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Holzhauers schließen ihren Betrieb in Hohenhausen

Der Fleischer geht in Rente

Kalletal-Hohenhau...

Udo und Elfgard Holzhauer schließen am Samstag, 30. Januar, ein letztes Mal die Tür zu ihrer Fleischerei. Das Ehepaar geht in den Ruhestand und gibt den Betrieb an der Rintelner Straße in Hohenhausen auf. Eigentlich wollte Udo Holzhauer (65) schon vor fünf Jahren aufhören. Aber auf Drängen der Kundschaft hat er weiter gemacht.

 

Ein letztes Bild vor der Schlachterei mit den Mitarbeiterinnen, von links: Elfgard Holzhauer, Nicole Rose, Ilona Wenzel-Reibeholz, Doris Treichel und Anne Böker sowie Udo Holzhauer. Foto: Reiner Toppmöller

Vor 34 Jahren übernahmen Udo und Ehefrau Elfgard den Betrieb samt Belegschaft und Schlachthaus von Hans Tappe. Weil nicht mehr vor Ort geschlachtet werden durfte, schloss sich die Schlachterei der Erzeugergemeinschaft Osnabrück an. Die lieferte fortan etwa zehn Schweine und ein Rind pro Woche zur Verarbeitung im Haus an. „Morgens ab 3 Uhr ging das los. Zusammen mit dem Ladengeschäft kamen dann schon mal 12 Stunden täglich zusammen“, erzählt der Schlachtermeister. Für sein Hobby, den Fanfarenzug Blau-Weiß Kalletal, blieb da schon bald keine Zeit mehr.

Fünf Lehrlinge hat Udo Holzhauer ausgebildet, sieben Mitarbeiter hat er beschäftigt. Für seine Produkte wurde der Schlachtermeister immer wieder mit Urkunden ausgezeichnet. Vorübergehend hatte er Filialen in Lage und Vlotho. Im Laufe der Zeit wurden auch Würstchenbuden auf Volksfesten betrieben.

Neben seinem Beruf hat sich Udo Holzhauer auch immer ehrenamtlich engagiert. Er war Mitglied im Vorstand der Kreishandwerkerschaft, im Prüfungsausschuss für Lehrlinge und Meister, Schöffe am Arbeits- und Landgericht und 15 Jahre in der Kommunalpolitik.

Seine Mitarbeiter hat das Ehepaar gut untergebracht. „Keiner wird ohne Arbeit sein“, sagt Elfgard Holzhauer. Wir hatten eigentlich ein großes Abschiedsfest geplant, denn wir sind froh und dankbar, dass uns die Hohenhauser so gut aufgenommen haben. Aber leider wird daraus aufgrund der Corona-Auflagen nichts“, bedauern die Holzhauers.

Ganz aufhören will Udo Holzhauer noch nicht: Zunächst sollen im kleinen Rahmen Bäckereien weiter beliefert werden: „Und wenn die Pandemie irgendwann zu Ende ist, gibt es ja auch sicher wieder Feste, bei denen Imbisswagen und Würstchenbuden gebraucht werden.“

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