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Versammlung zur Ausbauvariante der Ostlandstraße: Bürgersteig gewollt, Regenrückhaltebecken unerwünscht

Anlieger kämpfen für einen Bürgersteig – Ausschuss lenkt ein

Schlangen (WB). Obwohl das Thema Ausbau Ostlandstraße mit vielen Emotionen belastet gewesen ist, haben sich die Anwohner konstruktiv über mögliche Ausbauvarianten ausgetauscht. Aus Sicherheitsgründen wollen viele einen erhöhten Bürgersteig. Diesen hat der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt den Ausbau nun genehmigt.

Sonja Möller

An der Ostlandstraße wird in Zukunft ein erhöhter Bürgersteig gebaut. Das hat der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt entschieden Foto: Sonja Möller

Bürgermeister Ulrich Knorr stellte bei der Bürgerversammlung anfang Juni klar, dass es nur um die Wünsche der Anwohner für den Ausbau gehe: »Es heißt nicht, wenn Sie sich für eine Variante entscheiden, dass Sie damit ihr Einverständnis zur Kostenübernahme geben und keine Rechtsmittel mehr einlegen können.« Zum Hintergrund: Die Grundstückseigentümer haben einen Vertrag, der sie von den Kosten des Erstausbaus der Straße befreit. Dieser soll nach einem Gutachten der Kanzlei Brandi in Paderborn nicht mehr gültig sein.

Zwei Varianten des Ausbaus

Der Streit um die Kosten der Erschließung tauchte bei der Bürgerversammlung nur am Rande auf. Im Vordergrund stand die Art des Ausbaus. Dafür stellte Robert Göke, Geschäftsführer der Gemeindewerke Schlangen, noch einmal die beiden ursprünglichen Varianten vor: Es soll entweder einen Gehweg an der Seite der Altanlieger geben, an den sich die Fahrbahn anschließt. Bei Variante zwei bleibt auf Seiten der Altanlieger ein Grünstreifen, wie er jetzt auch vorhanden ist. Diesen könnten Fußgänger nutzen.

Robert Göke hatte die vermutlichen Kosten im vergangenen Jahr errechnet, als das Thema erstmals aufkam. Demnach unterscheiden sich beide Varianten um etwa 100.000 Euro. »Obwohl ich großzügig gerechnet habe, könnte es sein, dass die Kosten mittlerweile höher ausfallen«, sagte Göke. Grund sei die derzeit gute Auftragslage der Bauunternehmen.

Hochboard als dritte Variante

Auf Wunsch der Anwohner hatte Robert Göke noch eine dritte Variante erarbeitet: ein so genanntes Hochboard, auch bekannt als erhöhter Bürgersteig. Die Anlieger führten dafür Sicherheitsbedenken für die Fußgänger an. Einige äußerten ihr Unverständnis über die oft rücksichtslose Fahrweise der Busfahrer: »Die heizen hier teilweise durch. Es muss etwas passieren. Es ist so gefährlich für unsere Kinder«, schilderte ein Mann. Dafür bekam er viel Zustimmung von den Anwohnern.

Auf die Frage, ob der Bus denn bei einem Hochboard überhaupt noch um die Kurve am Wendehammer käme, antwortete Göke: »Wir haben eine Schleppkurvengelenkberechnung durchgeführt. Rein rechnerisch passt das auch bei einem erhöhten Bordstein.« Selbst ein Lastwagen und ein Bus könnten sich begegnen und kämen aneinander vorbei. Der Bereich des Wendehammers werde komplett geteert.

Bürgermeister teilt die Bedenken der Anwohner

Bürgermeister Ulrich Knorr teilt die Bedenken der Anwohner: »Wenn es kein Hochboard gibt, wird der Bereich des Gehwegs überfahren. 30 Stundenkilometer fahren dort die wenigsten und es wird eng. Ein Hochboard ist die sicherste Alternative.« Allerdings entstehen an anderer Stelle Einschränkungen: »Ein Parkverbot ist dann unumgänglich«, sagt Knorr.

Grundsätzlich könne man bei allen drei Varianten davon ausgehen, dass sich ein Parkverbot durchsetze, sagte der Bürgermeister. Ein Anwohner hatte die Idee, aus der Ostlandstraße eine Einbahnstraße zu machen. So würde man Platz gewinnen und könnte an einer Seite Parkbuchten schaffen. »Das ist möglich. Die Entscheidung trifft die Verkehrsaufsicht Lippe. Aber wir als Gemeinde müssten das anregen«, erläuterte Ulrich Knorr.

Ausschuss beschließt Hochboard für Ostlandstraße

Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt hat sich beim Ausbau der Ostlandstraße in Oesterholz bei zwei Gegenstimmen für ein einseitiges Gehweghochboard entschieden und folgt damit dem Wunsch der Anwohner. »Wir werden von anderen Eltern angesprochen, deren Kindern die Straße als Schulweg nutzen, dass es sonst zu gefährlich ist«, sagte Anke Steinmeier (SPD). Sylvia Ostmann (Grüne) stimmte dagegen: »Ich sehe die Menschen mit Rollatoren, die es dann schwierig haben, auf den Gehweg zu kommen.« Dr. Walther Husberg (CDU) sagte: »Wir stimme zu. Ein Flachboard wäre nur geringfügig billiger.« Gerd Bollhöfer (BfS/FDP) schlug eine abgeschrägte Variante vor.

Regenrückhaltebecken stößt auf Widerstand

Wenig begeistert sind die Anwohner vom geplanten Regenrückhaltebecken mitten im Wohngebiet an der Einmündung Lange­lau. »Dieses ist aber unumgänglich«, machte Göke deutlich. »Bisher ist das Regenwasser auf der freien Fläche versickert. Dort stehen jetzt Häuser. Eine geregelte Entwässerung muss sicher gestellt werden«, erläutert er im Gespräch mit der SCHLÄNGER ZEITUNG. Der zwei Meter hohe Zaun rundherum sei dabei erforderlich: »Es handelt sich hierbei um eine technische Anlage, die gegen unbeabsichtigtes Betreten zu sichern ist. Sonst trage ich persönlich die Verantwortung«, betont Göke.

Eine Anwohnerin befürchtet ein erhöhtes Aufkommen von Unkraut in ihrem Garten, wenn das Becken mit Büschen bepflanzt werde wie an der Lindenstraße. Hier konnte Göke Entwarnung geben: »An der Ostlandstraße ist eine Rasenfläche geplant, die öfter gemäht wird.«

Die Idee, das Regenrückhaltebecken unterirdisch zu bauen, ist laut dem GWS-Geschäftsführer allerdings mit »exorbitant hohen Kosten verbunden«. Auch eine Verlegung ans Paradies sei nicht möglich. Hier erläuterte Knorr: »Die Berechnungen für das Baugebiet sehen ein Rückhaltebecken an dieser Stelle als absolute Notwendigkeit vor.«

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