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Aktueller Report empfiehlt dennoch Investitionen in alle Standorte

Feuerwehr Schlangen ist gut aufgestellt

Schlangen (WB). Die Feuerwehr Schlangen ist für die Zukunft gut aufgestellt. Das geht aus der jetzt vorliegenden zweiten Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans hervor. In dem Report finden sich jedoch auch einige Handlungsempfehlungen. Die Werbung neuer Mitglieder steht dabei im Vordergrund. Notwendig sind demzufolge aber auch Investitionen in die drei Feuerwehrstandorte.

Klaus Karenfeld

Die zweite Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans liegt vor. Sie gibt den Verantwortlichen Handlungsempfehlungen (von links): Bürgermeister Ulrich Knorr, Wehrführer Ralf Heuwinkel und Andrea Müller vom Fachbereich Ordnung und Soziales. Foto: Klaus Karenfeld

Die zweite Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans für Schlangen beruht auf der aufwendigen Analyse einer Projektgruppe, die sich aus Vertretern der Gemeindeverwaltung, der Feuerwehr und des beauftragten Unternehmens Luelf & Rinke Sicherheitsberatung zusammen setzte.

Aktuell zählt die Feuerwehr im Gemeindegebiet 83 aktive Kameradinnen und Kameraden. Der Löschzug Schlangen bringt es auf 49 Mitglieder, die Löschgruppe Oesterholz hat 18 und die Löschgruppe Kohlstädt 16 Mitglieder. Diese Zahlen sind laut Brandschutzbedarfsplan durchaus ausbaufähig: „Im Bereich der Mitgliederwerbung besteht weiterhin Handlungsbedarf”, heißt es in dem 110 Seiten umfassenden Papier.

Durchschnittsalter der Wehr liegt derzeit bei 37 Jahren

Etwas stimmt die Verfasser vorsichtig optimistisch: „Das Durchschnittsalter innerhalb der örtlichen Feuerwehr beträgt aktuell 37 Jahre. Insbesondere der Anteil der Aktiven im Alter zwischen 18 und 29 Jahren ist als gut einzustufen.”

Wo Licht ist, da gibt es bekanntlich auch Schatten. „In den Einheiten Kohlstädt und Oesterholz stehen mit Blick auf die Tagesverfügbarkeit (montags bis freitags) sehr wenige oder gar keine Einsatzkräfte zur Verfügung. In Schlangen sind es 18”, heißt es in dem Papier. Im Fall der Fälle kämen also hauptsächlich Feuerwehrkräfte aus Schlangen in Kohlstädt beziehungsweise Oesterholz zum Einsatz. Die planerische Fahrzeit von der Feuerwache an der Paderborner Straße in die beiden Ortsteile wird in dem Bericht mit sieben Minuten angegeben. Das sei ausreichend auch mit Blick auf die vorgeschriebene Eintreffzeit von zehn Minuten am Brand- oder Unglücksort.

Die zweite Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans ist auf fünf Jahre angelegt. In dieser Zeit sollten laut Report auch bauliche Maßnahmen an den drei Feuerwehrstandorten geprüft werden wie die so genannte „Schwarz-Weiß-Trennung”. Das bedeutet konkret: Die persönliche Schutzausrüstung der Feuerwehrleute wird gesondert von ihrer Privatkleidung aufbewahrt. Hygienische Gründe spielen bei diesen Überlegungen eine entscheidende Rolle.

Handlungsbedarf sehen die verantwortlichen Autoren noch an anderer Stelle. Sie empfehlen, die Umkleidekapazitäten an allen drei Standorten zu überprüfen. Die Feuerwache Schlangen soll zusätzlich eine Notstromversorgung erhalten. Der Grund: Sollte es in Schlangen oder darüber hinaus etwa zu einem Katastrophenfall kommen, würde sich die örtliche Feuerwache in ein Krisen- und Kommandozentrum verwandeln. Von hier aus könnten dann Feuerwehr und Gemeindeverwaltung wichtige Entscheidungen und Maßnahmen in Gang setzen, auch wenn andernorts vielleicht der Strom ausgefallen ist.

Tanklöschfahrzeug 3000 soll auf Dauer ersetzt werden

In der zweiten Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans finden sich auch konkrete Aussagen zu möglichen Neuanschaffungen im Bereich der Einsatzfahrzeuge und der Fahrzeugtechnik. Für den Standort Schlangen wird vorgeschlagen, das TLF 3000 in den kommenden Jahren durch ein neues zu ersetzen.

Das bisherige Tanklöschfahrzeug bringt es inzwischen auf ein Alter von 25 Jahren und ist durch Schäden an Wassertank und Getriebe nur noch bedingt einsatzbereit. Eine komplette Instandsetzung würde nach Aussage von Wehrführer Ralf Heuwinkel zwischen 60.000 und 70.000 Euro kosten. Er sagt: „Wir haben uns deshalb nur für eine deutlich günstigere Reparatur des Getriebes entschieden.”

Gibt die Politik grünes Licht, soll etwa zeitgleich ein Ersatzfahrzeug bestellt werden. Mit der Auslieferung ist Heuwinkel zufolge aber erst in zwei bis zweieinhalb Jahren zu rechnen. Das TLF 3000 ist ein geländegängiges Fahrzeug, das hauptsächlich bei Bränden in der Senne oder im Wald zum Einsatz kommt. Veränderungen sind auch für die Standorte Oesterholz und Kohlstädt wahrscheinlich. Hier wird vorgeschlagen, das jeweils vorhandene HLF 20 durch ein HLF 10 zu ersetzen.

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