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51-jähriger Blomberger steht wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Detmold

Messer-Attacke auf Ex-Frau

Detmold (WB). Die Tat hatte im vergangenen November erhebliches Aufsehen in Lippe erregt: Mit einem Axtstiel und einem Messer soll ein Mann aus Blomberg seine Ex-Frau angegriffen und schwer verletzt haben. Dafür steht er jetzt vor dem Landgericht in Detmold – wegen versuchten Mordes.

Ulrich Pfaff

Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Am 25. November hatte der 51-Jährige seine von ihm geschiedenen Frau in Lage abgepasst: Aus dem Auto heraus soll er sie angesprochen haben, mit zu ihm nach Blomberg zu kommen, heißt es in der Anklage. Als die 43-Jährige dies abgelehnt habe, sei der Angeklagte aus dem Auto ausgestiegen und habe ihr von hinten mit einem Axtstiel auf den Kopf geschlagen – »mit voller Wucht«, wie Staatsanwältin Johanna Dämmig betonte. Die Frau erlitt eine Platzwunde.

Gerade mal zwei Tage später, am 27. November gegen 17 Uhr, lauerte der 51-Jährige seiner Ex-Frau erneut auf, diesmal allerdings ausgerüstet mit einem Cutter-Messer: Die Staatsanwältin ist überzeugt, dass der Mann sich an der 43-Jährigen rächen und sie mindestens dauerhaft entstellen wollte.

Er habe sie unvermittelt angegriffen, das Messer mit gezielten Stichen und Schnitten gegen das Gesicht der Frau geführt. Der Angeklagte habe dabei auch in Kauf genommen, die Halsschlagader zu treffen, was zu einem Tod durch Verbluten hätte führen können. »Das war ihm recht«, sagte die Staatsanwältin bei der Verlesung der Anklage.

Die 43-Jährige habe unter anderem eine Durchtrennung der linken Wange erlitten. Die Verletzungen waren so gravierend, dass die Frau notoperiert werden musste und aufgrund des starken Blutverlustes für mehrere Stunden in Lebensgefahr schwebte.

Das Leben der Frau retteten vermutlich Nachbarn: Sie schleppte sie eine Straßenecke weiter zu Bekannten, die umgehend die Verletzungen versorgten und den Rettungsdienst alarmierten. Der 51-Jährige wurde noch am selben Tag an seiner Anschrift in Blomberg festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft. Er wird von den Schlänger Rechtsanwälten Jann Henrik Popkes und Ann-Christin Thiele verteidigt.

Zum Prozessauftakt vor dem Schwurgericht wurde lediglich die Anklageschrift verlesen. Am 13. Juni soll weiterverhandelt werden. Ob der 51-Jährige dann ein Geständnis ablegen wird, ist noch offen. In der Beweisaufnahme wird vermutlich auch zur Sprache kommen, dass der Angeklagte unmittelbar nach der Axtstiel-Attacke von der Polizei zwar aufgesucht, aber nicht festgenommen wurde – seinerzeit sah die Staatsanwaltschaft wohl keine Möglichkeit, einen Haftbefehl zu beantragen weil der Angriff als nicht schwerwiegend genug eingestuft wurde.

Allerdings hieß es im Zuge der Verhaftung, der 51-Jährige sei durchaus polizeibekannt – es habe bereits zuvor mehrfach Polizeieinsätze bei dem Ehepaar wegen Streitigkeiten gegeben.

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