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Investor möchte auf Grundstück der ehemaligen Schlänger Gaststätte Zum Felsen bauen

Lösung für Brandruine in Sicht

Schlangen

Am 14. April 2011 brannte die ehemalige Gaststätte „Zum Felsen“ in Kohlstädt nieder. An das Ereignis erinnert auch heute noch ein meterhoher Schutthaufen. „Der Schandfleck muss endlich weg“, fordern nicht nur die Anwohner seit langem. Doch jetzt gibt es tatsächlich Hoffnung: Ein Investor will die letzten Überbleibsel der Ruine beseitigen und an dieser Stelle ein neues Wohnhaus errichten.

Klaus Karenfeld

Ein neuer Investor will die Reste der Kohlstädter Brandruine abtragen und dort ein neues Wohnhaus errichten. Foto: Klaus Karenfeld

Eine erste Hürde für das Bauprojekt ist bereits genommen. Wie Bürgermeister Marcus Püster gegenüber dieser Zeitung bestätigte, hat der Kreis Lippe eine entsprechende Bauvoranfrage inzwischen positiv beantwortet. Ein detaillierter Bauantrag soll in Kürze folgen, habe ihm der Eigentümer in einem ersten persönlichen Gespräch bestätigt.

Die vorliegenden Pläne sehen den Bau eines dreigeschossigen Wohnhauses mit sechs Eigentumswohnungen vor. Mit der Vermarktung soll voraussichtlich im kommenden Frühjahr begonnen werden. Eigentümer und Investor sind übrigens nicht ein und dieselbe Person – auch das machte Püster deutlich.

Zuletzt hatte die Brandruine in 2018 für Schlagzeilen gesorgt. Damals wurde die Fahrbahn der Bundesstraße 1 aufwendig erneuert. Der Verkehr musste vor­übergehend durch die Kohlstädter Ortsmitte geführt werden, vorbei an der Ruine.

Damals wurde mit einer deutlichen Zunahme des Schwerlastverkehrs gerechnet. Die Kreisbauaufsicht sah sich zu schnellem Handeln gezwungen. Zu groß war aus ihrer Sicht die Gefahr, dass die verbliebene dreistöckige Giebelwand auf die direkt angrenzende Fahrbahn stürzen könnte. In einer so genannten „Ersatzvornahme” ließ der Kreis Lippe die Hausreste abreißen. Zurück blieb eine große Schutthalde.

Auf Initiative der SPD Schlangen wurde wenig später die neue Arbeitsgruppe „Zukunft Kohlstädt” gegründet, die quasi als erste Amtshandlung eine groß angelegte Unterschriftenaktion ins Leben rief.

Und das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Insgesamt 660 Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich an der Petition „Die Brandruine muss abgerissen werden.“ Landrat Dr. Axel Lehmann nahm die Unterschriften bei einem Vororttermin entgegen und sagte seine Unterstützung zu. Bei einem zweiten Besuch im vergangenen September deutete Lehmann dann an, dass es möglicherweise einen Interessenten für das Grundstück gebe.

„Die neue Entwicklung weckt tatsächlich Hoffnungen, dass der jahrelange Schandfleck in Kohlstädt endlich verschwindet“, gibt sich auch der Schlänger Bürgermeister vorsichtig optimistisch. Der Bau neuer Wohnungen sei im Übrigen für die Sennegemeinde unverändert notwendig und wichtig, so Püster.

In diesem Zusammenhang verweist er auf neueste statistische Erhebungen des Landesbetriebs IT.NRW, die auch dem neuen Regionalplan OWL zugrunde liegen. Demzufolge wird die Bevölkerungszahl in der Sennegemeinde entgegen dem allgemeinen Trend bis zum Jahr 2040 um 7,9 Prozent zunehmen. Zurzeit haben hier knapp 10.000 Menschen ihren Lebensmittelpunkt. Und damit steigt auch der Bedarf an privatem Bauland, der im neu erstellten Regionalplan mit immerhin 46 Hektar (Brutto) angegeben wird.

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