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Bürgermeister Marcus Püster: Die Würde des Menschen ist unantastbar

Volkstrauertag Schlangen im Zeichen des Ukraine-Krieges

Schlangen

Am Volkstrauertag haben sich Bürger aus der Gemeinde Schlangen versammelt, um Kriegsopfern und des jüdischen Volkes zu gedenken. Dazu wurden jeweils am Mahnmal neben der Feuerwehr, auf dem jüdischen Friedhof in der Gartenstraße und in Haustenbeck Kränze niedergelegt.

Von Phil Hänsgen

Matthias Buchheim (CDU), Michael Zans (SPD) und Bürgermeister Marcus Püster legen gemeinsam den Kranz nieder.  Foto: Phil Hänsgen

Viele Vereine aus der Gemeinde, Mitglieder aller Parteien und Bürger versammelten sich zum Gedenken an der Wagenhalle, um sich die Gefallenen der Kriege und die Opfer von Kriegsverbrechen in Erinnerung zu rufen. Jedes Jahr ist ein anderer Ortsteil für die Organisation der Veranstaltung zuständig. In diesem Rahmen hielt Bürgermeister Marcus Püster eine Rede, in der er sich vor allem auch auf aktuelle Ereignisse rund um den Angriff Russlands auf die Ukraine bezog: „Für mich war es kaum vorstellbar, dass Russland tatsächlich die Ukraine angreifen könnte. All diese Schrecken finden im Herzen Europas statt. Die Bilder erinnern mich stark an zerstörte Städte in Europa im Jahr 1945.“

Neben der Erinnerung an die Verfolgungen und Verbrechen in Deutschland und weltweit standen diesmal die Kriegstoten und deren Angehörige in der Ukraine im Fokus der Rede. Dabei wurde vom Bürgermeister nicht nur die ukrainische Seite berücksichtigt, sondern auch an die russischen Soldaten gedacht, welche laut Püster oft nicht ausweichen können und häufig mit einer falschen Wahrheit in den Krieg geschickt würden. Am Ende appellierte er nochmal mit dem Satz „Die Menschenwürde ist unantastbar“ und untermauerte damit, dass die Bedeutung dieses Satzes trotz des Angriffskrieges nun umso stärker gelten müsse.

Bei der Veranstaltung am Mahnmal war musikalische Begleitung geplant, die die Rede des Bürgermeisters untermauern sollte, wozu es durch Unstimmigkeiten in der Organisation allerdings nicht gekommen ist: „Dafür möchte ich mich entschuldigen. Ich werde später noch Stellung nehmen, warum es so abgelaufen ist“, sagte der Bürgermeister.

Neben dem Kranz am Ehrenmal wurde ebenfalls in Haustenbeck und am jüdischen Friedhof in der Gartenstraße ein Exemplar niedergelegt. Auf dem Friedhof hielt Burkhard Neumann, Direktor des Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik in Paderborn und ehemaliger Pastor in Schlangen, eine Rede, in der er ausdrücklich darauf hinwies, „dass angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Debatten und Entwicklungen nicht nur hier bei uns, sondern weltweit, die deutliche Verurteilung jedes Antisemitismus durch das Konzil über Konfessions- und Glaubensgrenzen eine gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe ist und bleibt“. Im nächsten Jahr findet die Veranstaltung zum Volkstrauertag dann in Kohlstädt statt.

Burkhard Neumann, ehemaliger Pastor in Schlangen, legte einen Kranz auf dem jüdischen Friedhof nieder. Foto: Phil Hänsgen
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