühren.

Hans Hermann Bluhm

Verwaltung gewährt Aufschub

Den ersten Anstoß zur Auflösung der Gräber hatte es zu Beginn des Jahres gegeben, erklärt Ralf Hake, Vorsitzender des Bezirksausschusses. Bis zum August 2019 hätten die Gräber aufgelöst werden sollen. Die Altenheersener hätten darum gebeten, die Ruhestätten erst 2020 aufzulösen. Dann nämlich ende die Ruhefrist des bekannten Pfarrers Josef Mühlenschmidt, der dort ebenfalls beerdigt wurde.

Einzelne Bürger plädieren für Erhalt der Ruhestätten

Die Verwaltung habe nichts gegen den Aufschub gehabt, wohl aber ein paar Gläubige. Einzelne Bürger wollten die Ruhestätten lieber erhalten. „Mir gegenüber gab es dann Äußerungen wie etwa: ‚Das sind geweihte Leute, die Gräber kann man doch nicht wegmachen‘“, erklärt Ralf Hake. „Das waren vor allem ältere Personen, die die Pastoren auch noch persönlich gekannt haben.“

Kosten durch Pflege der Ruhestätten und Instandhaltung der Grabsteine

Dem gegenüber hätten verschiedene Argumente gestanden: Zum einen die Gleichberechtigung der Toten, zum anderen der Kostenfaktor. „Die Pflege der Gräber hat der Kirchenvorstand bezahlt. Die Angehörigen sind entweder bereits verstorben oder sind zu alt für die Grabpflege“, sagt Hake. Ein Altenheersener kümmere sich gegen eine Bezahlung um die Ruhestätten.

Weitere Kosten hätte die Instandhaltung der Grabsteine verursacht. Die Pastorengräber sind mitunter nämlich sehr alt, was auch auf die Steine zutrifft. Eine Grabplatte ist schon so verwittert, dass der Text auf ihr kaum lesbar ist. Hake: „Diesen Stein zu restaurieren, wäre ein erheblicher Kostenaufwand gewesen.“

Gedenkstein erinnert an die verstorbenen Geistlichen

Zudem gebe es noch einen anderen Ort, an dem die Gläubigen für die Pfarrer eine Kerze entzünden könnten: In der Nähe der Pastorengräber stehe ein Gedenkstein, auf dem die Namen der Geistlichen vermerkt seien. Den habe die Schützenbruderschaft St. Fabian und Sebastian Altenheerse vor ein paar Jahren aufgestellt.

Aus diesen Gründen entschieden sich die Mitglieder des Bezirksausschusses dafür, die Gräber aufzugeben. Mit diesem Votum ist der Fall beschlossen, eine weitere Diskussion in anderen politischen Gremien ist nicht geplant.

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