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Ralf Heuwinkel kritisiert fehlende Hilfestellung vom Land – Ehrungen und Beförderungen ausgesprochen

Feuerwehr rückt zu 64 Einsätzen aus

Schlangen

„Das Jahr 2020 hat uns sehr eindrucksvoll gezeigt, dass wir nicht unverwundbar sind.“ Das stellt der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Schlangen, Ralf Heuwinkel, fest. Wegen der Corona-Pandemie mussten das 125-jährige Jubiläum des Löschzuges Schlangen und andere Veranstaltungen in 2020 abgesagt werden.

Uwe Hellberg

Die Schlänger Feuerwehr leistete in 2020 vier Mal überörtlich Hilfe. So war sie auch beim Brand in der Lippspringer Auguste-Viktoria-Klinik im Einsatz. Foto: Jörn Hannemann

Selbst die normalen Dienste konnten nicht wie gewohnt durchgeführt werden.

Die Feuerwehr Schlangen sei jedoch auch im Corona-Jahr zu jeder Zeit einsatzfähig gewesen, erklärt der Gemeindebrandinspektor in seinem Jahresbericht. Weil keine Versammlung stattfinden kann, hat der Chef der Feuerwehr seinen Bericht den Kameraden inzwischen schriftlich zukommen lassen.

Eigentlich sei das normale Feuerwehrleben beim ersten Lockdown im März zum Erliegen gekommen, so Ralf Heuwinkel. „Wir mussten fast täglich neu entscheiden, was alles möglich ist und was nicht. Im aktiven Dienst war dies für uns noch relativ einfach, da unsere Hauptaufgabe darin lag, die Feuerwehr Schlangen einsatzbereit zu halten. Das Problem für uns war allerdings, dass es hierfür keinerlei Vorgaben vom Land oder vom Kreis gab.“ Es habe der Feuerwehr gegenüber immer nur die eine Aussage gegeben: Das liegt im Ermessen des Leiters der Feuerwehr. Ralf Heuwinkel: „Wir hätten uns hier doch auch die eine oder andere Hilfestellung von oben gewünscht.“

Die Gesamtstärke der Feuerwehr liegt bei 179 Kameraden und Kameradinnen, 85 sind in der aktiven Wehr. Der Löschzug Schlangen zählt 49 Mitglieder, die Löschgruppe Oesterholz 20 und die Löschgruppe Kohlstädt 16 Aktive. Hinzu kommen die Jugendfeuerwehr (22), der Musikzug (21), die Alters- und Ehrenabteilung (49) und die Unterstützungsabteilung (2).

Im vergangenen Jahr wurde die Feuerwehr zu insgesamt 64 Einsätzen alarmiert. Es gab zwar keinen Großbrand, aber elf kleinere und einen mittleren Brand. Sechs Mal rückten die Einsatzkräfte zu Verkehrsunfällen aus, zehn Mal um Ölspuren zu beseitigen sowie sechs Mal, weil Wasser- oder Sturmschaden gemeldet waren. Insgesamt konnte die Feuerwehr neun Menschen retten. Drei Mal ereigneten sich Falschalarme durch Brandmeldeanlagen. Drei Mal gab es auch Fehlalarme, weil Bürger in gutem Glauben die Wehr riefen, aber kein Brand vorlag.

Viermal leistete die Schlänger Wehr auch überörtliche Hilfe. So zum Beispiel beim Brand in der leerstehenden Auguste-Viktoria-Klinik in Bad Lippspringe (wir berichteten).

Auch der Bereich Ausbildung gestaltete sich wegen der Corona-Lage für die Feuerwehr sehr schwierig. Heuwinkel: „Die Lehrgangsplanung wurde immer wieder durch Absagen und Verschiebungen durcheinander gebracht.“ Neuland betrat die Feuerwehr Schlangen im vergangenen Jahr mit der Durchführung von Online-Diensten, Online-Schulungen, aber auch Besprechungen online. „Ohne diese hätten einige Projekte nicht weitergehen können“, sagt Ralf Heuwinkel.

Bis zum 17. März nahmen auch die Musikzugmitglieder an den Versammlungen der Gesamtwehr teil. Musikalische Glückwünsche überbrachten sie Kameraden zu einer Goldenen Hochzeit und zu einem Geburtstag. Auch zwei Proben des Kreismusikzuges zur Vorbereitung des Zapfenstreiches anlässlich der Verabschiedung des Kreisbrandmeisters Karl-Heinz Brakemeier wurden in Schlangen abgehalten. Dann erfolgte der Lockdown in der Corona-Pandemie und der Probenbetrieb musste eingestellt werden. Nach und nach wurden zudem sämtliche Veranstaltungen abgesagt. Zusammenkünfte des Zuges waren nicht mehr möglich. Nachdem die Corona-Auflagen etwas gelockert wurden, ging nach Aufstellung eines Hygienekonzeptes der Probenbetrieb Ende August wieder los. Doch nach nur acht Proben musste der Dienstbetrieb wegen hoher Inzidenzzahlen wieder eingestellt werden.

Im Jahresbericht werden auch Ehrungen für langjährige Mitglieder und Beförderungen ausgesprochen.

Ehrungen: Dennis Voss (25 Jahre); Mario Hornig, Olaf Kalkreuter, Ellen Junk, Maike Lütkehaus (alle 35 Jahre); Dieter Mense, Karl-Heinz Wolther (beide 50 Jahre); Fritz Lübbertsmeier (60 Jahre) und Ernst Schäferjohann (70 Jahre).

Beförderungen: Pascal Konietzko, Kilian Schafranitz und Kevin Hoberg zum Feuerwehrmann; Nils Döhring zum Hauptfeuerwehrmann; Dorian Obenhausen zum Unterbrandmeister; Maximilian Richts, Fabian Kuhlemann und Gerrit Heim zum Brandmeister; Tobias Meier zum Oberbrandmeister; Matthias Bartsch zum Gemeindebrandinspektor.

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