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Feuerwehren feiern in Finnland die Eröffnung der neuen Wache

Schlänger pflegen Freundschaft  mit Viitasaari

Schlangen

Auf Einladung der Kollegen aus Viitasaari sind Wehrführer Ralf Heuwinkel und Michael Müller in die Schlänger Partnerstadt gereist. Begleitet wurden sie von Bürgermeister Marcus Püster, der die Reise zu einem Antrittsbesuch bei seinem finnischen Amtskollegen Janne Kinnunen nutzte.

Von Klaus Karenfeld

Ein Herz und eine Seele – die Gäste aus Schlangen und ihre Gastgeber (von links): Ralf Heuwinkel, Michael Müller, Henri Vänni sowie die beiden Bürgermeister Janne Kinnunen und Marcus Püster. Foto: privat

Sonne, Regen und sogar den ersten Schnee haben die Gäste aus Schlangen bei ihrem Besuch in Viitasaari erlebt. „Aber auch hier macht sich der Klimawandel bemerkbar“, berichtet Püster nach seiner Rückkehr. Der Oktober sei laut Janne Kinnunen deutlich zu mild gewesen. Und auch am notwendigen Regen habe es die vergangenen Monate über gemangelt. Die Folge: Der Wasserpegel im Keitelesee – beliebtes Ausflugsziel und bekanntes Anglerparadies in Finnland – liegt aktuell etwa einen Meter unter dem sonst üblichen Wasserstand.

Die Feuerwehren von Schlangen und Viitasaari stehen seit Gründung der Städtepartnerschaft 1999 in engem Kontakt. „Viele Freundschaften sind in dieser Zeit entstanden“, sagt Michael Müller, heute Mitglied der Ehrenabteilung der Schlänger Feuerwehr. Er selbst hat Viitasaari in den vergangenen 23 Jahren bereits 28 Mal besucht und in dieser Zeit schätzen und lieben gelernt. Besonders eng ist der Kontakt zu Henri Vänni, dem Leiter der dortigen Feuerwehr. Eine persönliche Ehre wurde Michael Müller im Jahr 2007 zuteil, als ihm Vänni die Patenschaft für seinen Sohn Veeti antrug.

An der neuen Feuerwache findet sich ein Hinweisschild auf die Partnerstadt Schlangen. Foto: privat

Während Müller vom Flughafen Paderborn/Lippstadt aus in Richtung Finnland startete, hatten sich Püster und Heuwinkel für einen Flug ab Düsseldorf entschieden. Die drei trafen am selben Abend in Viitasaari ein. Am nächsten Tag wartete ein umfangreiches Besuchsprogramm auf die deutschen Gäste.

Die Stadt Viitasaari hat 6500 Einwohner, ist flächenmäßig aber so groß wie der gesamte Kreis Lippe mit seinen insgesamt 16 Kommunen. Im Rathaus wurden Püster, Heuwinkel und Müller von Bürgermeister Janne Kinnunen persönlich begrüßt. Es folgte eine Führung durch die finnische Kleinstadt, die sich gerne als digitale Zukunftsstadt präsentiert. Wirtschaftlich ist der Ort seit jeher von der Holz- und Möbelindustrie geprägt. Und so durfte im Besuchsprogramm auch die Besichtigung eines mittelständischen Unternehmens nicht fehlen, in dem hochwertige Türen und Fenster gefertigt werden.

Ein festlicher Moment und Hauptgrund für die Reise nach Finnland schloss sich an: die feierliche Eröffnung der neuen Feuerwache von Viitasaari. „Die ersten Planungen für dieses ehrgeizige Projekt reichen in das Jahr 2018 zurück. Durch verschiedene Sparmaßnahmen konnten die Kosten von zunächst sechs Millionen Euro auf fünf Millionen Euro gesenkt werden“, machte der verantwortliche Bauleiter Jukka Tuohimaa in seiner Festrede deutlich. Das Gebäude orientiere sich nicht nur an den Ansprüchen und Erwartungen einer Feuerwehr von heute, sondern lasse sich darüber hinaus auch multifunktional nutzen.

Janne Kinnunen hat eine Vision, wie Viitasaari in etwa 15 Jahren aussehen könnte: Er zeigte sich in seinem Grußwort überzeugt davon, dass die finnische Kleinstadt „als wachsendes regionales Zentrum“ bis 2035 seine Einwohnerzahl auf etwa 10.000 steigern kann. Die neue Feuerwache sei Garant für die Sicherheit in der Region.

Ein Schmuckstück: die neue Feuerwache in Viitasaari. Foto: privat

Püsters Reise nach Viitasaari war eigentlich als Antrittsbesuch bei seinem Amtskollegen geplant. Kinnunen aber wird Ende Dezember sein Amt aufgeben und eine neue Aufgabe übernehmen. Die Suche nach einem Nachfolger läuft bereits. „Sobald die Entscheidung gefallen ist, werde ich so schnell wie möglich mit dem neuen Bürgermeister oder der Bürgermeisterin Kontakt aufnehmen. Zunächst wahrscheinlich per Video-Konferenz“, so Püster.

Letzter Programmpunkt der Reise war eine Bootsfahrt mit dem Feuerwehr-Rettungsboot auf dem Keitelesee. Püster und Heuwinkel kehrten wenig später nach Deutschland zurück. Michael Müller blieb noch einige Tage länger. Er nutzte die Zeit, um viele seiner Freunde in Viitasaari zu treffen.

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