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Willebadessen feiert Vitusfest – Eggestadt ist festlich geschmückt

Prozession zieht Besucher an

Willebadessen (WB/vsm). Wenn die Mädchen Blütenblätter in Körben tragen und die Jungs mit Schellen läuten, dann wird in Willebadessen das Vitusfest gefeiert. Am Sonntag bewunderten hunderte Menschen den Blütenteppich, der die Lange Straße bedeckte, bevor die Prozession begann.

Alexander Roth (von links), Jan Brinkmann, Marvin Karnitz (verdeckt) und Lukas Schwanitz trugen den Schrein des heiligen Vitus über den Blumenteppich. Viele Zuschauer ließen sich dieses Spektakel nicht entgehen. Fotos: Verena Schäfers-Michels Foto:

Das ganze Wochenende über war das Vitusfest gefeiert worden. Dessen Höhepunkte sind stets am Sonntag das Festhochamt und die anschließende Prozession über die Lange Straße zur Vituskapelle und durch den Pascheberg wieder zurück zur Pfarrkirche ist.

Zum Vitusfest befindet sich die Eggestadt im Ausnahmezustand. Die Straßen sind festlich mit den Flaggen und Fahnen in den Stadtfarben geschmückt, Birkenstämme säumen die Straßenränder und die vielen Besucher zeigen sich im Sonntagsstaat.

Die Schwestern Hanna und Vera trugen anlässlich des Festes ihre Dirndl und freuten sich bereits darauf, die Blüten auf den Weg werfen zu dürfen. »Die Jungen klingeln dagegen mit ihren Schellen«, erklärte die Mutter der Mädchen. Die Jungen werden Schellemännchen oder Schellemänneken genannt. Sie tragen blau-weiße Schärpen.

Zwei Schützenkönige marschieren mit

Auch die Kommunionkinder sind mit Schärpen in verschiedenen Farben versehen. »Glaube, Liebe, Hoffnung«, weiß Elisabeth Berheide, »dafür stehen die Farben Blau, Rot und Grün. Außerdem tragen sie Symbole wie das Lamm Gottes, den Anker oder eine Krone aus Buchsbaum.«

Mit im Festzug marschierten die Könige der Schützenbruderschaften St. Sebastian, Thomas Schlitt, der erst am Abend zuvor auf dem Schützenberg ermittelt worden war, und Dominik Hesselmann, König der St.-Johannes-Bruderschaft, mit ihren Kameraden.

Die Jungschützen Alexander Roth, Jan Brinkmann, Marvin Karnitz und Lukas Schwanitz führten den Vitusschrein über das Blumenmeer, das viele fleißige Hände bereits um 6 Uhr in der Früh zu farbenfrohen Ornamenten und christlichen Symbolen in liebevoller Kleinarbeit auf dem Straßenboden arrangiert hatten.

»Das muss man einmal gesehen haben.«

»Das muss man einmal gesehen haben«, sagte Ulrike Witte, die mit ihren Freundinnen aus Menne gekommen war und zum ersten Mal an der Prozession teilnahm. Das Vitusfest ist bekannt dafür, viele Auswärtige anzulocken und auch ehemalige Willebadessener, die es in die weite Welt hinausführte, nach Hause zu bringen.

Sorge um drohenden Regen und Wind, der an den Blüten und Blättern zupfte, machten sich die Einheimischen nicht und meinten vertrauensvoll: »Der kleine Vitus macht das schon!« Und wirklich, als die Jungen mit ihren Schellen aus der Pfarrkirche kamen, schien die Sonne durch die Wolken.

Den Abschluss bildete der Himmel, unter dem die Geistlichen um Pastor Hubert Lange die Monstranz führten. Musikalisch begleiteten der Musikverein Willebadessen und die kräftigen Stimmen des Männergesangvereins St. Josef den Tross auf dem Weg.

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