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Projekt endet – Kommunen übernehmen Leerstandsmanagement

Kümmerer sind gefordert

Schlangen (WB). 530 leerstehende Wohnhäuser und Ladenlokale sind allein in den neun Kommunen des lippischen Ostens bekannt. In einer Datenbank verwaltet Leerstandsmanagerin Friederike Lülff 106 dieser Immobilien mit dem Ziel, sie zu vermitteln. Bevor ihre Stelle jetzt ausläuft zieht sie eine Bilanz.

Maike Stahl

Auch wenn es eine schwere Entscheidung war: Im Fall des Gasthofes Poppe in Schlangen folgte nach mehreren Jahren Leerstand im Sommer der Abriss des markanten Gebäudes im Ortszentrum. Dort entstehen nun barrierefreie Wohnungen. Foto: Christian Geschke

Denn die lippischen Kommunen Schlangen, Horn-Bad Meinberg, Blomberg, Barntrup, Schieder-Schwalenberg, Lügde, Kalletal, Extertal und Dörentrup haben sich bereits 2009 unter Federführung des Kreises im Arbeitskreis Leerstandsmanagement zusammengeschlossen und unter anderem in Blomberg ein Projektbüro eingerichtet, das mit Friederike Lülff besetzt worden ist. »Das Büro wird planungsgemäß Ende des Jahres aufgelöst und die strategischen Aufgaben auf die einzelnen Kommunen verteilt«, beschreibt Arbeitskreisleiter Jürgen Kohlhagen (Kreis Lippe), wie es nun weitergeht. Der Arbeitskreis bleibe aber bestehen, und die Datenbanken würden weitergeführt und entsprechend gepflegt.

Denn, darin waren sich Friederike Lülff und die Vertreter der Kommunen einig: Leerstand wird in den kommenden Jahren ein noch viel größeres Thema werden. Daher stellte sie den Maßnahmenkatalog zum »Umgang mit Leerständen« für Kommunen vor, in dem der Arbeitskreis aus seiner Erfahrung der vergangenen Jahre heraus Best-Practice-Beispiele. Konzepte und Ideen zum Thema zusammengestellt und bewertet hat. Dazu zählen Förderprogramme wie »Jung kauft Alt« ebenso wie Aktionstage, die Einrichtung eines Dorfladens, in dem verschiedene Anbieter jeweils ein Regal unterhalten können, oder die kreative Gestaltung leerstehender Gebäude. Bei alledem sind laut Lülff allerdings langer Atem und eine gute Kommunikation wichtig.

»In Schlangen ist das Problem zum Glück noch nicht so groß, wie in anderen Orten«, sagte Bürgermeister Ulrich Knorr. »Dennoch ist es angesichts des demographischen Wandels wichtig, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen.« Leerstandsmanagement müsse daher eine Aufgabe bleiben. Ganz anders sieht die Situation bei seinem Kollegen Gert Klaus in Schieder-Schwalenberg aus. »Wir sind in den letzten Jahren von 9500 auf 8000 Einwohner geschrumpft. Da müssen wir alle Register ziehen, und werden Leerstand trotzdem nicht ganz vermeiden können«, sagte er. wichtig sei es, als Kommune mit gutem Beispiel voranzugehen. Unverzichtbar seien Kümmerer, die sich mit guten Ideen und Initiativen einbringen. So sei das Mehrgenerationenhaus in Schwalenberg ein echtes Erfolgsprojekt.

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