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Landesverband wehrt sich gegen Behauptung des Kreises: „Ursache war Schädlingsbefall“

„Die 50 Eichen sind nicht vertrocknet“

Schlangen (WB). An der Fürstenallee sind in den vergangenen Jahren 1500 Jungeichen neu gepflanzt worden. 50 von diesen jungen Bäumen sind im vergangenen Sommer nicht angewachsen und werden derzeit wie berichtet ausgetauscht.

Sonja Möller

1500 junge Eichen sind an der Fürstenallee in Schlangen gepflanzt worden. Mittlerweile ist die Aktion abgeschlossen, allerdings müssen jetzt 50 verendete Bäume, die vom Eichensplintkäfer befallen waren, ausgetauscht werden. Foto: Sonja Möller

Für die Pflege der Fürstenallee ist der Landesverband Lippe zuständig. Dieser wehrt sich gegen die Darstellung des Kreises Lippe in der SCHLÄNGER ZEITUNG, der Landesverband habe die jungen Eichen in dem zurückliegenden heißen Sommer zu wenig gewässert und so vertrocknen lassen. „Das ist falsch. Die Eichen sind nicht vertrocknet“, stellt Landesverbandssprecherin Peggy Pfaff die Aussage richtig.

Die Behauptung, dass die 50 jungen Eichen an der Fürstenallee vertrocknet seien, weil es „Fehler in der Bewässerung“ gegeben habe, die dem Landesverband Lippe zuzuschreiben seien, sei falsch, betont Pfaff: „Für die Pflanzung in der Fürstenallee wurden Bäume in stattlicher Größe mit Wurzelballen verwendet. Bei solchen Eichen in dieser Größe ist das Risiko, dass sie nicht anwachsen, deutlich höher als bei jüngeren Pflanzen.“

Peggy Pfaff

Die Bäume seien vom Forstbetrieb Sebastian Penke und vom Forstwirt des Landesverbandes Lippe, Ralf Penke, sorgfältig und öfter als in „normalen“ Sommern gewässert worden. „Die geleistete Arbeit des Forstbetriebs Sebastian Penke hat uns dieser in Rechnung gestellt. Unser Forstwirt Ralf Penke ist teilweise sogar sonntags zur Allee gefahren und hat gewässert“, beschreibt Peggy Pfaff die besondere Pflege der jungen Bäume. Insgesamt seien im Sommer 70.000 Liter Wasser zur Fürstenallee gebracht worden, teilt Revierleiter Jens Tegtmeier auf Anfrage dieser Zeitung mit.

Die Ursache, dass im Sommer 2019 50 frisch gepflanzte Eichen nicht angewachsen sind, liegt nach Angaben des Landesverbands am Eichensplintkäfer. Hierbei handelt es sich laut Revierleiter Tegtmeier um einen Borkenkäfer, der geschwächte Eichen befällt. „Hat dieser Schädling einmal eine Eiche massiv geschädigt, hilft auch kein umfangreiches Wässern mehr. Sie stirbt ab“, erläutert der Landesverband. Durch die Hitze habe dieser Käfer optimale Bedingungen vorgefunden. Jens Tegt­meier: „Die einzige Möglichkeit, gegen den Eichensplintkäfer prophylaktisch vorzugehen, ist der Einsatz von Pestiziden. Dann würde aber auch jedes andere Insekt sterben, dass sich auf einen so behandelten Baum setzt.“

Verzicht auf Pestizide

Der Landesverband Lippe hat sich gegen den Pestizid-Einsatz entschieden, um die Artenvielfalt in der Fürstenallee nicht zu beeinträchtigen.

Einen Punkt stellt Peggy Pfaff noch einmal gesondert heraus: „Der Landesverband hat sich vertraglich zur Pflanzung und Pflege der jungen Eichen verpflichtet und hatte daher auch ein wirtschaftliches Interesse daran, dass so viele junge Eichen wie möglich gut anwachsen.“ Die Ausfälle müsse der Landesverband Lippe nun auf eigene Kosten ersetzen. Auch das spreche gegen ein „absichtliches Vertrocknenlassen“.

Der Kreis Lippe teilt auf Anfrage der SCHLÄNGER ZEITUNG mit: „In den vergangenen Jahren hatten wir in Lippe jeweils einen trockenen Sommer mit wenig Regen. Wenn Bäume neu angepflanzt werden, ist es wichtig, ausreichend zu gießen. Trotzdem ist es nicht ungewöhnlich, dass einzelne Bäume eingehen.“

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