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Fraunhofer in Lemgo besteht zehn Jahre – wertvolle Impulse für OWL

Eine Dekade Spitzenforschung

Lemgo (WB). Der Name Fraunhofer steht für Spitzenforschung in Deutschland. Seit genau zehn Jahren gibt es ein solches Institut auch in OWL – in Lemgo. Von dort gehen seitdem wichtigen Impulse aus: für die Region und weltweit.

Paul Edgar Fels

Stark in der Nachwuchsforschung: Jedes siebte Teammitglied absolviert derzeit ein duales Studium in den Bereichen Technische Informatik, Elektrotechnik oder Data Science. Fraunhofer Lemgo unterstützt die Unternehmen bei der digitalen Transformation. Foto:

Das erste und wohl bis heute bekannteste Projekt war die Entwicklung eines Chips für die hochleistungsfähige Echtzeitkommunikation. Der heutige Gruppenleiter für Industrielle Kommunikation und das Internet der Dinge (IoT), Sebastian Schriegel, erinnert sich: »Der auch als Tiger bezeichnete Chip war von Beginn an Gegenstand unserer Forschung.«

Der Chip vereint auf 15 mal 15 Millimeter 30 Millionen Transistoren. Damit hat das Stück Silizium das Potenzial eines modernen Computers. Er kann große Datenmengen (bis zu 100 Millionen Bit pro Sekunde) zwischen Maschinen, komplexen Anlagen oder dem Internet austauschen. Inzwischen arbeitet der »Tiger-Chip« auf allen Kontinenten der Welt in Maschinen und Anlagen.

Das Fraunhofer IOSB-INA – so die exakte Bezeichnung – steht für die Forschungsschwerpunkte Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung. Auch das Thema »intelligente Assistenzsysteme« gehört heute dazu. Aktuell arbeiten in dem Institut 75 Personen.

Fraunhofer Lemgo ist vor allem mit einem Namen verbunden: Professor Jürgen Jasperneite. Er hatte nicht nur persönliche Kontakte zu Fraunhofer, sondern konnte auch auf die fachlichen Kompetenzen des Instituts für industrielle Informationstechnik der Technischen Hochschule OWL verweisen.

Blick zurück:

Auf der grünen Wiese des heutigen Innovation Campus Lemgo stehen Anfang Oktober 2009 provisorische Bürocontainer, in denen junge Wissenschaftler gemeinsam mit ihrem Professor an der Zukunft der industriellen Kommunikation arbeiten: Neben Jasperneite bilden Sergej Gamper, Sebastian Schriegel und Carsten Pieper die Keimzelle des Fraunhofer IOSB-INA. Der nächste große Schritt war 2010 der Bau des Centrum Industrial IT – die Container waren keine Dauerlösung. 2016 wurde die Fläche auf 10.000 Quadratmeter verdoppelt.

Fraunhofer Lemgo forschte schon damals am Puls der Zeit: Die Megatrends Automation und Vernetzung bekommen mit dem Begriff Industrie 4.0 einen Namen. Und auch als die Region 2012 vom Wirtschaftsministerium zum Spitzencluster »Intelligente Technische Systeme Ostwestfalen-Lippe« – kurz »It’s OWL« – gekürt wurde, hat Fraunhofer in Lemgo an dessen Konzeption mitgewirkt.

Kooperationen mit der Wirtschaft

Kooperationen mit der Wirtschaft spielten stets eine große Rolle. Die Elektronikunternehmen Phoenix Contact in Blomberg und Siemens (München) waren Forschungs- und Entwicklungspartner der ersten Stunde. Die Verbindung von IT und Industrie war von Anfang an der fachlicher Fokus, der sich bis heute als roter Faden durch die Forschung am Standort Lemgo zieht.

Im April 2016 folgte ein weiterer Meilenstein: die Smart Factory OWL. Mehrere 1000 Gäste pro Jahr besuchen die Forschungs- und Demonstrationsfabrik für die Industrie 4.0 seitdem. 2017 wurde das Lernlabor Cybersicherheit für die Produktion eröffnet, das zur Erforschung von Sicherheitslösungen im Produktionsumfeld dient und Weiterbildungsangebote für Unternehmen, Wissenschaft und Kommunen anbietet.

Und Fraunhofer in Lemgo wächst weiter: Bereits zum Ende des Jahres sollen die Räume des neuen Institutsgebäudes an der Campusallee 1 bezogen werden. Professor Jasperneite will noch viel erreichen: »Unser Ziel ist es, die Digitale Transformation der Unternehmen und Kommunen weiter voranzutreiben. Getreu unserer Mission: Empowering our partners for the digital age.«

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