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Kalletal stattet Schulen mit Raumluftreinigungsanlagen aus – Hohenhauser Firma entwickelt Air-Tron

„Wir gewinnen ein Stück mehr Sicherheit“

Kalletal-Hohenhau...

Gleich zwei gute Nachrichten hat Kalletals Bürgermeister Mario Hecker am Dienstagvormittag im Gepäck: Die Bezirksregierung Detmold fördert die Anschaffung von vier Raumluftreinigungsanlagen zu 100 Prozent. Für diese insgesamt 18.000 Euro aus dem Fördertopf des Landes werden die vier Schulstandorte der Gemeinde – Jacobischule und Grundschule in Hohenhausen sowie die Grundschulen in Bavenhausen und Langenholzhausen – mit diesen vier mobilen Anlagen ausgestattet.

Joachim Burek

Maschinenbauer und Unternehmer Volker Schrage (rechts) präsentiert in der Fertigungshalle die große Air-Tron-Version; links Mitarbeiter Sergej Eckstein am Produktionstisch. Foto: Joachim Burek

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Die zweite erfreuliche Nachricht für die nordlippischen Gemeinde ist: Diese Luftreinigungsanlagen, die die Gemeinde nun bestellt hat, sind von der Firma „printworld“, die ihren Sitz im Hohenhauser Industriegebiet Echternhagen hat, neu entwickelt worden.

Firmeninhaber und Maschinenbauer Volker Schrage hat seinen neuentwickelten „Air-Tron“, der mit dem Hochleistungsfilter (HEPA-H14) und einer Dekontaminationstechnologie arbeitet, nun im Rathaus vorgestellt. Dabei erfolgt die Luftreinigung ohne den durch wissenschaftliche Studien in die Kritik geratenen Einsatz von UV-, Ozon-, Plasma-, Ionisierung oder durch Verfahren der Katalyse-Technologie. Die Anlagen werden in den nächsten 14 Tagen an die Schulen ausgeliefert.

„Neben unseren Lüftungs- und Hygiene-Konzepten gewinnen wir mit dieser Ausstattung in Zeiten der Corona-Pandemie ein Stück mehr Sicherheit für Schüler und Lehrer“, freute sich Bürgermeister Hecker. Die Fördermittel für die Anschaffung hatte die Gemeinde erfolgreich aus dem Fördertopf des Landes für „Investitionsausgaben für technische Maßnahmen zum Infektionsschutzgerechten Lüften in Schulen“ beantragt.

Auch der Schulleiter der Jacobischule Kalletal, Dr. Eike Stiller, begrüßte die Anschaffung der Geräte. „Gerade für Veranstaltungen, die wir in Präsenz abhalten müssen, sind diese Anlagen eine wichtige Ergänzung, da uns doch die Pandemie vor immer neue Herausforderungen stellt.“

Unternehmer Volker Schrage hatte mit Beginn der Corona-Krise im Frühjahr 2020 die Produktionspalette seines Unternehmens umstellen müssen, da die Automobil-Zulieferindustrie Aufträge für seiner Trocknunganlagen zurückgestellt hatte. „Als Sonderentwickler für Industrieanlagen waren die Konstruktion und der Bau von Raumluftreinigungsanlagen eine Option für uns. Als das RKI für solche Anlagen Filtersysteme und nicht UV-Strahlung empfahl, haben wir uns mit diesem Thema beschäftigt und den Air-Tron in zwei Versionen entwickelt“, erläutert Schrage. Die große Version ist für Klassenräume geeignet und schafft 1360 Kubikmeter pro Stunde Luftreinigungsleitung, die kleine Version 400 Kubikmeter pro Stunde.

Dabei wird die angesaugte Luft über einen Vorfilter, einen Aktivkohlefilter und einen Feinfilter geführt. Diese vorbehandelte Luft wird dann vom HEPA-H14 Filter von Aersolpartikeln, Viren, Bakterien, Keimen und anderen Schadstoffen gereinigt. Diese Stoffe verbleiben im Filter, der in einer weiteren Stufe dekontaminiert wird. Über einen weiteren Aktivkohlefilter strömt die Reinluft schließlich zurück in den Raum.

Firma printworld: Der Maschinenbauer Volker Schrage hat sich vor 28 Jahren mit seiner Firma „printworld“ in Hohenhausen selbstständig gemacht. Später erfolgte der Umzug ins neue Industriegebiet Echternhagen. Das Unternehmen, das heute 13 Mitarbeiter beschäftigt, baute ursprünglich gebrauchte Druckmaschinen für den grafischen Siebdruck für den schwedischen Markt um. Die Einführung des Digitaldrucks erforderte vor zehn Jahren eine Neuorientierung. Seitdem werden industrielle Trocknungsanlagen für Lacke und Farben für Zulieferer der Automobil-Industrie gebaut.

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