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Fahr- und Kutschenverein präsentiert vier Meter hohe Statue – Einweihung am Samstag

Die holde Thusnelda hält Einzug

Schlangen (WB). Seit 150 Jahren ist das Hermannsdenkmal Besuchermagnet für Gäste aus aller Welt. Eine ähnliche Würdigung hat Thusnelda, die Frau des Cheruskerfürsten Arminius, bis heute nicht erfahren. Das soll sich ändern.

Klaus Karenfeld

Stoßen bereits auf die geplante Einweihung der Thusnelda-Statue an (von links): Fahrtrainer Martin Horstmann, der Vereinsvorsitzende Ralf Penke, Friederike Strate von der Strate-Brauerei sowie der Künstler Bernhard Badur am Hindernis Porta Teutonia. Das eigentliche Kunstwerk wird erst am Samstag enthüllt. Foto: Klaus Karenfeld

Der Künstler Bernhard Badur hat eine vier Meter hohe Thusnelda-Statue geschaffen, die an diesem Wochenende beim Fahrturnier des Fahr- und Kutschenvereins Teutoburger Wald enthüllt werden soll.

Aber der Reihe nach: Der 66-Jährige Bernhard Badur stammt aus dem kleinen Ort Herstelle an der Weser und war bis zum Eintritt in den Ruhestand 2017 als Elektromeister und Kommunikationselektroniker tätig. Seine besondere Leidenschaft aber gilt bis heute der Landschafts- und Portraitmalerei. Zu Badurs ausgewählten Arbeiten zählt auch die eine oder andere Skulptur.

Sein jüngstes Werk ist die vier Meter hohe Thusnelda-Statue auf dem Turnierplatz in Oesterholz. »Dieses Kunstobjekt ist das größte, das ich je geschaffen habe«, macht Badur im Gespräch mit der SCHLÄNGER ZEITUNG deutlich.

Langer Weg

»Von der Idee bis zum fertigen Kunstwerk war es tatsächlich ein langer Weg« erinnert sich Fahr­trainer Martin Horstmann, der seit Jahren schon mit Badur befreundet ist. Beide teilen die Leidenschaft zu Pferden und ausgedehnten Kutschfahrten.

Vor etwa drei Jahren ergab sich für Horstmann die Gelegenheit, vom Landesverband Lippe einen etwa 350 Jahre alten Eichenstamm zu erwerben. Der Baum war kurz zuvor in Nähe des Seniorenheims in Oesterholz gefällt worden – aus Sicherheitsgründen. Das vier Tonnen schwere Baumstück wurde nur kurze Zeit später per Bagger zum Hof Horstmann befördert und dort anschließend per Kranwagen aufgestellt.

Horstmann und Badur überlegten nun, was genau sie mit der tonnenschweren Neuerwerbung machen sollten. »Bei der Entscheidung darüber kam uns der Zufall zur Hilfe«, erinnert sich Horstmann. Die für den Verein zuständige Dachorganisation (Deutsche Reiterliche Vereinigung) hatte etwa zeitgleich ihr Regelwerk geändert. Fahr- und Kutschenvereine, die ein offizielles Turnier ausrichten wollen, müssen seitdem mindestens fünf Fahrhindernisse vorweisen können.

»Für uns bestand somit dringender Handlungsbedarf«, erläutert Horstmann weiter. »Denn wir verfügten bis dahin nur über vier Hindernisse. Ein weiteres musste also unbedingt her.«

Zäher Eichenstamm erschwert die Arbeit

Der vier Meter hohe Eichenstamm sollte bei den weiteren Überlegungen eine entscheidende Rolle spielen. »Es wäre natürlich naheliegend gewesen, aus dem alten Holz ein springendes Pferd oder einen imposant großen Pferdekopf herauszuarbeiten. Aber wir entschieden uns anders«, weiß Horstmann weiter zu berichten. »Ernst von Bandel hat vor 150 Jahren dem Cheruskerfürsten Arminius ein Denkmal gesetzt. Warum sollten wir seiner Ehefrau nicht die gleiche Ehre zukommen lassen«, sagt Horstmann und lächelt verschmitzt.

Als Vorbild für seine Skulptur diente Badur die Werbegrafik der Detmolder Strate-Brauerei, in deren Braukesseln unter anderem auch das Thusnelda-Bier hergestellt wird.

Mit der Motorsäge machte sich der Künstler aus Herstelle bald schon ans Werk. Die Arbeiten aber gingen alles andere als leicht von der Hand. Der jahrhundertealte Eichenstamm erwies sich als ausgesprochen zäh. Und das blieb nicht ohne Folgen, so Badur: »Wie oft ich die Sägekette auswechseln und neu schärfen musste, kann ich rückblickend nicht mehr sagen.« Aber der Einsatz habe sich gelohnt.

Statue trifft auf Begeisterung

Einen ersten Blick auf die fertige Statue durfte vorab schon Brauerei-Geschäftsführerin Friederike Strate werfen. Und auch sie zeigt sich vom Abbild der Thusnelda begeistert: »Das ist ja Wahnsinn, was ihr hier geleistet habt«, so ihre erste Reaktion. Zusammen mit ihrer Schwester Simone und Mutter Renate wird sie an der feierlichen Einweihung der Statue am kommenden Samstag, 26. Mai, um 19.30 Uhr auf dem Turniergelände teilnehmen. Über zahlreiche weitere Gäste würden sich die Initiatoren und der Fahr- und Kutschenverein Teutoburger Wald sehr freuen.

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