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Frank-Walter Steinmeier besucht Studienfonds OWL und Stiftung Eben-Ezer in Lemgo

Ein offenes Ohr für Studenten

Lemgo (WB). Die Studienzeit von Frank-Walter Steinmeier ist Jahrzehnte her. Für die Anliegen von Studenten hat der Bundespräsident aber weiter ein offenes Ohr. Beim Studienfonds OWL in Lemgo ließ sich das 63-jährige Staatsoberhaupt am Freitag von Stipendiaten und Förderern über die Arbeit der Stiftung berichten.

Florian Weyand

Gut gelaunt steigt Frank-Walter Steinmeier aus der Limousine und begrüßt den Stiftungsvorsitzenden Professor Dr. Jürgen Krahl. Foto: Florian Weyand

Es war bereits der zweite Besuch des gebürtigen Lippers beim Studienfonds. Im Jahr 2016 übernahm Steinmeier anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Stiftung die Schirmherrschaft und unterstützte eine große Image-Kampagne – damals noch als Außenminister. »Als Bundespräsident konnte er die regional begrenzte Schirmherrschaft nicht mehr weiterführen«, sagt Julia Kralemann, die stellvertretende Geschäftsführerin des Studienfonds. Das Projekt liegt dem Bundespräsidenten aber weiter am Herzen, wie er mit seinem Besuch in Lemgo verdeutlichte.

Als Steinmeier am Nachmittag, wie berichtet, mit etwa 25 Minuten Verspätung in einem großen Konvoi an der Hochschule eintraf, wurde er vom Stiftungsvorsitzenden Jürgen Krahl begrüßt. Anschließend ging es für die Delegation, der auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) angehörte, zu einem Gespräch im kleinen Kreis. Mit dabei war mit Teresa Steinmann auch eine Stipendiatin des Studienfonds.

Sie studiert Psychologie an der Universität Bielefeld und bekam die Möglichkeit zu einem kurzen Austausch mit dem Spitzenpolitiker. »Dass ich die Möglichkeit bekommen habe, mit dem Bundespräsidenten zu sprechen, ist ein unvergessliches Erlebnis«, sagt sie. Später nahm sich Steinmeier auch Zeit, um Fotos mit weiteren Stipendiaten zu machen.

Vor der größeren Runde mit etwa 20 Stipendiaten sowie 30 Förderern und Funktionären lobte der Bundespräsident nicht nur die Entwicklung der Stiftung, sondern auch die der gesamten Region Ostwestfalen-Lippe. »Man sollte nicht unterschätzen, was in den letzten 20 oder 30 Jahren hier passiert ist. Hier sind Regionen zusammengekommen, die früher wenig oder nichts miteinander zu tun hatten«, sagt der Politiker, der in Detmold geboren wurde in Brakelsiek aufwuchs. Diese Entwicklung spiegele sich auch im Studienfonds wieder.

Die Stiftung vergibt seit 14 Jahren Stipendien an Studenten der fünf heimischen Hochschulen. Beim so genannten Deutschlandstipendium, das derzeit über 400 Mal vergeben wird, werden pro Student 3600 Euro im Jahr ausgeschüttet. Die Hälfte wird von privater Seite wie Unternehmen, Vereinen oder Privatpersonen finanziert, der Bund gibt den Restbetrag dazu. Für Frank-Walter Steinmeier ist das eine ostwestfälische Erfolgsgeschichte. Schließlich würden von dem Projekt, das bundesweit bereits zweimal für die erfolgreiche Arbeit ausgezeichnet worden ist, viele Seiten profitieren. »Die Studenten, die in den Genuss der Stipendien kommen. Aber auch die Wirtschaft, die sich darauf verlassen kann, dass hohe Qualität auf den Arbeitsmarkt und in die Wirtschaft kommt.« Positive Effekte hätten die Stipendien auch auf die heimische Region: »Durch das Angebot werden Gründe geliefert, dass man bei der Studienwahl in der Heimat bleibt.«

Vor dem Termin auf dem Campus besuchte Frank-Walter Steinmeier die diakonische Stiftung Eben-Ezer. Dort sprach er mit Lehrenden und Auszubildenden. In einem Klassenzimmer ging es um die Berufsperspektiven der künftigen Erzieher und Heilpädagogen, die in Lemgo für bundesweite Behinderten-Einrichtungen ausgebildet werden. Ihm gehe es darum, die Wertschätzung der sozialen Berufe in der Öffentlichkeit zu steigern. Junge Leute hätten oft die Befürchtung, in diesen Berufen nicht die gleiche Anerkennung wie in technischen Berufen zu bekommen und auch keine Aufstiegschancen zu haben. Er appellierte daran, soziale Berufe nicht von vornherein auszuklammern. »Wir müssen junge Menschen in der Berufsfindungsphase dazu bewegen, diese Bereiche nicht von vornherein auszuschließen«,

Anschließend trug sich Steinmeier als dritter Bundespräsident nach Richard von Weizsäcker und Horst Köhler ins Goldene Buch der Alten Hansestadt Lemgo ein.

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