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Geringste Quote im Kreis Höxter – Minister bezeichnet Einwanderer als »wichtige Fachkräfte

Jeder vierte Einwohner in OWL hat Migrationshintergrund

Detmold (WB/mba/dpa). In OWL hat etwa jeder vierte Einwohner einen Migrationshintergrund. Das geht aus Daten des Landesamtes für Statistik hervor, die anlässlich des heutigen internationalen Tages der Migranten veröffentlicht wurden.

In OWL haben 24,6 Prozent der Einwohner einen Migrationshintergrund. Foto: dpa

Landesweit sind von den 17,6 Millionen Einwohnern nach Zahlen aus dem vergangenen Jahr 24,5 Prozent Einwanderer oder Kinder von Einwanderern. In OWL, wo knapp zwei Millionen Menschen leben, liegt der Anteil dieser Menschen bei 24,6 Prozent. Das entspricht einer leichten Steigerung im Vergleich zum Jahr 2005 um 0,6 Prozentpunkte.

Den geringsten Anteil verzeichnete 2013 der Kreis Höxter mit 14,4 Prozent. Im Vergleich zum Jahr 2005 ist der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund dort 2013 um 2,2 Prozentpunkte gesunken. Ebenfalls zurück ging der Anteil in den Kreisen Paderborn (minus 4,5 Punkte) und Lippe (minus 1,8 Punkte). Die meisten Menschen mit ausländischen Wurzeln leben in OWL in Bielefeld. Im Vergleich zu 2005 ist ihr Anteil dort um 5,5 Punkte auf 34,7 Prozent gestiegen. Leicht erhöht hat sich die Quote in den Kreisen Gütersloh (plus einen Punkt), Herford (plus 2,1 Punkte) und Minden-Lübbecke (plus 1,8 Punkte).

Landesweit ist der Anteil mit knapp 39 Prozent in Remscheid am höchsten, im Kreis Coesfeld mit zehn Prozent am niedrigsten. Jeder sechste Nordrhein-Westfale mit Wurzeln im Ausland hat die deutsche Staatsangehörigkeit. Das häufigste Herkunftsland ist die Türkei, gefolgt von Polen und Russland.

Bei der Statistik gilt es allerdings, die Definition des Begriffs »Menschen mit Migrationshintergrund« zu beachten. Davon ist oft die Rede, wenn nicht nur Einwanderer, sondern auch ihre Kinder gemeint sind. Die Definition liefert Paragraf 4 Absatz 1 des NRW-Teilhabe- und Integrationsgesetzes aus dem Jahr 2012: »Menschen mit Migrationshintergrund im Sinne dieses Gesetzes sind 1. Personen, die nicht Deutsche im Sinne des Artikel 116 Absatz 1 des Grundgesetzes sind; oder 2. außerhalb des heutigen Gebietes der Bundesrepublik Deutschland geborene und seit dem 1. Januar 1950 nach Deutschland zugewanderte Personen; oder 3. Personen, bei denen mindestens ein Elternteil die Kriterien der Nummer 2 erfüllt.« Nach dieser Definition haben Kinder, die in Deutschland geboren wurden und von denen mindestens ein Elternteil nach Deutschland eingewandert ist, einen Migrationshintergrund. Kinder, deren Vater und Mutter in Deutschland geboren wurden, zählen – unabhängig von der Staatsangehörigkeit ihrer Eltern – nicht mehr als Menschen mit Migrationshintergrund.

Nach Angaben der Landesregierung hat jeder Dritte, der aus dem Ausland nach NRW einwanderte, Abitur oder Fachhochschulreife. »Das sind Fachkräfte, die unsere Wirtschaft braucht«, sagte gestern Integrationsminister Guntram Schneider (SPD). Die Erwerbslosenquote unter Einwanderern habe sich seit 2005 auf knapp zehn Prozent halbiert. »NRW war und ist eine der wichtigsten europäischen Einwanderungsregionen«, sagte Schneider. Mit ihrem Altersdurchschnitt von 35 Jahren liegen die Migranten gut elf Jahre unter dem der Bürger ohne Einwanderungsgeschichte.

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