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Aktion von Kirchen und Flüchtlingsorganisationen

Mahnwache gegen Abschiebungen nach Afghanistan

Detmold (epd). Aus Protest gegen Abschiebungen nach Afghanistan rufen Vertreter von Kirchen und Flüchtlingsorganisationen in Lippe zu einer Mahnwache in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in Detmold auf.

Symbolbild. Foto: dpa

Trotz gegenteiliger Hoffnungen nach dem verheerenden Anschlag in Kabul Ende Mai hätten sich die Informationen verdichtet, dass am 28. Juni wieder ein Sammelabschiebeflug aus Deutschland starten soll, erklärte Pfarrer Dieter Bökemeier, Flüchtlingsbeauftragter der Lippischen Landeskirche, am Wochenende in Detmold.

Mit der Mahnwache in der Detmolder Versöhnungskirche, die unter dem Titel »aufwachen« steht, solle die grundsätzliche Kritik an Abschiebungen in das Bürgerkriegsland Afghanistan zum Ausdruck kommen.

»Wir wollen unsere Solidarität mit den Menschen ausdrücken, die wahrscheinlich in dieser Nacht aus anderen Teilen Deutschlands für diesen Abschiebeflug zusammengebracht werden«, sagte Pfarrerin Martina Wehrmann von der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Detmold-West. Im Mai hatte es eine erste Mahnwache in der Detmolder Kirche gegeben.

Hinter der Aktion »aufwachen« stehe die Lippische Landeskirche mit der Kirchengemeinde Detmold-West, das Ökumenische Forum Flüchtlinge in Lippe, der Afghanische Kulturverein Lippe, die Flüchtlingshilfe Lippe und die Initiative Fluchtpunkt.

Abschiebungen nach Afghanistan vorübergehend weitgehend ausgesetzt

Nach dem Anschlag vom 31. Mai vor der deutschen Botschaft in Kabul, bei dem mehr als 90 Menschen getötet wurden, hatte die Bundesregierung Anfang Juni Abschiebungen nach Afghanistan vorübergehend weitgehend ausgesetzt. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte jedoch am Freitag eine für Mittwoch geplante Sammelabschiebung gerechtfertigt.

Bis zur Neubewertung der Sicherheitslage in Afghanistan gelte es »nach sorgfältiger Einzelfallprüfung, Straftäter, Gefährder und Personen, die hartnäckig ihre Mitwirkung an der Identitätsfeststellung verweigern, aus Sicherheitsgründen weiterhin abzuschieben«, sagte Herrmann der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«.

Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums wollte eine neuerliche Abschiebung gegenüber der Zeitung nicht bestätigen. Schon aus Sicherheitsgründen äußere man sich nie vorher zu Abschiebungen, hieß es.

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