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Manöver auf dem Truppenübungsplatz Senne ärgert Schlangen 4.0

Initiative fordert Lärm-Management

Schlangen/Bad Lip...

Nachdem der Übungsbetrieb auf dem Truppenübungsplatz Senne bedingt durch den Truppenabzug und die Corona-Pandemie im vergangenen Jahr weitgehend ruhte, läuft derzeit wieder ein Manöver, bei dem sich 700 Soldaten noch bis Mitte Februar auf einen Auslandseinsatz vorbereiten. Das sorgt insbesondere bei der Initiative Schlangen 4.0. für Unmut, die eine drastisch formulierte Pressemitteilung zu dem Thema versandte.

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Auf dem Truppenübungsplatz Senne findet derzeit ein Manöver mit 700 britischen Soldaten statt. Foto: Jörn Hannemann/Archiv

„Häuser wackeln, Scheiben vibrieren, Menschen sind genervt, viele, insbesondere Kinder, sind verängstigt“, beschreibt die Initiative die Auswirkungen des Übungsbetriebs, die eine neue Qualität erreicht hätte. Schlangen 4.0 empfiehlt den Bürgern sich bei politischen Mandatsträgern zu beschweren sowie ihre Immobilien auf etwaige Schäden durch den Manöverbetrieb zu kontrollieren. Darüber hinaus fordert die Initiative „umgehend ein qualifiziertes Lärm-Management für die Senne, Transparenz und Kommunikation über den geplanten Übungsbetrieb 2021 sowie die strikte Einhaltung der Sennevereinbarung“.

Zahlreiche Betroffene aus den Senne-Anrainerkommunen hätten sich in den vergangenen Tagen hilfesuchend an die Initiative Schlangen 4.0 gewandt, heißt es in der Pressemitteilung weiter. „Ob per E-Mail oder telefonisch drückten die Menschen ihre Sorgen, Unverständnis und Ängste über den massiven Lärm des militärischen Übungsbetrieb aus.“ Auch werde Sorge über eine mögliche Einschleppung von Corona-Mutationen geäußert, schreibt die Initiative.Dazu hatte Mike Whitehurst, Sprecher der britischen Streitkräfte, gegenüber dieser Zeitung bereits gesagt, dass die Übung unter strikten Corona-Auflagen durchgeführt würden. Die beteiligten Soldaten befänden sich in einer Art Blase, würden regelmäßig kontrolliert und dürften das Übungsgelände nicht verlassen.

Die Schlänger Initiative weist in ihrer Pressemitteilung ferner darauf hin, dass sie seit zwei Jahren unter dem Motto #opensenne vor einer ganzjährigen Schließung der Senne „und einer bislang nicht gekannten, für die Region negativen, Qua­lität der militärischen Übungen“ warne. „Unsere schlimmsten Befürchtungen scheinen sich nun zu bewahrheiten. Dies ist leider erst der Anfang, da wird noch einiges auf die Städte und Gemeinden rund um die Senne zukommen“, mutmaßt Henning Schwarze, Mitbegründer der Initiative.

Die Lärmbelastungen seien in keiner Weise akzeptabel. „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Lärm krank macht“, sagt Martin Nowosad von Schlangen 4.0, die an anderer Stelle von „ohrenbetäubenden Kanonenschlägen“ spricht. „Wir fordern umgehend ein Lärmmonitoring sowie die Einführung eines Lärm-Managements für die Senne.“ Dieses sei auf Übungsplätzen der Bundeswehr selbstverständlich.

Um weiterhin eine gewisse Akzeptanz des militärischem Übungsbetrieb innerhalb der Bevölkerung zu erhalten, fordert Schlangen 4.0 zudem „die strikte Einhaltung der Sennevereinbarung“. Darüber hinaus sollen die Militärs ihre Jahresplanungen zum geplanten Übungsbetrieb in der Senne offenlegen.

Was allerdings die Sperrzeiten der Durchgangsstraßen angeht, machte Mike Whitehurst auf Anfrage dieser Zeitung wenig Hoffnung, dass sich an diesem Zustand bald etwas ändern könnte. „Wir halten uns natürlich an die Sennevereinbarung. Aber es finden auch im weiteren Verlauf des Jahres ständig Übungen statt, die verschiedene Intensität, Aufgaben und Zweck haben. Hierbei nutzen wir auch das Computer-Simulationszentrum sowie das Stabsführungszentrum“, erläuterte der Armeesprecher. Zum jetzigen Zeitpunkt könne er allerdings noch nicht sagen, ob und wann weitere Großübungen auf dem Truppenübungsplatz in der Senne stattfänden.

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