1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Willebadessen
  6. >
  7. Stadthalle Willebadessen bleibt zu

  8. >

Fachleute entdecken diverse Mängel – Weiteres Vorgehen unklar

Stadthalle Willebadessen bleibt zu

Willebadessen

Um die Stadthalle in Willebadessen steht es offenbar nicht gut. Dem Vernehmen nach haben Fachleute an und in dem Gebäude diverse Probleme und Verstöße erkannt. Daraufhin war sogar die konstituierende Ratssitzung am 5. November kurzfristig in die Schützenhalle Willebadessen-Peckelsheim verlegt worden.

Daniel Lüns

Die Stadthalle in Willebadessen wird vorerst nicht weiter vermietet. Das teilt der Eigentümer, die Willebadessener Karnevals-Freunde, mit. Foto: Bettina Peters

Die Verlegung hatte Ratsmitglieder gewundert. Auf die Frage nach deren Grund hatte die Stadtverwaltung in der Sitzung geantwortet, dass es in der Stadthalle technische Probleme gebe. Nach Informationen des WESTFALEN-BLATTES waren Fachleuten diverse Punkte aufgefallen.

Unter anderem soll es für manche Anbauten an die Halle keine Genehmigung geben. Seit einiger Zeit ist im nordwestlichen Teil der Halle auch eine Pizzeria ansässig. Ob diese gewerbliche Nutzung der Stadthalle bzw. einer ihrer Anbauten genehmigt ist – die Halle wurde für die öffentliche Nutzung gewidmet – ist unklar. Auch sollen Fluchtwege nicht frei zugänglich sein.

Im Sinne des Integrierten kommunalen Entwicklungskonzeptes (Ikek) sollte die Halle barrierefrei gemacht werden. Um dafür Fördermittel zu beantragen war es offenbar nötig, zunächst vor Ort den gegenwärtigen Zustand zu dokumentieren. Als daraufhin Architekten und Brandschutzexperten die Halle untersuchten, fielen die Mängel auf.

Die 47. und zudem letzte Sitzung des alten Rates wurde am Donnerstagabend in der Stadthalle in Willebadessen ausgerichtet. Das war die bisher letzte Veranstaltung, die in der Halle ausgerichtet wurde. Foto: Daniel Lüns

Über die Stadthalle Willebadessen haben Vertreter der Stadtverwaltung am Mittwochabend mit Vertretern der Willebadessener Karnevals-Freunde (WKF) gesprochen. Vor etwa zwölf Jahren wurde die Halle von der Stadt an die WKF übertragen. Seitdem ist der Verein der Besitzer des Gebäudes, die Stadt ist damit außen vor.

Die Stadtverwaltung hatte aber freiwillig die Fachleute bezahlt, welche die Halle untersucht hatten. Wie es der Stadthalle nun geht? „In der Quintessenz wissen wir das noch nicht“, sagt Uwe Cebul, Sprecher der WKF, nach dem Treffen mit der Stadt. Er erklärt, dass es bei der Halle potenzielle Probleme mit dem Brandschutz gebe. Bei diesem Thema habe sich in den vergangenen zwölf Jahren viel getan.

„Dinge, die bei der Übergabe der Halle noch nicht existierten oder eine Empfehlung waren, sind nun verpflichtend“, sagt Cebul. Konkrete Mängel oder weitere Probleme wurden den Vereinsvertretern nicht genannt, berichtet Cebul. Die Stadt habe den Karnevalisten erklärt, dass der Antrag für das Ikek auf den Weg gebracht worden sei, aber eine Förderung nicht erfüllt werden könne, da zurzeit die Voraussetzungen fehlten.

Blick hinter die Halle: Dem Vernehmen nach sollen einzelne Anbauten nicht genehmigt worden sein. Foto: Bettina Peters

Auch habe die Stadt erklärt, den Verein bei der Bewältigung der Probleme zu begleiten, soweit ihr das möglich sei. „Wir sind da am Mittwoch nicht mit einem schlechten Gefühl rausgegangen. Wir sind auch dankbar, dass wir diesen Hinweis bekommen haben“, sagt Cebul. Das Gespräch sei sehr harmonisch gewesen.

Auf Nachfrage teilt der Kreis Höxter mit, dass der Kreis „als Bauaufsichtsbehörde eine turnusmäßige Prüfung der Stadthalle Willebadessen durchführen“ werde. Am Donnerstag waren Vertreter des Kreises vor Ort. Das Ergebnis dieses Termins steht noch aus.

Die Stadthalle werde vorerst nicht mehr vermietet, erklärt Cebul, „bis wir vom Kreis den Hinweis bekommen, wie es um die Halle steht“. Cebul: „Sicherlich muss das ein oder andere erledigt werden. Aber wir müssen abwarten, bis der Kreis Höxter uns eine Mängelliste gibt.“

Startseite
ANZEIGE