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Evangelische Kirche und Flüchtlingsinitiativen in Lippe erleichtert

Geplante Abschiebung nach Kabul ausgesetzt: Mahnwache abgesagt

Detmold (epd). Evangelische Kirche und Flüchtlingsinitiativen in Lippe haben sich erleichtert gezeigt, dass eine für Mittwoch geplante Abschiebung nach Afghanistan vorerst abgesagt wurde . Angesichts der neuen Entwicklungen werde eine Mahnwache gegen die Asylpolitik des Bundes am Dienstagabend in der Detmolder Versöhnungskirche nicht stattfinden , teilte Dieter Bökemeier, Pfarrer für Flucht und Migration der Lippischen Landeskirche, am Samstagabend mit.

Symbolbild. Foto: dpa

Er bekräftigte die Forderung nach einem grundsätzlichen Abschiebestopp nach Kabul.

»Unser Entsetzen und unsere Kritik bleiben aber bestehen, dass die Bundesregierung grundsätzlich weiter an Abschiebungen nach Afghanistan festhalten will«, sagte Bökemeier. Die Aktion »Wachbleiben« werde jede neue Sammelabschiebung aus Deutschland mit Mahnwachen jeweils am Abend davor kritisch begleiten.

Zu den Mahnwachen rufen Lippische Landeskirche mit der Kirchengemeinde Detmold-West, das Ökumenische Forum Flüchtlinge in Lippe, der Afghanische Kulturverein Lippe, die Flüchtlingshilfe Lippe und die Initiative Fluchtpunkt gemeinsam auf.

Die Bundesregierung hat laut Nachrichtenmagazin »Spiegel« den für Mittwoch geplanten Abschiebeflug nach Afghanistan abgesagt. Mit dem Flug von Leipzig nach Kabul sollten abgelehnte afghanische Asylbewerber in ihre Heimat zurückgeführt werden.

Aus Regierungskreisen hieß es nach Informationen des »Spiegels« vom Samstag, der Flug finde nicht statt, weil die deutsche Botschaft in Kabul die Aufnahme der Rückkehrer nach dem schweren Anschlag vor einigen Wochen nicht ausreichend unterstützen könne. Grundsätzlich aber halte die Regierung politisch an den Abschiebungen fest.

Nach dem Anschlag vom 31. Mai vor der deutschen Botschaft in Kabul, bei dem mehr als 90 Menschen getötet wurden, hatte die Bundesregierung Anfang Juni Abschiebungen nach Afghanistan vorübergehend weitgehend ausgesetzt. Laut dem Bundesinnenministerium sollen Straftäter, sogenannte Gefährder und all jene, die ihre Identität nicht preisgeben wollen, jedoch weiterhin nach Afghanistan zurückgeschickt werden.

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