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Rat trifft endgültige Entscheidung am 30. März

Gemeinde Schlangen will Balkonkraftwerke fördern

Schlangen

Die Gemeinde Schlangen will die Nutzung regenerativer Energiequellen für private Wohngebäude finanziell unterstützen. Eine entsprechende Richtlinie zur Förderung von so genannten „Stecker-Solar-Geräten“ hat der Umweltausschuss am Dienstagabend auf den Weg gebracht.

Von Klaus Karenfeld

Solarmodule für ein sogenanntes Balkonkraftwerk hängen an einem Balkon. Foto: Stefan Sauer/dpa

Die letzte Entscheidung liegt beim Gemeinderat. Im Haushalt 2023 stehen Fördermittel in Höhe von insgesamt 10.000 Euro zur Verfügung.

Der Weg ist vorgezeichnet: Wie viele andere Kommunen will auch die Sennegemeinde die Bürger unterstützen, ihre Energieversorgung auf erneuerbare Energien umzustellen. Ein Beispiel dafür ist die Erzeugung von Strom durch „Stecker-Solar-Geräte“. Die politische Initiative dazu geht auf einen Antrag der SPD-Fraktion zurück.

Anlagen sind leicht am Haus zu montieren

Diese kleinen Photovoltaiksysteme werden oft auch Mini-Solaranlagen, Plug & Play-Solaranlagen oder Balkonkraftwerke genannt, weil sie sich beispielsweise unkompliziert an die Balkonbrüstung des Wohnhauses montieren lassen. Um eine „Anlage“ im technischen Sinn handelt es sich dabei aber nicht, so das Urteil der Verbraucherzentralen, sondern eher um ein stromerzeugendes Haushaltsgerät.

Die Funktionsweise ist leicht erklärt: Der Strom aus dem Stecker-Solar-Gerät fließt beispielsweise in die Steckdose am Balkon und von dort zu Fernseher, Kühlschrank und Waschmaschine, die an anderen Steckdosen in der Wohnung eingestöpselt sind. Dann zählt der Stromzähler langsamer, es wird weniger Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen. Reicht der Strom vom Balkon nicht für den Betrieb der Haushaltsgeräte aus, fließt einfach Strom vom Versorger aus dem Netz dazu.

Die Gemeinde Schlangen will die private Anschaffung der Stecker-Solar-Geräte künftig fördern — vorausgesetzt, sie entsprechen den gesetzlichen Anforderungen und dem aktuellen Stand der Technik. Antragsberechtigt sollen Vermieter und Mieter gleichermaßen sein.

Gebrauchte Geräte werden nicht gefördert

Und es gibt weitere Auflagen. So muss die Anlage innerhalb des Schlänger Gemeindegebietes installiert werden, und zwar für die Dauer von mindestens fünf Jahren. Es werden bis zu zwei Stecker-Solar-Geräte pro Wohneinheit gefördert. Die maximale Förderhöhe pro Antragsteller beträgt — je nach Leistung — 200 Euro. Von der Förderung ausgeschlossen ist der Kauf von gebrauchten Geräten.

Die Verwaltung betonte im Ausschuss, dass es sich bei dem mit 10.000 Euro dotierten Förderprogramm um eine freiwillige Leistung der Gemeinde handelt. Ein Rechtsanspruch auf Bewilligung von Zuschüssen bestehe nicht. Sollte sich die Finanzlage der Kommune gravierend verschlechtern, sei die Gemeinde berechtigt, das Förderprogramm zu stoppen und keine Förderzusagen mehr zu erteilen.

Fraktionsspitzen gehen von einem Erfolg aus

Die beiden Fraktionsvorsitzenden Matthias Buchheim (CDU) und Michael Zans gehen von einem Erfolg des Förderprogramms aus: „Sollten die bereitgestellten Mittel von 10.000 Euro in diesem Jahr ausgeschöpft sein, könnte das Programm 2024 noch einmal aufgelegt werden.“

Zunächst aber muss noch die letztlich verbindliche Entscheidung des Gemeinderates abgewartet werden. Und der tagt am Donnerstag, 30. März, ab 19 Uhr im Schlänger Bürgerhaus. Die Förderrichtlinie und das Antragsformular sind nach der Abstimmung im Internet unter www.gemeinde-schlangen.de/klimaschutz abrufbar.

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