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Borgentreicher will wohl ins Willebadessener Rathaus einziehen – SPD sucht Bewerber

Uwe Herbold als Bürgermeisterkandidat im Gespräch

Willebadessen/Borgentreich (WB). Nach Informationen des WESTFALEN-BLATTES will Uwe Herbold (49), bis 2016 Haupt- und Personalamtsleiter der Stadt Borgen­treich sowie Allgemeiner Vertreter von Bürgermeister Rainer Rauch , nun offenbar als Bürgermeisterkandidat in Willebadessen ins Rennen gehen. Das verlautete parteiübergreifend aus politischen Kreisen.

Ralf Benner

Der Vorstand der Willebadessener SPD trifft noch in dieser Woche die Entscheidung, wer als Kandidat für das Bürgermeisteramt in der Eggestadt ins Rennen gehen soll. Über den Kandidatenvorschlag muss dann die Stadtverbandsversammlung entscheiden. Foto: Daniel Lüns

Ob der Borgentreicher sich als unabhängiger Kandidat bewerben möchte oder für die SPD, ist offen. Paul Arens, Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes in Willebadessen, bestätigte am Dienstag auf Anfrage dieser Zeitung nur, dass es im vergangenen Jahr eine Anfrage von Uwe Herbold an den Vorstand der SPD gegeben habe, als Bürgermeisterkandidat antreten zu wollen.

SPD-Vorstand: Drei Bewerber in der engeren Auswahl

Wenn überhaupt, dann käme Herbold seitens der Sozialdemokraten nur als unabhängiger Bewerber in Frage, erklärt Arens: „Die SPD wird ganz bestimmt keinen CDU-Kandidaten aufstellen.“ Nach seinen Worten sei Herbold der SPD bislang nicht beigetreten und früher als CDU-Mitglied in Erscheinung getreten.

Näher wollte sich der SPD-Stadtverbandsvorsitzende gegenüber dieser Zeitung zur Personalie Uwe Herbold nicht äußern. Der SPD-Vorstand werde noch in dieser Woche über einen Kandidatenvorschlag für das Amt des Stadtoberhauptes entscheiden. Auch mit einer landesweit geschalteten Anzeige hatte die Willebadessener SPD nach einem geeigneten Kandidaten gesucht. „Es hat schließlich fünf Bewerbungen – darunter eine aus dem Stadtgebiet und eine aus Lüdenscheid – gegeben, von denen drei in die engere Auswahl gekommen sind“, berichtet Arens. Der Vorstand werde nun beraten. Ob Uwe Herbold zu den fünf Bewerbern gehörte oder gar in die engere Auswahl gekommen ist, wollte Arens dieser Zeitung jedoch nicht verraten.

Uwe Herbold äußert sich nicht

Uwe Herbold selbst hat sich nicht zu einer möglichen Bürgermeisterkandidatur in Willebadessen geäußert. Eine entsprechende Anfrage dieser Zeitung blieb bis zum Redaktionsschluss am Dienstagabend unbeantwortet.

Zur Person

Uwe Herbold war Rainer Rauch bei der Wahl eines CDU-Kandidaten für die Bürgermeisterwahl im Dezember 2013 unterlegen. In der Mitgliederversammlung machte Rauch mit 56,7 Prozent der Stimmen das Rennen. Uwe Herbold unterlag mit 43,3 Prozent. Rainer Rauch wurde schließlich mit eindeutiger Mehrheit Bürgermeister.

Uwe Herbold blieb in seinen Funktionen als Leiter des Haupt- und Personalamtes tätig, und er blieb auch – wie schon während der Amtszeit von Bürgermeister Bernhard Temme – Allgemeiner Vertreter des Stadtoberhaupts.

Im Mai 2014 versuchte Herbold den Absprung aus dem Borgen­treicher Rathaus. Bei der Kommunalwahl in Borchen (Kreis Paderborn) scheiterte er als CDU-Bewerber um das Bürgermeisteramt.

2016 beendete Uwe Herbold sein Dienstverhältnis zur Stadt Borgentreich, um sich beruflich neu zu orientieren. Nach Informationen dieser Zeitung war Herbold mit seiner Kündigung den Ermittlungen im Rahmen eines gegen ihn eingeleiteten Disziplinarverfahrens zuvorgekommen, das damit eingestellt wurde.

Dem Leiter des Hauptamtes wurde vorgeworfen, einer privatwirtschaftlichen Nebentätigkeit nachgegangen zu sein, ohne sich diese von seinem Dienstherrn genehmigen zu lassen. Konkret soll sich Herbold während seiner Arbeitszeit um Geschäfte im Bereich erneuerbare Energien gekümmert haben. Er war damals als Geschäftsführer eines Windkraftanlagen-Unternehmens auch im Handelsregister eingetragen.

Seit dies Anfang 2016 bekannt wurde, ging er seinen Amtsgeschäften im Rathaus nicht mehr nach. Er hatte sich auf eigenen Wunsch beurlauben lassen.

Nach Angaben von Willebadessens Bürgermeister Hans Hermann Bluhm, der auch Wahlleiter bei der Kommunalwahl am 13. September ist, hat sich aktuell noch kein Bürgermeisterkandidat, weder von einer Partei noch als parteiloser Bewerber, im Wahlamt angemeldet.

Noch bis zum 16. Juli – 59 Tage vor der Wahl – haben Bewerber die Möglichkeit, sich als Bürgermeisterkandidaten für die Wahl eintragen zu lassen. Unabhängige Bewerber müssten dazu 78 Unterstützer-Unterschriften vorlegen – drei Mal so viel Unterschriften, wie der Willebadessener Stadtrat über Sitze verfügt, erläutert Wahlleiter Hans-Hermann Bluhm das Verfahren.

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