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Konjunkturumfrage im Kreis Lippe: Klimaindikator zeigt erstmals seit Sommer 2016 nach unten

Wirtschaftliche Dynamik ausgebremst

Schlangen/Detmold (WB). Die Stimmungsindikatoren haben sich in allen Bereichen der lippischen Wirtschaft von ihren Rekordwerten verabschiedet. Der IHK-Konjunkturklimaindikator zeige zum ersten Mal seit Sommer 2016 wieder nach unten und erreicht einen Wert von 124,5 Punkten.

Haben den aktuellen IHK-Konjunkturlagebericht vorgestellt: IHK-Präsident Volker Steinbach (rechts) mit Hauptgeschäftsführer Axel Martens und Geschäftsführerin Maria Klaas. Foto:

Das Konjunkturbild stelle sich weniger positiv dar, als es in den Prognosen zur Jahreswende allgemein erwartet worden war, teilt die IHK Lippe mit. Diese Entwicklung könne vielfach kaum erklärt werden. »Alles deutet auf eine Verlangsamung der wirtschaftlichen Dynamik hin. Es ist kein wirtschaftlicher Einbruch, sondern lediglich eine Rückkehr zum normalen Tempo«, sagt Volker Steinbach, Präsident der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe). Der Rückgang sei weit entfernt von einem Niveau, das Anlass zur Sorge bereiten müsse.

Das günstige Umfeld – solider Arbeitsmarkt, niedrige Zinsen, robust laufende Weltwirtschaft – bleibe erhalten. Nur zusätzliche Wachstumsimpulse ergäben sich im Moment nicht. Sicherlich spielten die kalte Witterung und die protektionistischen Drohungen der USA eine Rolle bei dieser Entwicklung. Hinzu komme, dass sich die Unternehmen über die überbordende Bürokratie beklagten, die immer mehr Personalkapazität binde. Als größter Risikofaktor trübten der weiter steigende Fachkräftemangel und hohe Tarifabschlüsse die Beurteilung der Geschäftslage in Teilen der heimischen Wirtschaft ein.

Hohe Punktzahl

Zur Jahreswende hatte die Stimmung der lippischen Wirtschaft nach IHK-Angaben eine sehr hohe Punktzahl erreicht: Sechs von zehn Unternehmen hätten damals ihre Geschäftslage mit gut bewertet. Dieser Anteil sei nun auf 44 Prozent gesunken. Demgegenüber habe sich der Anteil derjenigen, die befriedigende Noten verteilen, von einem Drittel auf knapp 50 Prozent stark erhöht. Der Anteil der Unzufriedenen sei marginal auf neun Prozent gestiegen.

Der Blick in die Zukunft bleibe auf dem Niveau der Vorumfrage. Mehr als ein Fünftel prognostiziere demnach, dass der Konjunkturzug weiter an Fahrt gewinne. Die lippische Wirtschaft punkte mit Zuverlässigkeit, Flexibilität und hoher Produktqualität sowie einem attraktiven Angebot an Waren und Dienstleistungen. Acht Prozent der Antwortenden seien aber skeptisch geblieben.

Die Kapazitätsauslastung in der lippischen Wirtschaft befinde sich auf hohem Niveau. Die Umsatzerwartungen zögen weiter an. Die Erträge gerieten allerdings wieder unter Druck. Die Investitionsneigung knicke ein, weil 2017 kräftig investiert worden sei. Hauptmotiv sei und bleibe der Ersatzbedarf. Vier von zehn Unternehmen meldeten Erweiterungspläne, da sie an Kapazitätsgrenzen stießen.

Der Arbeitsmarkt habe von der konjunkturellen Dynamik profitiert. Er werde nun zum limitierenden Faktor. Lippische Unternehmen würden einstellen, fänden aber keine qualifizierten Mitarbeiter für offene Stellen.

An der aktuellen Konjunkturumfrage beteiligten sich 171 Unternehmen mit 17.500 Beschäftigten in Lippe.

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