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Gemeinde Schlangen möchte Wünschen aus der Bevölkerung nachkommen

Friedhöfe sollen barrierefrei werden

Schlangen

Die Friedhöfe in Schlangen, Oesterholz und Kohlstädt sollen nacheinander barrierefrei umgestaltet werden. „Wir tragen damit einem wiederholt geäußerten Wunsch aus der Schlänger Bevölkerung Rechnung“, sagt Bürgermeister Marcus Püster. An den notwendigen Planungen sind neben dem Bauhof auch das Baumt und die Friedhofsverwaltung der Gemeinde beteiligt.

Klaus Karenfeld

Wollen die drei Friedhöfe der Sennegemeinde in Teilen umgestalten (von links): Foto: Klaus Karenfeld

Als Erstes werden wir uns dem Friedhof in Schlangen widmen, da hier die meisten Beisetzungen stattfinden“, macht Püster im Gespräch deutlich und betont weiter: „Angehörige von Verstorbenen sind vermehrt auf uns zugekommen und haben auf ein tatsächliches Problem aufmerksam gemacht, das vor allem gehbehinderte Menschen betrifft: Der Abstand zwischen den einzelnen Reihengräbern ist mit 50 Zentimetern tatsächlich sehr schmal bemessen. Rollstuhlfahrer oder Rollator-Nutzer können die Gräber ihrer Verwandten so nur schwer erreichen.“

Von diesem Problem sind nach Angaben von Bauhofleiter Martin Meier-Johann ausschließlich die Reihengräber sowie die Urnenreihen- und Urnenwahlgräber auf dem Schlänger Friedhof betroffen. Aber eine Lösung ist in Sicht. Der Plattenweg zwischen den einzelnen Gräbern wird künftig um eine zweite Plattenreihe erweitert; der Abstand zwischen der nächsten Grabreihe vergrößert sich so von 50 auf 100 Zentimeter.

Bauliche Veränderungen zeichnen sich auch in der Schlänger Friedhofskapelle ab. Für die Planungen ist in der Gemeindeverwaltung der Fachbereich Bauen und Umwelt verantwortlich. „Als die Kapelle in den 1960er Jahren gebaut wurde, war die Barrierefreiheit anders als heute noch kein Thema“, erläutert der stellvertretende Fachbereichsleiter Michael Weber. Konkret im Fokus der Verwaltung stehen die Toiletten in der Kapelle. Die Haupteingangstür ist gerade einmal 80 Zentimeter breit. „Für Rollstuhlfahrer und Rollator-Nutzer stellt das nachvollziehbar ein Problem dar“, so Weber.

Nicht einfacher ist die Raumsituation im eigentlichen Toiletten-Bereich. „Das WC besteht aus zwei Räumen. Im vorderen befindet sich beispielsweise ein Handwaschbecken, im hinteren die Toiletten“, sagt Weber. Beide Räume sind durch eine Zwischentür voneinander getrennt. Das Problem hier: Die Zwischentür hat mit 60 Zentimetern eine noch geringere Breite.

Auch dieses „Manko“ will die Gemeindeverwaltung in den nächsten Monaten angehen. Die Lösung sieht so aus: In einem ersten Schritt soll die Eingangstür zur Toilette durch eine breitere Tür ersetzt werden. Auf die Zwischentür samt Trennwand kann nach Meinung Webers ganz verzichtet werden: „So wird aus zwei kleinen Räumen ein großer.“

Doch das ist noch nicht alles: Weber zufolge soll die Schlänger Friedhofskapelle auch in den Folgejahren weiter saniert beziehungsweise modernisiert werden. An einem entsprechenden Konzept wird seiner Aussage nach zeitnah gearbeitet.

Der Bauhof war zwischenzeitlich auch auf dem Friedhof in Kohlstädt tätig. Dort wurden Teile der Treppenstufen sowie die Asphaltdecke auf dem Hauptweg erneuert.

2020 gab es in Schlangen insgesamt 102 Beerdigungen. Das teilte Esther Alberti von der örtlichen Friedhofsverwaltung mit. Die meisten Beisetzungen, immerhin 60, gab es auf dem Schlänger Friedhof, dazu kamen 34 Beerdigungen auf dem Friedhof in Oesterholz und acht in Kohlstädt.

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