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Elias Sansar gewinnt Duell gegen Florian Neuschwander. Mit Video:

»Wo bleibt er denn?«

Bielefeld (WB). Zwei, drei Minuten nach seinem zwölften Sieg beim Hermannslauf ging der Blick von Elias Sansar wieder Richtung Ziellinie auf der Promenade an der Sparrenburg. Sorgenvoll fragte er: »Wo bleibt er denn?«

Oliver Kreth

»Jaaaaaaaaaa!«: Elias Sansar gewinnt seinen 12. Hermannslauf in persönlicher Bestzeit (1:44:54 Stunden). Foto: Oliver Schwabe

Er, das war Florian Neuschwander, der Ultraläufer aus Offenbach am Main. Man hatte mit einem knappen Einlauf gerechnet bei der 48. Auflage des Laufklassikers am Teutoburger Wald .

Nach 1:51:53 Stunde hatte Neuschwander seine Premiere dann doch bewältigt . Da war Sansar, der Titelverteidiger von der LG Lage-Detmold-Bad Salzuflen , schon lange im Ziel. Mit 1:44:54 Stunden lief er sogar einen persönlichen Rekord, nachdem er schon im vergangenen Jahr eine neue Bestzeit aufgestellt hatte.

Als Fünfter im Ziel musste sich der erschöpfte Neuschwander erst mal an einen VW-Bulli lehnen. Der Mann, bei dem die Freude am Laufen eigentlich erst ab 50 Kilometer so richtig beginnt, war einfach platt. Sansar eilte herbei, erkundigte sich nach dem Befinden und gratulierte. Neuschwander zu Sansar: »Du bist der Meister.«

Florian Neuschwander war nach den 31,1 Kilometern sichtlich am Ende seiner Kräfte. Er kam als Fünfter ins Ziel. Foto: Oliver Schwabe

Neuschwander erwischte nicht seinen besten Tag . »Manchmal läuft es einfach nicht«, sagte das Enfant terrible der Langlaufszene, das immer mit Stirnband, Sonnenbrille und Schnäuzer unterwegs ist. »Ich habe heute früh gemerkt, dass das nichts wird. Aber Aussteigen ist für mich keine Option gewesen.« Nach zehn Kilometern wähnte er sich nur 40 Sekunden hinter Sansar. »Ich hatte gehofft, vielleicht auf den letzten fünf Kilometern eventuell noch Druck machen zu können. Denn das war der einzige Teil der Strecke, den ich kannte. Aber nicht nur Elias war heute besser.« Einen weiteren Start beim »Hermann« kann er sich durchaus vorstellen: »Das Profil der Strecke liegt mir eigentlich. Ich muss aber schauen, ob es dann auch in meine Saisonplanung passt.«

Wenn er die 31,1 Kilometer durch Ostwestfalen-Lippe noch einmal gegen und mit Elias Sansar laufen will, hat er noch mindestens zwei Jahre Zeit. So lange macht der »Herminator« auf jeden Fall noch weiter.

Und offensichtlich reift der 39-Jährige mit dem Alter auch läuferisch. »Eine Zeit von unter 1:45 Stunden, das war immer mein Traum, und den habe ich mir heute erfüllt.« Dafür verzichtete Sansar sogar auf eine Überquerung der Ziellinie mit Siegerkranz. »Ich habe auf die Uhr über der Ziellinie geschaut und gesehen, dass sie 1:44:50 zeigte.

Da habe ich noch einmal einen Endspurt eingelegt und auf den Kranz verzichtet.« Den gab es dann nach der Ziellinie. Sansar reckte ihn in die Höhe und schrie laut: »Jaaaaaaaaaa!«

Der Titelverteidiger war schon recht früh sicher, dass der erwartete Zweikampf nicht so stattfinden würde, wie erwartet. Sansar: »Ich habe schon früh gemerkt, dass Florian mein Tempo nicht mitgehen konnte. Wahrscheinlich hat er einfach ein schlechtes Wochenende erwischt, er ist ja eigentlich ein Guter.«

Der unangefochtene Dominator im Teutoburger Wald ist aber weiter Elias Sansar.

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