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Neues Gebäude geplant – Kooperation mit der Universität Bielefeld

Fraunhofer-Gesellschaft baut Standort Lemgo aus

Lemgo/Bielefeld (WB). In Lemgo wird nicht nur Handball gespielt, sondern auch die Arbeitswelt der Zukunft erforscht. Künftig geschieht dies noch intensiver: mit einem neuen Gebäude für fünf Millionen Euro und mit 100 Mitarbeitern.

Dietmar Kemper

In der Smart Factory OWL in Lemgo bekommt Marcel Stark, Auszubildender im Institut für industrielle Informationstechnik, Einblicke in die Industrie der Zukunft. Ob in ihr der Mensch weitgehend überflüssig wird, ist eine der spannenden Fragen. Foto:

Die Fraunhofer-Gesellschaft, Europas größte Forschungseinrichtung, wertet ihren lippischen Standort auf und kooperiert dabei künftig außerdem mit der Universität Bielefeld. Gestern wurde in Lemgo ein Vertrag über eine gemeinsame Professur für Kognitive Automatisierung unterzeichnet. Fraunhofer finanziert sie in den ersten zehn Jahren und arbeitet mit der Technischen Fakultät der Uni zusammen. Auch die befasst sich mit dem Arbeiten in der Zukunft.

In Bielefeld werden Einsatzmöglichkeiten von Robotern erforscht, in Lemgo geht es um die Automatisierung in der Fertigung. »Wir streben keine Zukunft an, in der Maschinen komplett alles selbst produzieren. Sie sollen Menschen helfen und sich selbständig neuen Anforderungen anpassen. Dann müssten zum Beispiel keine neuen, teuren Fertigungsstraßen gebaut werden«, sagte der Dekan der Technischen Fakultät, Philipp Cimiano.

Mitarbeiterzahl auf 100 verdoppeln

Bielefelds Uni-Rektor Gerhard Sagerer blickte zurück: »Seit ich 1975 anfing, Informatik zu studieren, war mein ganzes Berufsleben auch mit der Frage verbunden, wie viele Jobs durch Automatisierung verloren gehen. Das wäre aber das kleinere Problem verglichen damit, wenn wir uns dem Wandel verschließen würden. Deutschlands Stärke ist es, dass wir das Thema aufgegriffen haben. Würden Autos heute noch so wie in den 70er Jahren gebaut, wären wir nicht mehr wettbewerbsfähig.«

Zurück nach Lemgo: Das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) in Karlsruhe baut ihre Filiale zur industriellen Automation mit dem Kürzel INA zu einem Institut unter seinem Dach aus und will die Mitarbeiterzahl auf 100 verdoppeln. Mit gerade einmal drei Beschäftigten hatte 2009 alles begonnen. Um Raum für Labore, Büros und Besprechungszimmer zu schaffen, wird ein Gebäude errichtet, dessen erster Bauabschnitt im ersten Quartal 2019 abgeschlossen sein soll. Die Kosten von voraussichtlich fünf Millionen Euro will die Gesellschaft lippischer Unternehmer tragen.

Smart Factory OWL eingerichtet

Auch das Renommee der Hochschule OWL wächst durch die Erweiterungspläne der Fraunhofer-Gesellschaft. Schon jetzt arbeitet das Hochschulinstitut für industrielle Informationstechnik (inIT) mit dem IOSB zusammen, außerdem haben beide die Smart Factory OWL eingerichtet – ein Anwendungs- und Dokumentationszen­trum für die digitalisierte Industrie 4.0. In einer sich rasch wandelnden, komplexer werdenden technischen Welt könne eine Organisation allein die Forschung nicht leisten, betonte der Leiter des IOSB-INA, Jürgen Jasperneite.

In OWL gibt es ein zweites, in diesem Fall selbständiges Fraunhofer-Institut in Paderborn (für Entwurfstechnik Mechatronik).

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