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Prozess am Landgericht Detmold – Mann arbeitete in Horn-Bad Meinberg

Sexueller Missbrauch: Haftstrafe gegen Erzieher (52) aus Blomberg

Detmold/Horn-Bad Meinberg/Blomberg (WB/ca/dpa). Das Landgericht Detmold hat einen Erzieher (52) aus Blomberg zu zwei Jahren und neun Monaten Haftstrafe wegen sexuellen Missbrauchs einer Schutzbefohlenen und Kinderpornobesitzes verurteilt. Es folgte mit dem Urteil am Dienstag der Forderung der Staatsanwaltschaft. Der 52-Jährige hatte die Missbrauchsvorwürfe bestritten. Deshalb hatte sein Verteidiger in diesem Anklagepunkt Freispruch gefordert.

Der Angeklagte (links) mit seinem Verteidiger Helmut Wöhler. Foto: Christian Althoff

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Mann in mindestens zwei von drei angeklagten Fällen ein Mädchen im Intimbereich unangemessen angefasst hatte. Dies werteten sie als sexuellen Missbrauch Schutzbefohlener. Bei dem 52-Jährigen hatte die Polizei den Angaben zufolge mehrere Datenträger mit Bilddateien gefunden, die sexuelle Gewalt gegen Kinder zeigten. Die Kammer hielt daher pädophile Neigungen des Angeklagten für nicht fernliegend, wie eine Gerichtssprecherin nach Urteilsverkündung erläuterte.

Die Richter stützten sich demnach sehr stark auf die »detailreiche und lebensnahe« Aussage des Mädchens. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit habe das Kind die Vorfälle sehr glaubhaft geschildert, hieß es zur Begründung.

Kind offenbarte sich der Mutter

Der Mann arbeitet seit 20 Jahren in seinem Beruf, zuletzt in der Kita »Südholzweg« in Horn-Bad Meinberg. Im Juli hatte eine Fünfjährige sinngemäß gegenüber ihrer Mutter geäußert, der Erzieher habe sie im Intimbereich massiert, und zwar an drei Tagen. Die Mutter ging zur Polizei, die dem Mädchen glaubte und sich einen Durchsuchungsbeschluss besorgte. Am 5. Juli durchsuchten Polizisten die Wohnung des Mannes in Blomberg. Dort fanden sie mehr als 3500 sogenannte Kinderpornos.

Der Erzieher, der selbst zwei Töchter hat, aber von Frau und Kindern getrennt lebt, kam in Untersuchungshaft.

Zum Prozessauftakt sagte er, er habe das Mädchen nicht angefasst und könne sich die Angaben der heute Sechsjährigen nicht erklären. Er sagte, das Mädchen habe sich gelegentlich selbst angefasst, aber in einem Ausmaß, das bei Kindern normal sei.

Daten auf andere Speichermedien kopiert

Den Besitz der sogenannten Kinderpornos gab der Angeklagte zu. Er behauptet, zufällig an die Bilder gekommen zu sein. »Sie waren auf einem USB-Stick, den ich auf einem Flohmarkt gekauft habe.« Allerdings hatte die Polizei herausgefunden, dass der Mann die Daten auf andere Speichermedien kopiert hatte.

Gegen 9.45 Uhr schloss das Gericht die Öffentlichkeit aus, um das Mädchen zu befragen. Auch der Angeklagte, der seit Juli in U-Haft sitzt, musste aus dem Saal.

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