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Bei massenhaften Schnelltests werden mehr der bis zu fünf Mal so hohen Dunkelziffer-Fälle erkannt

Warum der Inzidenzwert umstritten ist

Bielefeld

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie orientiert sich die deutsche Krisenpolitik an einem Wert: der Wocheninzidenz – also der Zahl der Infektionsfälle pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Doch die Kritik daran wächst. Und das hat einen Grund: Die Inzidenz hängt sehr stark ab von der Zahl der Testungen.

Oliver Horst

In einem Schnelltestzentrum nimmt ein Mitarbeiter einen Abstrich bei einer Frau. Bürger können sich aktuell einmal pro Woche kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Foto: imago images

Wird bei stabilem Infektionsgeschehen mehr getestet, steigt die Inzidenz, weil mehr Fälle entdeckt und diese einfach summiert werden. Wird weniger getestet, sinkt sie. Das wirft gerade in der aktuellen Phase Fragen auf, weil jetzt massenhaft Schnelltests in der Bevölkerung durchgeführt werden – sei es bei offiziellen Teststellen, in Schulen, am Arbeitsplatz oder mit Selbsttests aus dem Supermarkt. Deshalb werden mehr Fälle aus dem Dunkelfeld sonst unentdeckter Infektionen bekannt. In Studien wie jener zum Ausbruch in Heinsberg 2020 wird diese Dunkelziffer auf den Faktor drei bis fünf der üblicherweise bekannten Coronafälle taxiert.

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