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Kalletaler Bürgermeister informiert über Umzug der OGS in Langenholzhausen

»Verstehe den Protest nicht«

Kalletal-Langenholzhausen (WB). Der Gemeinde Kalletal ist es gelungen, eine Hausärztin nach Langenholzhausen zu holen. Sie soll ihre Praxis in Teilen der Räumlichkeiten der alten Schule am Osterkamp einrichten , die bislang vom Offenen Ganztag (OGS) genutzt wird. Damit sind nicht alle Eltern einverstanden. Vor allem auf Facebook war es zu Protesten gekommen.

Reiner Toppmöller

Haben die Kinder in Zukunft zu wenig Platz? Bürgermeister Mario Hecker stellt die Situation in den drei Grundschulen und den Offenen Ganztagen der Gemeinde vor. Foto: Reiner Toppmöller

Weil ein Schreiben des Schulleiters an die Eltern die Situation noch verschärft habe, hatte Bürgermeister Mario Hecker zu einem Informationsgespräch eingeladen. Nach Darstellung des Bürgermeisters seien unmittelbar nach den ersten Beratungen mit der interessierten Ärztin die Schulleitung, das DRK als OGS-Träger und Elternvertreter informiert und zu einem gemeinsamen Gespräch eingeladen worden. Dabei habe die Verwaltung größten Wert darauf gelegt, dass die zukünftigen neuen Räumlichkeiten in der Grundschule den hochwertigen Betrieb der OGS Langenholzhausen auch weiterhin ermöglichen.

So groß sind die Schulen

Die Grundschule am Teimer in Bavenhausen hat 1351 Quadratmeter Fläche, die in Hohenhausen 3813 Quadratmeter und die in Langenholzhausen 3540 Quadratmeter. Davon werden für die OGS in Bavenhausen 120, in Hohenhausen 208 und in Langenholzhausen (alte Schule) 303 Quadratmeter genutzt. Das sind pro OGS-Kind in Bavenhausen (50 Kinder) 2,40 Quadratmeter, in Hohenhausen (67) 3,10 Quadratmeter und in Langenholzhausen (55) 5,51 Quadratmeter. Beim OGS-Umzug in das Schulgebäude am Habichtsberg verbleiben in Langenholzhausen 2,89 Quadratmeter pro Kind.

Die Flächen pro Schüler betragen derzeit in Bavenhausen 12,23 und in Hohenhausen 17,03 Quadratmeter. In Langenholzhausen werden sie von 20,26 Quadratmeter auf 19,3 Quadratmeter schrumpfen.

Hierzu sei sogar eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern aller Beteiligten (Schulleitung, OGS-Leitung, Elternvertretung, Kreis Lippe und Verwaltung) gebildet worden. Bei allen diesen Gesprächen habe es weder von der Schulleitung noch von den Elternvertretern Widerspruch gegeben. Der Bürgermeister machte klar, dass die Gemeindeprüfungsanstalt die große Fläche für die OGS in Langenholzhausen bemängelt habe.

»Schon im Jahr 2015 hatten wir deshalb in Erwägung gezogen, dieses Gebäude zur Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen. Schon damals waren alle auch jetzt beteiligten Gruppen involviert und die Sachlage war bekannt. Allen muss spätestens seit damals klar gewesen sein, dass das Gebäude auf Dauer nicht für die OGS zu halten ist«, sagte der Bürgermeister.

Deshalb verstehe er weder den jetzt aufkommenden Protest noch die Haltung des Schulleiters, der mit dem Schreiben an die Eltern jetzt »so tue, als sei er übergangen worden«: »Herr Hengstler, sie waren bei allen Gesprächen dabei. Jetzt zu schreiben, sie seien nicht eingebunden gewesen, entbehrt jeder Grundlage. Sie haben zu allem zugestimmt, das kann jeder der hier anwesenden Teilnehmer der Gespräche bezeugen«, sagte der Bürgermeister direkt an den Schulleiter gerichtet.

Schulleiter weist Vorwurf zurück

Der wies jeden Vorwurf zurück, er fühle sich nach wie vor schlecht informiert. Er habe die Eltern erst informieren wollen, wenn alles klar gewesen wäre, sagte er und sprach von einem »sich selbst entwickelndem Prozess«, der nicht aufzuhalten gewesen sei. Hinter ihn stellten sich Teile des Kollegiums. Kritik wurde auch an dem zukünftig geringeren Platzangebot laut (siehe Info-Kasten)

»Wieso geht es hier nur um die Ärztin und nicht um uns und die Kinder?«, hieß es. Herbert Dahle vom DRK zeigte sich vom Schulleiter genauso überrascht wie Manfred Reese (SPD): Er sei involviert gewesen habe nie etwas dagegen gesagt und sorge nun mit seinem Schreiben für diese Aufregung.

Dahle betonte, wie wichtig die Ärztin für Lagenholzhausen sei und dass die OGS mit dem Umzug kein Problem habe, vielmehr werte der Zuzug der Ärztin sogar den Schulstandort aufwerten. Mario Hecker teilte in den Zusammenhang noch mit, dass es wegen der Ansiedlung der Ärztin bereits eine zusätzliche Anfrage für eine Praxis für Wahrnehmungs-, Grafomotorik- und Lernförderung sowie Physiotherapie gebe.

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