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Anna-Nicole Heinrich Präses der EKD-Synode – Lange bleibt Vize

Studentin in Spitzenamt

Hannover/Lemgo (epd)

Jung, weiblich, unkonventionell: Die 25-jährige Philosophie-Studentin Anna-Nicole Heinrich aus Regensburg ist am Wochenende zu einer der höchsten Repräsentantinnen der evangelischen Kirche gewählt worden.

Präses der EKD-Synode: Anna-Nicole Heinrich

Jung, weiblich, unkonventionell: Die 25-jährige Philosophie-Studentin Anna-Nicole Heinrich aus Regensburg ist am Wochenende zu einer der höchsten Repräsentantinnen der evangelischen Kirche gewählt worden. Das Kirchenparlament wählte sie per Online-Wahlverfahren zur Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Heinrich erhielt schon im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der Stimmen. Sie setzte sich gegen die Marburger Grünen-Politikerin und Richterin Nadine Bernshausen (41) durch. Mit ihrem überraschendem Erfolg wurde eine Aufbruchsstimmung in der evangelischen Kirche deutlich, die aufgrund sinkender Mitgliederzahlen und schwindender finanzieller Ressourcen den Gürtel enger schnallen muss. Heinrich folgt auf die ehemalige FDP-Bundesministerin Irmgard Schwaetzer (79).

Heinrich warb in ihrer Vorstellungsrede vor den Synodalen für eine „optimistische Perspektive hinaus in die Weite“, wenngleich sie begleitet sein werde „von Sparmaßnahmen, Rückbau und Umbau“. Sie wolle „eine offene, missionale Kirche repräsentieren, die sich hoffentlich nicht zu stark leiten lässt von politischen Positionierungen, jedoch immer wieder Bezug auf gesellschaftliche Themen nimmt“. Als Präses gehört Heinrich zudem auch dem 15-köpfigen Rat der EKD an, der im November neu gewählt wird.

Als Vizepräsides wurden die Pädagogin Elke König aus Greifswald und der Superintendent der Lutherischen Klasse der Lippischen Landeskirche, Andreas Lange, aus Lemgo bestätigt.

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm forderte von den 128 Delegierten der auf sechs Jahre gewählten Synode einen Perspektivwechsel. Die Zahl der Mitglieder sinke, aber die Gefahr sei groß, einem großen Verfallsnarrativ auf den Leim zu gehen, sagte er.

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