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Gerichtsurteil zur Mühle in Langenholzhausen – Besitzer ist in der Pflicht

Denkmalstatus bleibt bestehen

Kalletal (WB). Die Auseinandersetzungen um den Aufbau der abgebrannten Mühle in Langenholzhausen gehen weiter. Auf einem am 24. April anberaumten Gerichtstermin vor Ort entschied das Gericht, dass die Mühle auch weiterhin ein Denkmal ist.

Reiner Toppmöller

Laut einem aktuellen Richterspruch ist die abgebrannte Mühle immer noch denkmalwürdig und muss wieder aufgebaut werden. Bis dahin muss der Besitzer der Mühle die geforderten Sicherungsmaßnahmen erfüllen. Foto: Reiner Toppmöller

Die Eintragung in die Denkmalliste hat somit weiter Bestand und die Klage des Hannoveraner Besitzers wurde abgelehnt. Eine Berufung ist möglich, jedoch gab der Richter zu verstehen, dass der Kläger damit wohl wenig Aussicht auf Erfolg haben dürfte.

Nach Festlegung des Urteils ist der Mühlenbesitzer verpflichtet, die Mühle wieder aufzubauen und die bisherigen Sicherungsmaßnahmen der Gemeinde zu bezahlen. Die hatte ihn aufgefordert, die Brandruine zu sichern, was aber abgelehnt wurde.

Sicherungsdach muss her

So kam es im vergangenen Jahr zu der Zwangsmaßnahme. »Das Dach wird aber nicht lange halten«, stellte Ewa Herrmann vom Bauamt der Gemeinde fest. »Ein solches Sicherungsdach, das nun dringend erforderlich und vom Besitzer anzubringen ist, kostet etwa 30.000 Euro. Will er das nicht, muss die Gemeinde wieder zu den Zwangsmaßnahmen greifen und selbst tätig werden«, sagt die Bauamtsleiterin. Der Landschaftsverband, so die Fachfrau, könne und werde eine solche Maßnahme fordern, um den Aufbau der Außenhaut zu sichern. Dies werde etwa zwischen 150.000 und 200.000 Euro kosten.

Gemeinde wird Fristen setzen

Die Gemeinde werde jetzt Fristen setzen, sei aber grundsätzlich auch gesprächsbereit, um bei der anstehenden Rekonstruktion beratend zur Seite zu stehen, wenn es um Fördergelder gehe. »Selbstverständlich ist der Besitzer verpflichtet, dafür auch die ausgezahlte Versicherungssumme einzusetzen. Wir wissen nicht, wie hoch die Summe war. Aber wir wissen, dass die ausgezahlte Summe auf Grund des Denkmalsstatus höher war als normal. Das geht aus dem Schadensgutachten hervor«, teilte Ewa Herrmann mit. Bis August solle jetzt aber erst einmal Ruhe herrschen, so die Amtsleiterin. Dann aber müsse entschieden werden, was passiert. Sollte der Besitzer sich weiter einem Aufbau widersetzen, werde die Gemeinde ihn auffordern, das Dach zum Schutz des Denkmals anzubringen. Weigere er sich erneut, werde die Gemeinde wie schon beim Aufbau des Notdaches die Zwangsmaßnahme durchsetzen und die Kosten beim Besitzer eintreiben.

Ungeachtet dessen gehen die Bemühungen um die Neugestaltung des Dorfmittelpunktes in Langenholzhausen weiter. »Die mit den Bürgern erarbeiteten Pläne werden planmäßig umgesetzt«, teilte die Bauamtsleiterin mit.

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