1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Kalletal
  6. >
  7. Kalletal gedenkt der Toten

  8. >

Kranzniederlegung an der Friedhofskapelle Kalldorf

Kalletal gedenkt der Toten

Kalletal

Der Millionen Toten der beiden Weltkriege kommt am Volkstrauertag alljährlich eine besondere Bedeutung zu. Deshalb hatte sich die Kalldorfer Vereinsgemeinschaft wieder besondere Mühe gegeben, eine würdige Feier zusammen mit der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Langenholzhausen zu gestalten.

Die Vereinsgemeinschaft Kalldorf und die Kirchengemeinde Langenholzhausen haben eine gemeinsame Gedenkfeier zum Volkstrauertag gestaltet.

Für die jüngere Generation – sie wird seit Jahren in die Feier eingebunden – hielt in diesem Jahr Timo Engelhardt die Gedenkrede und sprach die Totenehrung. Er eröffnete seine empathische Ansprache mit einem Zitat des Friedensnobelpreisträgers, Albert Schweitzer: „Soldatengräber sind die großen Prediger des Friedens.“

Aber, so Engelhardt weiter, „es sind nicht die Zahlen, Daten und Fakten, die uns aufrütteln. Diese schaffen eine Distanz, hinter die wir uns unbeteiligt zurückziehen können. Es sind die menschlichen, die persönlichen Schicksale, die uns berühren und zum Nachdenken bringen. Und wir denken auch an die, die von verantwortungslosen Machthabern zurzeit in aussichtslose Kämpfe geschickt werden, in denen sie ihre Gesundheit, ihre Jugend, ihre Unschuld und ihr Leben verlieren.“

Das Gedenken aufrecht erhalten

Seine Rede bendete Engelhardt mit einem bemerkenswerten Zitat des damaligen Reichstagspräsidenten, Paul Löbe. Er hielt die Rede bei der ersten offiziellen Volkstrauertags-Feier: „Es müssen Gesetze geschaffen werden, durch welche die für einen Kriegsausbruch verantwortlichen Diplomaten und die Journalisten gezwungen würden, als erster in die Schützengräben zu gehen.“

Wie viel hat sich eigentlich bis heute geändert? Damals hieß der Volkstrauertag noch „Heldengedenktag“. Engelhardt: „Nicht geändert hat sich, dass die Verantwortlichen für Kriege nur selten zur Rechenschaft gezogen werden. Wären Gesetze, wie sie Paul Löbe damals forderte, nicht auch heute sinnvoll, um ein friedliches Miteinander zu erreichen? Umso wichtiger ist es, das Gedenken aufrechtzuerhalten.“

Startseite
ANZEIGE