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Tierkrematorium Phönix in Willebadessen-Peckelsheim feiert zehnjähriges Bestehen – Tag der offenen Tür am Samstag

Würdevoller Abschied vom geliebten Haustier

Willebadessen (WB). Hund, Katze, Kaninchen: Für viele Menschen sind die Vierbeiner mehr als nur Haustiere. Sie gehören zur Familie. Oft reicht die Liebe bis über den Tod hinaus. So lassen immer mehr Tierhalter ihre Lieblinge nach deren Ableben einäschern und halten die Urne in Ehren. Michael Flore, der das Tierkrematorium Phönix in Willebadessen-Peckelsheim betreibt, veranstaltet am Samstag, 30. Juni, einen Tag der offenen Tür.

Michaela Weiße

Michael Floren zeigt auf der Streuwiese ein grabähnliches Denkmal, das Tierhalter liebevoll für ihr verstorbenes Tier errichtet haben. In den Händen hält er eine Urne. Foto: Michaela Weiße

Zehn Jahre ist es nun her, als der Peckelsheimer das Tierkrematorium eröffnete – seinerzeit das vierte in ganz Deutschland. »Heute gibt es bundesweit 24 Tierkrematorien«, erzählt der 62-Jährige. Die Beziehung der Menschen zu ihren Tieren wird immer enger, erklärt Flore die Zunahme der Einäscherungen. Haustiere seien oftmals auch Kinder- oder Partnerersatz – der Tod des Vierbeiners sei daher mit tiefer Trauer verbunden.

32.000 Einzeleinäscherungen in zehn Jahren

»Die Einäscherung für Tiere ist eine tröstliche Alternative zur Tierkörperbeseitigungsanstalt«, sagt Michael Flore, der zuvor als leitender Mitarbeiter in einem Krematorium in Rhoden arbeitete. Dort habe er immer wieder Anfragen bekommen, ob dort auch die Einäscherung von Tieren möglich sei. Das ist jedoch nicht erlaubt. So ist bei Flore die Idee, ein Tierkrematorium in Peckelsheim zu betreiben, entstanden.

Seit der Eröffnung vor zehn Jahren gab es dort knapp 32.000 Einzeleinäscherungen, berichtet Michael Flore. Bei der Einzeleinäscherung wird das Tier separat kremiert. Bei der Sammeleinäscherung werden mehrere Tiere gleichzeitig verbrannt. Der Tierbesitzer hat auch die Möglichkeit, bei der Einäscherung dabei zu sein. »Doch meistens rate ich davon ab«, sagt Flore.

»Die meisten nehmen die Urne mit nach Hause.«

Schöner sei es, im Trauerraum zu warten und das Tier, so wie man es kannte, in Erinnerung zu behalten. Auch ein Spaziergang durch das parkähnliche Gelände helfe vielen Menschen, während der Einäscherung innere Ruhe zu finden. Eine von Birken gesäumte Teichanlage sowie schön angelegte Spazierwege und Rosenbeete bieten einen Ort der Stille.

Nachdem das Tier kremiert wurde, wird die Asche entnommen und abgekühlt. Danach wird diese in die von dem Tierhalter ausgesuchte Urne gefüllt. »Die meisten Menschen nehmen die Urne mit nach Hause«, erzählt Flore. Zwölf Urnenbestattungen haben auf dem Tierfriedhof auf dem Gelände des Tierkrematoriums stattgefunden. Hund und Katze seien die Tiere, die am häufigsten eingeäschert werden, berichtet Flore.

Das größte Tier war ein Tiger eines Zirkus

Aber auch Wellensittiche, Enten, Papageien, Schlangen, Ratten und andere Tiere wurden in Peckelsheim bereits kremiert. Das kleinste Tier war eine nur wenige Gramm schwere Rennmaus, erzählt Flore. Das größte Tier ein 180 Kilogramm schwerer Tiger eines Zirkus.

Im Tierkrematorium Phönix gibt es verschiedene Möglichkeiten, um sich von seinem Tier zu verabschieden. So finden täglich auch etwa drei bis vier Trauerfeiern statt, erzählt Michael Flore. Diese werden ganz individuell gestaltet. So kann das Tier beispielsweise im Trauerraum, der mit Kerzen und Blumen geschmückt ist, aufgebarrt werden.

40.000 Tiere wurden auf der Streuwiese bestattet

Manche Menschen wünschen sich dazu besondere Musik. Andere veranstalten hinterher ein Kaffeetrinken, erzählt Flore. Die insgesamt sechs Mitarbeiter des Krematoriums versuchen, jeden Wunsch zu erfüllen, so der 62-Jährige.

Mehr als 40.000 Tiere wurden seit 2008 bereits auf der Streuwiese bestattet. Die Tierhalter, die aus ganz Deutschland nach Peckelsheim reisen, verstreuen hier die Asche ihres Tieres. Ein ebenfalls schön angelegter Platz auf dem großen Gelände des Tierkrematoriums.

Menschen errichten grabähnliche Denkmäler

Oft kommen die Menschen auch zu einem späteren Zeitpunkt wieder und besuchen den Ort, zünden Kerzen an oder errichten ein grabähnliches Denkmal. Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, sein Tier für ewig in Erinnerung zu halten. Wie etwa die Verarbeitung eines Teils der Asche zu einem Diamanten.

Ausführliche Informationen zu den verschiedenen Möglichkeiten der Tierbestattung erhalten Interessierte bei Michael Floren. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens veranstaltet er am kommenden Samstag, 30. Juni, ab 11 Uhr einen Tag der offenen Tür im Tierkrematorium Phönix, Helmernsche Straße 20. Dann werden auch Führungen angeboten. Zudem gibt es Kaffee und Kuchen.

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