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SPD Schlangen informiert sich über Landesverband Lippe

Theater soll saniert werden

Schlangen (WB). Der Landesverband Lippe will auch in Zukunft kräftig in seine Besitzungen und Einrichtungen investieren. Die für 2019 geplante Sanierung des Landestheaters in Detmold wird allein mit einem deutlich sechsstelligen Betrag zu Buche schlagen. Mit immerhin 1000 Euro soll die Veröffentlichung des letzten Teils der Schlänger Chronik unterstützt werden.

Klaus Karenfeld

Der Zuschauerraum des Landestheaters in Detmold. Es sind Maßnahmen vorgesehen, um das Theater modern und barrierefrei zu gestalten. Sorgen bereitet unter anderem auch das in die Jahre gekommene Dach. Foto: Oliver Schwabe

Andreas Kuhlmann ist Vorsitzender der SPD-Landesverbands-Fraktion. Er war auf Einladung des örtlichen SPD-Ortsvereins nach Schlangen gekommen, um Einblick in Arbeit und Aufgaben des Landesverbandes Lippe zu geben. Dessen Anfänge reichen mehr als 70 Jahre zurück und sind eng verbunden mit dem Namen Heinrich Drake.

Kuhlmann bezeichnete den späteren ersten Regierungspräsidenten als hervorragenden Verhandlungsführer. Bei den Gesprächen über den Beitritt des ehemaligen Fürstentums zum Land Nordrhein-Westfalen 1946 sei es Drake gelungen, einige entscheidende lippische Sonderrechte und Privilegien auszuhandeln. Dazu zählt die Gründung des Landesverbandes Lippe (LVL), dem seitdem die Aufgabe obliegt, das Landesvermögen des früheren Freistaats zu verwalten. Bis heute ist der LVL zuständig für etwa 15.800 Hektar Forstflächen, gut 3400 Hektar Landwirtschaftsflächen sowie zahlreiche Kulturdenkmäler und Naturschutzgebiete. Darüber hinaus erfüllt er satzungsgemäß soziale, gesundheitliche, kulturelle und wissenschaftliche Aufgaben.

Gerade im Forstbereich habe der Landesverband über die Jahre und Jahrzehnte hinweg sehr vorausschauend gehandelt, betonte Kuhlmann. Als konkretes Beispiel nannte er den Waldumbau. Die anfangs noch dominierenden Kiefernwälder gehören demnach inzwischen der Vergangenheit an.

Stattdessen habe sich der Landesverband für die Anpflanzung von Mischwäldern entschieden. Und das zahle sich gerade jetzt, in Zeiten zunehmender Stürme und Orkane aus. Als im Februar Sturmtief Friederike übers das Land zog und schwere Verwüstungen anrichtete, seien die Forstflächen des Landesverbandes sehr glimpflich davongekommen. Kuhlmann geht davon aus, dass die Schäden in den Wäldern des Landesverbandes nur halb so hoch gewesen seien wie im Staatsforst.

Der Landesverband sieht sich auch als Förderer der regionalen Kultur. Im kommenden Jahr beispielsweise soll das 1825 erbaute Landestheater in Detmold umfassend saniert werden. Sorgen bereitet den Planern unter anderem das in die Jahre gekommene Dach des Schauspielhauses. Zudem sind Maßnahmen vorgesehen, um das Theater modern und barrierefrei zu gestalten. Die Kosten insgesamt liegen laut Kuhlmann im deutlich sechsstelligen Bereich.

Der SPD-Kulturpolitiker stellte eines in diesem Zusammenhang ausdrücklich klar: Der lippische Landesverband steht finanziell sehr gut dar. Allein bei den Banken konnten Rücklagen von aktuell 50 Millionen Euro gebildet werden; davon sind 30 Millionen Euro für die Pensionszahlungen der beim Landesverband beschäftigten Mitarbeiter vorgesehen. Kuhlmann wörtlich: »Dass der Landesverband die Pensionen aus den Rücklagen zahlen kann und nicht auf den aktuellen Etat zurückgreifen muss, spricht für seine gute finanzielle Basis.«

Der Landesverband ist aber auch dabei, seine Einnahmesituation weiter zu verbessern. Dazu zählt unter anderem ein gemeinsames Projekt mit den Stadtwerken Lemgo, in Kalletal zwei Windräder zu bauen. Über eine Energiegenossenschaft sollen sich daran auch die Bürger des Ortes beteiligen können.

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