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Monument in den USA vor 120 Jahren eröffnet

Der kleine Hermann

Detmold (WB/bex). Der »kleine Bruder« des heimischen Hermann ist am Montag in den USA 120 Jahre alt geworden. Die Kopie des lippischen Wahrzeichens – das Original auf der Grotenburg ist mittlerweile 142 Jahre alt – hat seine Heimat in New Ulm im US-Bundesstaat Minnesota.

Das Hermannsdenkmal in New Ulm (USA). Foto:

Das »Hermann Hights Monument«, so der offizielle Titel, wurde auf Initiative des deutschen Architekten und Auswanderers Julius Berndt (1832-1916) von 1888 bis 1897 erbaut. Die Fertigstellung verzögerte sich – wie auch bei seinem deutschen Vorbild – aufgrund chronischen Geldmangels. Nach der Grundsteinlegung 1888 zog sich der Bau fast zehn Jahre hin, bis am 25. September 1897 mehr als zehntausend deutsche Auswanderer das Monument einweihen konnten.

Das 31 Meter hohe Bauwerk – 2005 wurde es saniert – verfügt über eine Aussichtskuppel, gekrönt von der kupfernen, zehn Meter hohen Hermann-Figur. Das Detmolder Hermannsdenkmal überragt seinen amerikanischen Bruder allerdings deutlich – bei einer Gesamthöhe von 53,56 Metern und einer Figurhöhe von 26,57 Metern. Vielleicht resultiert daraus auch der höhere Eintrittspreis. 3 Euro kostet das Erklimmen des Monumentes in Lippe, umgerechnet 1,90 Euro das seines Pendants in den USA.

Gute Kontakte in die USA

»Wir pflegen viele persönliche Kontakte zu den Trägern und Unterstützern des Denkmals in New Ulm«, berichtet Petra Kirschke von der Denkmal-Stiftung des Landesverbandes Lippe, dem Eigentümer des lippischen Hermann. Zu dessen 125-jährigen Bestehen im Jahre 2000 habe der Landesverband viele Besucher aus den USA in Detmold begrüßen können. »Eine Delegation des Landesverbandes besuchte wenig später den kleinen Hermann in New Ulm. Bis heute erhält unser Hermann jedes Jahr an seinem Geburtstag am 16. August eine Glückwunschkarte aus New Ulm.«

Der in der Nähe von Breslau geborene Julius Berndt war im Alter von 20 Jahren in die USA ausgewandert. Er verstand den Bau als Zeichen der deutsch-amerikanischen Freundschaft und als Ausdruck der Liebe zur alten Heimat. Berndt gehörte der 1840 in New York von amerikanischen Bürgern deutscher Abstammung gegründeten Loge »Hermanns Söhne« an, die den Bau maßgeblich förderte.

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